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Wie Sie Ihr Vermögen richtig verwalten lassen

Wer sein Geld verwalten lässt, zahlt oft happige Gebühren. Wann sich dieser Schritt dennoch lohnt – und wann es nur Geldverschwendung ist.

Mehrere Gespräche mit verschiedenen Anbietern helfen: Denn Vertrauen zum Vermögensverwalter ist zentral. Foto: iStock

Ich habe ein Angebot einer unabhängigen Vermögensverwaltung: Das Vermögensverwaltungsmandat für mein Portfolio von 2 Millionen Franken mit einem Aktienanteil von 50 Prozent. Die Verwaltungsgebühren betragen 1,1 Prozent, hinzu kommen Depotgebühren, Courtage usw. Die Gebühren betragen total rund 1,5 Prozent. Wie beurteilen Sie das Angebot? B.G.

Eine professionelle Vermögensverwaltung ist teuer, kann sich aber durchaus lohnen. Wenn die Leistung schlecht ist, werden die hohen Gebühren allerdings rasch zur Geldverschwendung.

Sie müssen für sich eine rationale Rechnung machen: Schauen Sie immer nur die Rendite auf Ihrem Kapital nach Gebühren an und vergleichen Sie. Gebühren fressen immer einen Teil Ihrer Rendite weg. Sie müssen auf Ihrem Kapital zwingend deutlich mehr als 1,5 Prozent Rendite pro Jahr erwirtschaften, da Sie sonst Geld verlieren, zumal Sie auch noch Steuern und die Teuerung mitberücksichtigen müssen.

Wenn eine Vermögensverwaltung top ist, machen Sie im positiven Fall deutlich mehr Rendite. Billiger ist nicht immer besser. Doch auch teuer ist leider nicht immer gut. Die Unterschiede bei den Gebühren für die Vermögensverwaltung sind gross und hängen auch von der Art der Dienstleistung ab.

Sie können Ihr Vermögen auch bereits für eine Gebühr von rund 0,5 Prozent verwalten lassen – etwa durch voll digitalisierte und auf Basis von kostengünstigen Exchange Traded Funds funktionierenden Modellen, wie sie zum Beispiel Swissquote oder True Wealth anbieten.

Oder Sie bauen auf die Expertise von professionellen Anbietern wie Vontobel, UBS, ZKB, CS oder Julius Bär, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Diese bewegen sich je nach Mandat gebührenmässig in etwa in ähnlicher Grössenordnung oder teilweise sogar über Ihrer unabhängigen Vermögensverwaltung.

Eine gute Vermögensverwaltung sollte Sie immerhin vor dramatischen Abstürzen schützen.

Wenn Sie alles berücksichtigen, zahlen Sie für die Vermögensverwaltung rasch mal Gebühren zwischen mindestens einem und zwei Prozent. Bei der ZKB beispielsweise kostet die Vermögensverwaltung Premium für alle Risikoprofile pauschal bis 1 Million Franken 1,3 Prozent, bis 2 Millionen Franken 1,2 Prozent und bis 5 Millionen Franken 1,1 Prozent.  Neben der Verwaltung sind dabei auch eigene Courtagen und Depotgebühren eingeschlossen.

Generell gilt: Solange die Performance nach Gebühren deutlich höher ist als die Gebühren selbst, ist das kein Problem. Sie müssen sich aber bewusst sein, dass Sie auch enttäuschende Anlagejahre erleben werden wie das aktuelle Jahr. Dann ist die Performance schwach – die Gebühren zahlen Sie aber trotzdem.

Eine gute Vermögensverwaltung sollte Sie immerhin vor dramatischen Abstürzen schützen und selbst in schwierigen Märkten eine positive Rendite erzielen. Eine Garantie dafür haben Sie aber nicht – weder bei einer billigen noch bei einer teuren Vermögensverwaltung.

Einen Anhaltspunkt gibt die Leistung einer Vermögensverwaltung je nach Strategie in den letzten zehn bis zwanzig Jahren. Wie wurden schwierige Monate wie gerade jetzt im Corona-Jahr 2020 oder die Jahre während der Finanzkrise gemeistert?

Doch selbst eine gute Leistung in der Vergangenheit ist für Sie keine Garantie für starke Leistungen in der Zukunft. Das Anlagerisiko bleibt immer bei Ihnen. Darum würde ich die Expertise Ihrer Vermögensverwaltung genau prüfen und nicht nur auf die Gebühren achten. Sprechen Sie nicht nur mit einem Anbieter, sondern führen Sie mehrere Gespräche, bis Sie den Anbieter finden, zu dem Sie wirklich Vertrauen finden.

Einige Anbieter bieten auch pauschale Sätze an, in denen neben der Verwaltungsgebühr auch die Gebühren für Courtagen, Depotführung usw. enthalten ist. Persönlich würde ich solche Modelle vorziehen, da ansonsten der Anreiz besteht, das Depot möglichst häufig umzuschichten, weil so zusätzliche Courtagen für die Bank generiert werden können. Wenn diese Gebühren inbegriffen sind, entfällt dieser Fehlanreiz.

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