Switzerland

Wenn ein Gerät Leben rettet

«Viele Leute im Dorf fragen mich, wie lebensrettende Massnahmen mit einem Defibrillator ablaufen», sagte Brigitta Frey, Präsidentin des Samaritervereins Wimmis. Zum dritten Mal lud der Verein deshalb die Bevölkerung zu einem zweistündigen Gratisinfoanlass ein, gewissermassen zu einer Kurzversion des Kurses BLS-AED (Basic Life Support – Automatisierter externer Defibrillator).

Dann kam der Defibrillator zum Einsatz, auf den alle Kursteilnehmer gewartet hatten. Sobald der kleine gelbe Kasten geöffnet und auf die Einschalttaste gedrückt war, übernahm eine ruhige Männerstimme auf Hochdeutsch das Kommando.

Die Stimme erklärt, wo die Elektroden angebracht werden müssen, zudem ist es auch noch bildlich gezeigt. Die Thoraxkompressionen werden fortgeführt, bis die Stimme verlangt, dass alle vom Patienten wegbleiben. Das Gerät misst dann und entscheidet, ob ein Elektroschock sinnvoll ist.

Was die AEDs machen

Ein Herz-Kreislauf-Stillstand ist fast immer durch einen vorausgehenden Herzinfarkt oder durch eine Herzrhythmusstörung bedingt. Erstreckt sich ein Flimmern auf die Herzkammern, ziehen sich diese nicht mehr zusammen. Das Blut im Herzmuskel wird nicht vorwärtsgepumpt, die Blutversorgung des Körpers und des Hirns fällt aus.

Durch einen dosierten elektrischen Stromstoss, die sogenannte Defibrillation, kann das lebensbedrohliche Kammerflimmern behoben und die Herztätigkeit wieder normalisiert werden.

Viele Gemeinden, Institutionen und Schwimmbäder haben einen jederzeit zugänglichen AED. Gemeldet müssen diese nicht werden. In Wimmis gibt es ein Gerät beim Bahnhhof und in der Schulanlage Chrümig.

Gekommen sind am 13. Februar dann trotzdem nur acht Personen, sieben Frauen und ein Mann. Darunter Nadia Müller, die bei der Batrec Industrie AG in der Betriebssanität ist, und Lisa Egli, Rekrutin der Feuerwehr Simmenfluh. «Es ist immer gut, Informationen zu erhalten und zu üben», sagte Lisa Egli. Die Informationen gab Samariter-Lehrer Dominic Weber.

«Rund 8000 Menschen in der Schweiz sind jährlich von einem plötzlichen vorzeitigen Kreislaufstillstand betroffen, bei denen Hilfe möglich wäre. Nur fünf Prozent überleben», sagte er. Nicht definiert ist, wie oft in diesen Fällen überhaupt jemand dabei ist, der helfend eingreifen könnte.

Dominic Weber begann mit der praktischen Übung ganz von vorn. Jemand liegt am Boden. Zuerst ruft man um Hilfe. Wenn die Person ansprechbar ist, ist das akuteste Problem gelöst. Ist sie bewusstlos, atmet aber, dreht man sie in Seitenlage.

Puppen nicht in Lebensgefahr

Sie drücken, eine Hand auf der andern, über dem Brustbein auf den Brustkorb. Wie schnell? «Für die älteren unter Euch hilft vielleicht ‹Stain’ Alive› von den Bee Gees, der Song gibt ungefähr den Rhythmus vor und passt auch irgendwie zum Thema», sagte Weber und spielte das Lied ab. So ein bisschen Disco­atmosphäre kam auf, die Übungspuppen namens Little Anne, auf deren Brustkorb im Takt gedrückt wurde, waren ja nicht in Lebensgefahr.

In den Reanimationsrichtlinien des Swiss Rescuitation Council heisst es, dass mindestens hundert Thoraxkompressionen pro Minute gemacht werden sollen. Wenn dazu beatmet wird, folgen auf dreissig Kompressionen zwei Beatmungsstösse. Es wurde schnell deutlich: die Thoraxkompressionen brauchen Kraft und Geschick.

Männer, sagte Brigitta Frey, seien nicht unbedingt im Vorteil, in ihrem Verein gebe es eine zarte Frau, die es ausgezeichnet mache. «Drücken, drücken, drücken» sei die wichtigste Massnahme zum Überleben, sagte Weber. Aufgehört werde erst, wenn die professionelle Rettung eintreffe.

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