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Wenig Steuern, teure Urlaubstage, chaotische Personalwechsel: Donald Trumps Amtszeit in 16 Zahlen

Vier Jahre US-Präsident Donald Trump (74). Vier Jahre voll launischer Tweets, teurer Ferientage, chaotischer Personalwechsel – aber auch Millionen neuer Jobs, Milliarden fürs Militär und wichtiger Richterernennungen. BLICK zeigt Trumps Amtszeit in Zahlen.

34 Tweets pro Tag

Twitter ist Trumps liebste Plattform. In diesem Jahr hat er bereits 10'101 Mal getwittert, wie Daten des «Trump Twitter Archive» zeigen (Stand: 20.10.2020). Das sind durchschnittlich 34 Tweets pro Tag! In den Jahren zuvor war er etwas weniger twitterfreudig: Im Jahr 2019 veröffentlichte er durchschnittlich 21 Tweets pro Tag, 2018 waren es 10, 2017 sogar nur 7 und 2016 – vor seiner Präsidentschaft – 12.

Ein Fünftel der Amis folgt Trump

Laut einer Erhebung des Pew Research Center folgt dem US-Präsidenten auf Twitter zwischen Winter 2018 und Sommer 2019 fast einer von fünf erwachsenen US-Amerikanern, die Twitter nutzen (19 Prozent). Was Trump nicht freuen dürfte: Seinem Vorgänger Barack Obama folgt zum gleichen Zeitpunkt mehr als ein Viertel aller erwachsenen Twitter-Nutzer in den USA (26 Prozent).

Der Präsident zahlte nur 750 US-Dollar Steuern

Der US-Präsident verweigert zwar seit Jahren Einblick in seine Steuererklärung, doch mittlerweile hatte die «New York Times» Einsicht. Die Unterlagen aus zwei Jahrzehnten zeigen: Mit Riesenverlusten bei seinen Hotels und Golfclubs hat Donald Trump die Steuerlast so weit gedrückt, dass er in den Jahren 2016 und 2017 lediglich 750 US-Dollar Einkommenssteuer auf Bundesebene zahlte. Von 18 untersuchten Jahren zahlte er in elf Jahren gar keine Einkommensteuer auf Bundesebene.

60 prominente Abgänge im Weissen Haus

Trump führte mehr Personalwechsel im Weissen Haus und Kabinetts-Umwälzungen durch als seine fünf Vorgänger in der ersten Amtszeit. Rund 60 prominente Abgänge im Kabinett, an der Spitze der Bundesbehörden und im Weissen Haus zählte die «New York Times» – viele davon unfreiwillig. Das sogenannte «A-Team» aus hochrangigen Beratern im Weissen Haus hat Trump laut einer «Brookings»-Analyse bis Anfang Oktober zu 91 Prozent ausgetauscht. Trumps Prozentsatz an Umwälzungen des «A-Teams» im ersten Amtsjahr (35 Prozent) ist fast viermal so hoch wie der von Obama (9 Prozent) und doppelt so hoch wie der von Reagan (17 Prozent).

Mehr als 20'000 Fake News

Donald Trump ist bekannt für seinen Zoff mit der Presse. «Fake News» unterstellt er kritischen Medien gern. Er selbst nimmt es mit der Wahrheit aber nicht so genau: Seit seinem Amtsantritt bis Ende August 2020 hatte der Präsident laut einer Zählung der «Washington Post» 22'247 falsche oder irreführende Behauptungen aufgestellt.

732 Milliarden US-Dollar fürs Militär

Niemand gibt mehr fürs Militär aus als die USA. Im Jahr 2019 waren es 732 Milliarden US-Dollar (Quelle: SIPRI). Gegenüber 2017 (610 Milliarden) und 2018 (649 Milliarden) wurden die Ausgaben erhöht, allerdings sind sie im Vergleich zu 2010 um 15 Prozent gesunken.

