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Wie Corona mein Leben auf den Kopf gestellt hat und wem ich dankbar bin

Das Team und die Stadion-Atmosphäre fehlen mir besonders – aber jetzt haben andere Dinge Priorität. Bild: DPA

Akanjis Revier

Wie Corona mein Leben auf den Kopf gestellt hat und wem ich dankbar bin

Kein Fussball. Das bedeutet für mich, dass gleichzeitig Job und Hobby wegfallen. Ich bin mir aber durchaus bewusst, dass ich als Fussballprofi privilegiert bin. Deshalb unterstütze ich diejenigen, die Grosses leisten und unseren Dank verdienen.

Als junger, gesunder Sportler bin ich vom Coronavirus definitiv weniger gefährdet, als es ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen sind. Darum gibt es aus meiner Sicht keine zwei Meinungen – jetzt heisst es Solidarität zeigen und zu Hause bleiben, um keine weiteren Leute anzustecken.

Ich bin mir bewusst, dass ich als Fussballprofi privilegiert bin. Ich habe keine Existenzängste, muss mir diesbezüglich keine Sorge machen. Wenn ich an die Selbständigerwerbenden denke, die vor dem Ruin stehen oder an viele andere Arbeitnehmer, die nicht mehr arbeiten können. Es trifft viele Leute schlimmer als mich – wobei es natürlich auch mein Leben komplett auf den Kopf stellt.

Bevor ich euch erzähle, was bei mir so abgeht, möchte ich aber etwas loswerden, was mir sehr wichtig ist. Was das Gesundheitspersonal in den Spitälern im Moment leistet, ist unbeschreiblich. Mir fehlen die Worte für das, was sie leisten und ich habe wahnsinnigen Respekt und verspüre grosse Dankbarkeit für deren Einsatz – obwohl sie sich dabei selbst gefährden.

Für die Anschaffung von dringend benötigtem Schutzmaterial habe ich deshalb mit meinen Nati-Kollegen entschieden, den Schweizer Berufsverband der Pflegefachpersonen mit einer Spende zu unterstützen. Es soll auch ein Zeichen der Solidarität sein, deshalb haben wir zusammen auch den Song «Imagine» interpretiert.

Ich weiss, eine Gesangskarriere werden die meisten von uns wohl nicht machen, aber das Lied soll dennoch eine Motivation sein, dass wir diese schwere Zeit zusammen durchstehen oder die Leute einfach nur zum Schmunzeln bringen.

Seit Mitte März klar wurde, dass unser Derby gegen Schalke nicht stattfindet, haben wir Trainingspause. Das ist schon ein komisches Gefühl, ohne den Fussball fällt schliesslich gleichzeitig mein Job und mein Hobby weg. Jetzt habe ich dafür mehr Zeit für meine schwangere Frau Melanie. Das sieht bei uns wohl ähnlich aus, wie bei euch zuhause: Wir beschäftigen uns oft mit Kartenspielen oder machen es uns auf der Couch bequem, sehen fern oder facetimen mit unseren Familien

Natürlich habe ich aber auch noch Kontakt zu meinen Teamkollegen. Wir telefonieren regelmässig zusammen oder ich messe mich in Onlinespielen über das Handy oder auf der Playstation mit ihnen. Physisch Abstand halten ist jetzt wichtig. Ich denke, das ist ein kleiner Kompromiss, den wir angesichts dieser schwierigen Lage eingehen müssen.

Wann es regulär weiter geht, das weiss keiner so genau. Wir schauen jetzt Tag für Tag. Ich vermisse es allerdings jetzt schon wahnsinnig, Spiele zu bestreiten und wieder im Stadion zu sein. Und natürlich schmerzt es, dass die EM 2020 verschoben wurde – es wäre schliesslich meine erste Europameisterschaft gewesen. Aber jetzt gibt es Wichtigeres, nämlich diese Krise gemeinsam durchzustehen und positiv zu bleiben.

Damit wir während der erzwungenen Pause fit bleiben, haben wir ein Programm für zuhause erhalten. Im Gegensatz zum Sportprogramm während der Winter- oder Sommerpause ist die Situation speziell, weil ich nicht auf ein bestimmtes Datum hintrainieren kann, sondern eher in Wartestellung bin und dabei versuche, bestmöglich in Form zu bleiben.

Manchmal gehe ich alleine draussen joggen – sonst halte ich mich ausschliesslich zuhause fit. Für ein umfassendes Kraft- und Stabilitätsprogramm brauche ich schliesslich bloss eine Trainingsmatte.

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Luzern. Ein Kanton mit einem Dialekt, der wohl kaum jemand zu denen zählen würde, die man nicht gut versteht. Dennoch haben die Luzerner*innen eine Sprache von alternativen Ortsbezeichnungen entwickelt, die «Auswärtige» oft vor grosse Herausforderungen stellt.

Glaubst du nicht? Dieses Quiz wird dich eines Besseren belehren!

PS: Danke an Dominique, für die Hilfe mit dem Lozärner Dialekt – und alles Gute zum Geburtstag. 🎉

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