Switzerland

Wer in Quarantäne geht, riskiert Lohnausfall

Bis zu 15’000 Freiwillige werden in den nächsten Wochen die Tracing-App des Bundes testen. Ein Problem ist jedoch die fehlende Lohnfortzahlungspflicht, wenn sich jemand aufgrund einer App-Meldung in Quarantäne begibt.

Die neue Corona-App des Bundes wird zurzeit mit ausgewählten Nutzergruppen getestet.

Die neue Corona-App des Bundes wird zurzeit mit ausgewählten Nutzergruppen getestet.

Foto: Denis Balibouse (Reuters)

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Montag die Pilotphase für die neue Contact-Tracing-App eröffnet. Mit dieser sollen die Benutzer alarmiert werden, falls sie zu einer mit dem Coronavirus (Covid-19) infizierten Person Kontakt hatten. Die Anwendung der App ist sowohl in der Pilotphase wie auch danach freiwillig. Dennoch hoffen die Behörden und Experten wie der Epidemiologe Marcel Salathé, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung die App anwenden werden. So soll es gelingen, die Reproduktionszahl des Virus unter 1 zu behalten.

Eine Hürde für eine hohe Beteiligung ist jedoch die fehlende Lohnfortzahlungspflicht bei denjenigen, die sich nach einem Kontakt in Quarantäne begeben, ohne dass sie Krankheitssymptome haben. Da die Anwendung der App freiwillig ist, handelt es sich nicht um eine behördlich angeordnete Quarantäne mit Lohnfortzahlungspflicht. Aus Sicht von ETH-Professor Salathé wird damit aber der Sinn und Zweck der App gefährdet. Wer einen finanziellen Nachteil befürchte, begebe sich möglicherweise nicht in Quarantäne. «Unser Ziel ist es, dass die App den vollen epidemiologischen Nutzen entfalten kann.» Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, dass der Bundesrat keine entsprechende Lohnfortzahlungspflicht vorsehe.

Falls 60 Prozent der Bevölkerung die App anwenden, kostet der Lohnersatz bei den gegenwärtigen Fallzahlen rund 3 Millionen pro Monat.

Allerdings kann das Parlament hier nachbessern. Denn im Juni wollen die Räte eine gesetzliche Basis für die Corona-App schaffen. Salathé und andere Experten hoffen nun, dass National- und Ständerat eine entsprechende Lohnfortzahlung für die freiwillige Quarantäne vorsehen. Und zwar für jene Arbeitnehmer, die nicht von zu Hause aus weiterarbeiten können. In einem Brief an alle Mitglieder des National- und Ständerats fordern die Mitglieder der Covid-19 Science Task Force sowie der Arbeitsgruppe «Contact-Tracing und Quarantäne» das Parlament auf, das Gesetz entsprechend zu ergänzen.

Bezahlt werden soll der Quarantänelohn über die Erwerbsersatzordnung (EO). Die Kosten sind laut den Experten relativ gering. Falls 60 Prozent der Bevölkerung die App anwenden, koste der Lohnersatz bei den gegenwärtig geringen Fallzahlen rund 3 Millionen Franken pro Monat, 3000 Franken pro Quarantänefall.

An der bis Ende Juni laufenden Pilotphase werden sich maximal 15’000 Personen beteiligen. Die App wird von Mitarbeitenden der ETH in Lausanne und Zürich, von Armeeangehörigen, von Spitalpersonal sowie von Angestellten der eidgenössischen und der kantonalen Verwaltungen getestet. Für die Pilotphase wurden Arbeitnehmer ausgewählt, die regelmässig untereinander direkten Kontakt haben.

Bei der Anwendung der App werden keine personenbezogenen Daten zentral gespeichert. Die auf Smartphones installierte Applikation informiert ihre Nutzer, wenn sie Kontakt mit einer als infiziert gemeldeten Person hatten, die die App ebenfalls nutzt. Entscheidend ist, ob der Kontakt länger als 15 Minuten dauerte und die Distanz weniger als zwei Meter betrug.

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