Trump ernannte fast einen Viertel aller aktiven Bundesrichter

Am 7. Juli 2020 waren in den USA 792 Bundesrichter aktiv. Donald Trump hat davon in seiner vierjährigen Amtszeit 194 ernannt (Quelle: Pew Research Center). Insbesondere setzte er weit mehr der mächtigen Berufungsrichter ein als fast jeder andere amtierende Präsident zum gleichen Zeitpunkt in seiner Amtszeit. Gerade ist Trump zudem dabei, mit Amy Barrett seinen dritten Richter für den neunköpfigen US Supreme Court einzusetzen.

4 von 10 US-Amerikanern geben Trump eine gute Note

Nur etwa ein Drittel der erwachsenen US-Amerikaner (32 Prozent, Quelle: PRRI) sieht sein Land in die richtige Richtung steuern. Aber aufgepasst: Vor der Wahl 2016 war sogar nur einer von vier Befragten der Meinung, dass die allgemeine Richtung gut ist. Weiter finden vier von zehn Amerikanern nach wie vor, dass Trump seinen Job gut macht. Die Schweiz hält deutlich weniger vom aktuellen US-Präsidenten – hierzulande ist nur noch Türkeis Präsident Erdogan unbeliebter.

1 von 3 Amerikanern glaubt nicht an eine faire Präsidentschaftswahl

Die Russland-Einmischungen 2016 und Trumps stete Zweifel an fairen Wahlen wirken sich offenbar negativ auf das Vertrauen in die Demokratie aus: Aktuelle Zahlen zeigen, dass nicht einmal einer von fünf der befragten, erwachsenen US-Amerikaner (18 Prozent, Quelle: PRRI) sehr zuversichtlich ist, dass die Wahl fair und korrekt ablaufen wird. Jeder Dritte (33 Prozent) gibt an, überhaupt nicht an eine faire Wahl zu glauben. Nur rund die Hälfte (49 Prozent) ist einigermassen zuversichtlich.

Mehr als 223'000 Corona-Tote

Die USA hatten bis Ende Oktober mehr als 8,4 Millionen Corona-Fälle und mehr als 223'000 Todesopfer zu beklagen. Damit sind die USA das weltweit am stärksten von der Pandemie betroffene Land in absoluten Zahlen. Aktuelle «PRRI»-Umfragedaten zeigen, dass viele erwachsene US-Amerikaner unzufrieden sind mit der Art und Weise, wie Trump die Corona-Pandemie gemeistert hat. Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten lehnen seinen Umgang mit der Pandemie ab.

Ausserdem vertrauen nur 14 Prozent der Befragten stark in Trumps Informationen und Ratschläge. Damit wird ihm im Vergleich zu anderen Informationsquellen wie der universitären Forschung, dem amerikanischen Chef-Virologen Anthony Fauci oder der WHO am wenigsten Vertrauen entgegengebracht. Joe Biden schneidet mit 28 Prozent deutlich besser ab.

Trump schuf 6,6 Millionen neue Jobs – und dann kam Corona

Unter Trump erreichte die Arbeitslosenquote den niedrigsten Stand seit einem halben Jahrhundert – im Februar 2020 lag sie nach Angaben der Behörden bei 3,5 Prozent. Allerdings sank die Arbeitslosenquote schon ab Ende 2010 kontinuierlich. In seinen ersten drei Amtsjahren hat Trump 6,6 Millionen neue Jobs in der Wirtschaft geschaffen, bei Obama waren es in einem vergleichbaren Zeitraum etwas mehr. Die Corona-Krise drückte dann die Bilanz: Sie führte zu einem steilen Anstieg der Arbeitslosenquote – im April lag sie kurzfristig bei 14,7 Prozent. Demnach haben mehr als 20 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verloren. Im September sank die Rate wieder auf 7,9 Prozent.

Unter Trump wuchs die Wirtschaft um 2,5 Prozent

Das Wirtschaftswachstum (BIP) in den ersten drei Amtsjahren von Trump betrug durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr (Quelle: Bureau of Economic Analysis). Damit liegt es leicht über dem Wachstum, das Obama in seinen letzten vier Amtsjahren erzielt hatte – 2,3 Prozent. Das Wirtschaftswachstum war allerdings auch schon viel grösser: Anfang der 50er-Jahre lag es beispielsweise bei mehr als zehn Prozent. Allerdings sorgte die Corona-Pandemie für den massivsten Einbruch seit Beginn der Aufzeichnungen. Im zweiten Quartal dieses Jahres schrumpfte die Wirtschaft um mehr als 30 Prozent. In der Schweiz ging das BIP im gleichen Zeitraum um 8,2 Prozent zurück.

