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Switzerland

Wie der Patron, so der CEO. Dabei gäbe es durchaus Grund zur Freude bei Schindler

Schindler-CEO Thomas Oetterli stemmt sich mit drastischen Worten gegen eine Konsolidierung. Dabei wäre es für so manchen eine Freude, wenn den Konkurrenten die Kartellbehörde im Nacken sässe. 

Schindler-CEO Thomas Oetterli der Jahresmedienkonferenz des Aufzugs- und Fahrtreppenherstellers. (Zürich, 14. Februar 2020)

Schindler-CEO Thomas Oetterli der Jahresmedienkonferenz des Aufzugs- und Fahrtreppenherstellers. (Zürich, 14. Februar 2020)

Arnd Wiegmann / Reuters

Die Ouvertüre zum Auftakt der Jahresmedienkonferenz von Schindler hat Verblüffung ausgelöst. Bevor sich CEO Thomas Oetterli wie üblich den Entwicklungen in der Branche und dem Geschäftsverlauf des Aufzugs- und Fahrtreppenhersteller zuwandte, legte er in drastischen Tönen dar, wie schlimm ein Zusammenschluss seiner beiden Konkurrenten Thyssen Krupp und Kone wäre. Eine weitere Konsolidierung in einer bereits stark konsolidierten Branche würde nur zu «verschärftem Wettbewerb und einem jahrelangen Preisdruck» führen, mahnte er. Käme der Zusammenschluss zustande, würden nicht nur Schindler, sondern auch die verbleibenden Konkurrenten in Europa, den USA, Kanada, Australien und in China bei den Kartellbehörden Klage einreichen. Schlimm wäre ein solches Unterfangen auch für die Betroffenen: In den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der beiden Firmen würde es zu Entlassungen kommen, was massive soziale Auswirkungen hätte. «Wir wollen das nicht.»

Die Behauptung dürfte wenig gewagt sein, dass die Zeilen nicht vom Konzernchef selbst verfasst wurden. Die drastischen Schilderungen waren das Echo auf Alfred N. Schindler, den Patron und Vertreter der Mehrheitsaktionäre, der gleichlautende Aussagen Anfang Woche in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters gemacht hat. Seit über 30 Jahren sei Schindler hinter Otis die Nummer zwei, beide würden sich nicht damit abfinden, verdrängt zu werden, sagte Alfred N. Schindler. Er werde sich grosse Mühe geben, die Übernahme von Thyssen Krupp durch Kone zu stoppen, kündigte er an. 

In ähnlichen Fällen freuen sich Dritte jeweils, wenn sich zwei Konkurrenten zusammenschliessen und diesen die Kartellbehörde im Nacken sitzt. Wegen der Integrationsarbeit sind die Wettbewerber lange mit sich selbst beschäftigt, Kunden und Mitarbeiter sind verunsichert, und es mangelt an Managementkapazitäten fürs operative Geschäft. Für die unbeteiligte Konkurrenz ist dies eine einmalige Gelegenheit, Marktanteile zu erobern, gute Mitarbeiter zu finden und günstige Arrondierungskäufe zu tätigen. In der Fragerunde wurde dann klar, dass der Konzernchef auch diese positiven Seiten sieht.

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