Switzerland

Wie Banken Geld mit Covid-19-Krediten verdienen

Das KMU-Kreditprogramm soll primär Unternehmen mit Liquidität versorgen und nicht den Banken neue Ertragsquellen eröffnen. Diesem hehren Grundsatz leben nicht alle Banken nach. 

Die Banken können die vom Bund garantierten Kredite bei der Schweizerischen Nationalbank als Sicherheit hinterlegen. Im Gegenzug stellt die SNB ihnen Liquidität mit gutem Zins zur Verfügung.

Die Banken können die vom Bund garantierten Kredite bei der Schweizerischen Nationalbank als Sicherheit hinterlegen. Im Gegenzug stellt die SNB ihnen Liquidität mit gutem Zins zur Verfügung.

Arnd Wiegmann / Reuters

Das am 26. März lancierte KMU-Kreditprogramm des Bundesrats hat sich als Erfolg erwiesen. Nach dem Prinzip «Die Banken zahlen, der Bund garantiert» haben die Banken bisher über 120 000 Covid-19-Kredite (bis 0,5 Mio. Fr.) mit einem Gesamtvolumen von 13,4 Mrd. Fr. an kleine und mittlere Unternehmen vergeben. Für Covid-19-Plus-Kredite (über 0,5 Mio. Fr.) liegen 440 Anträge mit einer Kreditsumme von 1,3 Mrd. Fr. vor. Die in Rechnung gestellten Zinsen sollen die Banken für ihre Umtriebe entschädigen – nicht mehr. Denn der Zweck des Programms ist es, Unternehmen rasch und unkompliziert Zugang zu liquiden Mitteln zu verschaffen und nicht neue Ertragsquellen für die Banken zu erschliessen.

Risikolose Erträge

Diesen hehren Vorsätzen zum Trotz: Einige Banken, so muss man annehmen, verdienen mit dem Programm gutes Geld. Warum? Um sicherzustellen, dass Banken beherzt und ohne Liquiditätssorgen den Kredithahn öffnen, können sie die vom Bund garantierten Kredite bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) als Sicherheit hinterlegen. Im Gegenzug stellt die SNB ihnen Liquidität zur Verfügung – ohne fixe Laufzeit, betragsmässig unlimitiert und zu einem Zins von –0,75%.

Oder anders gesagt: Jedes Mal, wenn die Banken bei der SNB Bares abholen, kommen sie in den Genuss eines Zinsertrags von 0,75% auf der bezogenen Liquidität, die sie dann an KMU weitergeben. Wer verdient heute schon risikolos eine Zinsmarge von brutto mindestens 0,75% im Kreditgeschäft?

Ein Haken

Die Sache hat allerdings einen Haken. Die SNB zahlt den Banken die Liquidität nicht aus, sondern schreibt sie ihren Girokonten gut. Überschreitet der Kontostand eine für jede Bank individuell festgelegte Freigrenze, wird ein Strafzins von 0,75% fällig – wie gewonnen, so zerronnen. Die Rechnung geht also nur für Banken auf, die auch nach dem Bezug zusätzlicher SNB-Liquidität ihre Freigrenze nicht überschreiten.

Wie viele Institute in dieser komfortablen Lage sind, lässt sich nicht eruieren. Fest steht lediglich, dass 70% des Kreditvolumens von den beiden Grossbanken und den Kantonalbanken vergeben wurden. Weil UBS und Credit Suisse bekanntgegeben haben, allfällige Gewinne aus dem Programm zu spenden, dürften die Profiteure in erster Linie im Kreis der Kantonal- und Regionalbanken zu suchen sein.

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