Schon 2 Mal zu Besuch beim WEF in Davos

Donald Trump ist schon zwei Mal nach Davos ans «World Economic Forum» (WEF) gereist: 2018 und 2020. Das ist ein Rekord! Er ist der bisher einzige US-Präsident, der während seiner Amtszeit mehrmals am Treffen der globalen Führungs- und Wirtschaftselite teilnahm. Nach Bill Clinton im Jahr 2000 ist er erst der zweite amerikanische Staatschef überhaupt, der das WEF besucht hat.

Jeden 10. Tag verbrachte er in Mar-a-Lago

Die «New York Times» verfolgt Trumps Aufenthalte in seinen diversen Residenzen und Anwesen genau. Seine Golfresidenz Mar-a-Lago hat er in 1359 Amtstagen 135 Mal besucht. Im Schnitt hat er also jeden zehnten Tag dort verbracht. Sein «südliches Weisses Haus» in Florida gehört Trump seit 1985. Er kaufte es für fünf Millionen US-Dollar – weit unter seinem Marktwert. 35'000 Quadratmeter misst das Grundstück im spanischen Stil mit 118 Zimmern, Privatstrand, Pool, Spa, Tennis, Golf und Ballsälen.

Das Government Accountability Office versuchte 2017, die Kosten von Trumps Aufenthalten in Mar-a-Lago für den Steuerzahler zu ermitteln. In den vier Besuchen, die in die Berechnung einflossen, wurden etwa 13,6 Millionen US Dollar allein für Transport und Sicherheit von Trump ausgegeben, so die «New York Times». Das sind durchschnittlich mehr als drei Millionen pro Besuch. Die Rechnung dürfte noch höher ausgefallen sein, aber das Government Accountability Offic erhielt keine weiteren Daten. Gleichzeitig macht Trump offenbar kräftig Gewinn mit seinem Lieblingsort: Rund 16 Millionen verdient er jährlich am privaten Golfclub und an Räumen für Hochzeiten und Veranstaltungen.

Bis zu 8 Stunden TV – pro Tag

Laut einer Recherche der «New York Times» von 2017 verbringt der US-Präsident täglich zwischen vier und acht Stunden vor dem Fernseher. Dabei konsumiert er vor allem News auf «CNN», «Fox News» oder «MSNBC». Donald Trump war mit diesen Berechnungen so gar nicht einverstanden: «Eine weitere falsche Geschichte, diesmal in der Failing @nytimes, dass ich 4-8 Stunden am Tag fernsehe - Falsch! Außerdem schaue ich nur selten, wenn überhaupt, CNN oder MSNBC, die ich beide als Fake News betrachte», twitterte er im Dezember 2017.

Im September 2020 plauderte er dann bei einer Pressekonferenz aus: «Ich sehe mir einige der Shows an. Ich schaue Liz McDonald; sie ist fantastisch. Ich schaue Fox Business. Gestern Abend sah ich Lou Dobbs, gestern Abend Sean Hannity, gestern Abend Tucker und Laura. Morgens habe ich mir Fox and Friends angesehen.» Offenbar gehen da die Vorstellungen von «viel» weit auseinander.

Ein Vermögen von 2,5 Milliarden US-Dollar

Donald Trumps Vermögen beläuft sich laut «Forbes» aktuell auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Damit ist er zwar der bisher reichste US-Präsident, landet aber auf der Liste der reichsten Menschen Amerikas nur auf Platz 339. Grosse Teile seines Vermögens stecken in Immobilien in und um Manhattan, New York, wie «Forbes» berichtet. Dazu kommen Golfplätze, ein Weingut – und sein eigener Name, den er für viel Geld verkauft. (zbc)

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