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Wie diese 22-jährige Aargauerin Dieter Bohlen um den Finger wickelte

Seit Anfang Januar läuft auf RTL die 17. Staffel der berühmt- berüchtigten Castingshow «Deutschland sucht den Superstar». Neben Dieter Bohlen, der schon von Anfang an dabei ist, sind dieses Jahr Xavier Naidoo, Oana Nechiti und Pietro Lombardi wieder Teil der Jury. In den 12 bisherigen Castings kamen bereits 126 Kandidaten ins sogenannte «Recall», bei dem die Juroren ab Samstag entscheiden werden, welche 26 Kandidaten nach Südafrika mitkommen. Unter den Erfolgreichen war auch Spreitenbacherin Vanissa Toufeili, die zurzeit als Sekretärin im Geschäft ihrer Mutter arbeitet. Dass die 22-Jährige am vergangenen Samstag bei DSDS in die nächste Runde gekommen ist, war jedoch eher Glück. Die Jury hat sie stimmlich nicht gerade überzeugt, mit einer Ja-Stimme von Oana und Dieter «für die Optik» ist sie aber schliesslich doch weitergekommen.

Die negativen Kommentare interessieren sie nicht

Dass sie bei ihrem Auftritt mit «Hotter Than Hell» von Dua Lipa sowie ihrer zweiten Chance «Diamonds» von Rihanna etwas schief gesungen hat, ist ihr bewusst: «Eigentlich war ich davon überzeugt, dass ich weiterkomme, aber dann konnte ich aus Nervosität nicht so gut singen wie sonst», sagt sie der AZ.

Da sie nicht die gleiche «Ausrede» wie alle Kandidaten haben wollte, begründete sie dies nicht damit, dass sie nervös gewesen sei, sondern, dass es sich mit dem Mikrofon nicht so gut anhören würde wie ohne – mit diesem Argument war sie bei den Juroren leider erfolglos. Neben vielen positiven Reaktionen auf Toufeilis Auftritt gibt es auch einige negative Kommentare darüber, dass sie hauptsächlich wegen ihres Aussehens ins Recall gekommen sei. Die Reaktionen interessieren Toufeili nach eigener Auskunft aber nicht. Sie würde sie gar nicht erst lesen, da sie als sensible Person daran kaputt gehen würde.

«Ich finde es nicht gut, wenn die Leute sofort über andere urteilen», sagt die gebürtige Libanesin. «Sie haben noch gar nicht gehört, wie ich danach singe.» Stattdessen solle man den Menschen einfach mal ihren Erfolg gönnen. Ihre Fans seien bisher vor allem in Deutschland lebende Libanesen, bei denen es ihr wichtig ist, jede Nachricht auf den sozialen Netzwerken zu beantworten. «Es ist eine Ehre für mich, als erste Libanesin bei DSDS ins Recall zu kommen.»

Sie habe zum Glück sehr offene und moderne Eltern, die kein Tabu darin sehen, an Castingshows teilzunehmen. Eigentlich wollte sie sich schon vor drei Jahren bei DSDS bewerben, allerdings wäre es ihren Eltern wichtig gewesen, dass sie erst ihre Ausbildung abschliesst. Nach dem KV hat Toufeili letztes Jahr ihr Bachelor-Studium «Business of Arts Administration» angefangen, dann aber wieder abgebrochen, da sie es zu schwer fand.

Sich als Schweizerin nicht etwa bei «Die grössten Schweizer Talente», sondern bei der deutschen Castingshow anzumelden, machte sie aus gutem Grund: «Ich glaube, es ist schwieriger, in Schweizer Castingshows prominent zu werden, als in deutschen.» Aber der Erfolg hänge immer auch davon ab, wie man als Mensch sei. Das nächste Mal wird sie am kommenden Samstag zu sehen sein. In der Recall-Runde performen die Kandidaten im alpinen Hochgebirge von Sölden. Was ihre Chancen, weiterzukommen anbelangt, ist sie zuversichtlich. Sie denkt, in Zukunft noch stärker mit ihrer Stimme überzeugen zu können. «Es kommt wie es kommt und ich lasse mich überraschen», so Toufeili.