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Wie politisch korrekt ist Deutschland? Neue Episode aus Stuttgart nimmt schwäbischen Idealismus aufs Korn

Der neue «Tatort» aus Stuttgart, Titel: «Das ist unser Haus», ist ein herrliches Vergnügen. Die vielen Protagonisten dieser Folge würden das Wort «herrlich» aber wohl gleich mal in einer Gruppensitzung auf eine schwarze Liste setzen – zusammen mit vielen weiteren politisch nicht korrekten Dingen.

Die Protagonisten dieser Folge: Das sind neun gemeinschaftsbewegte Erwachsene, die – zusammen mit drei Kindern – im «Wohnprojekt Oase Ostfildern» ihren Traum einer modernen WG verwirklichen wollen. Sprich, man hat gemeinsam ein grosses Haus gebaut, in dem Platz für die ist, die sich erfolgreich für dieses Zusammenleben beworben haben.

Pech nur, dass nach fünf Jahren Planung und Bauzeit ein undichtes Fundament die Stimmung bei der Einweihungsfeier trübt. Und dass im Gefolge des erneuten Aufbaggerns dieses Fundaments eine halb verweste Leiche zum Vorschein kommt. Wer ist diese Leiche? Und wer der Täter? Etwa jemand aus der eigenen Gemeinschaft? Die Einweihungsfeier mutiert zur spontanen Krisensitzung: «Die Leiche gehört jetzt zur Gruppe.»

Man müsse nun die Gefühle ordnen. Die Kommissare Lannert und Bootz (Richy Müller und Felix Klare) zeigen sich von dieser verrückten aber auch rührenden WG teils fasziniert, teils belustigt. Solch gefühlsbewegte Häuslebauer sind den beiden noch nie untergekommen. Und so viel gesprochenes Schwäbisch gab es im «Tatort» Stuttgart übrigens auch noch nie.

Gedreht und (mit)geschrieben (Co-Autor ist Daniel Bickermann) wurde dieses leichtfüssige Sittengemälde, das schwäbischen Idealismus mit feiner und freundlicher Ironie aufs Korn nimmt, von Dietrich Brüggemann. Der begeisterte schon 2017 mit dem «Tatort: Stau» und 2018 mit «Murot und das Murmeltier».

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