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Weltweit über 64 600 Tote, Trump schwört USA auf harte Zeiten ein, die Zahl der Toten steigt in den USA erneut um mehr als 1200  – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus weltweit

Mehr als 64 600 Personen sind bisher nach einer Coronavirus-Infizierung gestorben, über 1 197 400 sind positiv auf das Virus getestet worden. Fast alle Länder der Welt sind betroffen.

Die neusten Entwicklungen

  • Der amerikanische Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten angesichts steigender Opferzahlen der Coronavirus-Epidemie auf harte Zeiten eingeschworen. Es werde in den nächsten zwei Wochen «viele Tote geben, leider», sagte Trump am Samstagabend (4.4. Ortszeit) im Weissen Haus. Die kommende und die darauffolgende Woche würden vermutlich die schlimmsten sein. Der Höhepunkt der Pandemie in den USA wird am 16. April erwartet – mit mehr als 2600 Toten an diesem Tag. New York ist nach wie vor besonders betroffen. Dort starben bisher über 3600 Menschen. 
  • In den USA ist die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 erneut um mehr als 1200 auf 8407 angestiegen. Mehr als 308 850 Menschen sind mit dem Coronavirus infiziert (Stand 4.4. Ortszeit). Damit sind die USA das am stärksten betroffene Land weltweit. 
  • Die US-Regierung will die Behandlungskosten für infizierte Bürger ohne Krankenversicherung übernehmen. Der Export knapper medizinischer Ausrüstung, wie Atemschutzmasken des Typs N95 und Operationshandschuhe, wird verboten. Wer in der Nähe von Präsident Donald Trump oder Vizepräsident Mike Pence erwartet wird, muss sich seit Freitag (3.4.) zuvor auf das Coronavirus testen lassen.
  • Die Uno-Vollversammlung hat ihre Sitzungspause bis Ende Mai verlängert. Bis dahin würden die Mitglieder nicht persönlich zu Sitzungen in New York zusammenkommen, teilte der Präsident der Vollversammlung, der Nigerianer Tijjani Muhammad Bande, am Freitag (Ortszeit) mit. Die Arbeit der Vollversammlung soll virtuell weiterlaufen. So verabschiedete das Gremium in der Nacht zum Freitag erstmals eine gemeinsame Resolution zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie in einem neuen, sogenannten stillen Verfahren: Alle Mitgliedsländer haben dabei drei Tage Zeit, um Widerspruch gegen eine Resolution einzulegen, die sie nicht unterstützen wollen. Keine Reaktion bedeutet Zustimmung. Auch der Uno-Sicherheitsrat tagt seit kurzem virtuell.
  • In Ecuadors Wirtschaftsmetropole Guayaquil liegen laut mehreren Medienberichten die Leichen von Covid-19-Patienten in den Strassen. Nun hat sich die Interamerikanische Menschenrechtskommission (Cidh) besorgt über den Umgang Ecuadors mit der Corona-Pandemie gezeigt. Zuletzt waren Tote in Guayaquil tagelang in Wohnungen liegen geblieben, die Leichenhallen der Spitäler waren überfüllt und selbst auf den Strassen der Hafenstadt wurden Leichen abgelegt.
  • Laut amerikanischen Geheimdiensten hat China die Welt über die wahren Zahlen der Infizierten und Toten getäuscht.  In einem Report an das Weisse Haus stützen sie diese Aussage auf die Beobachtung, dass sich Tausende von Urnen vor den Krematorien türmen – damit wäre die Zahl der Toten deutlich höher als bisher angegeben. Offiziell hatte China «nur» 3300 Tote zu beklagen. Diese Zahlen stehen auch im Gegensatz zu den viel höheren Raten in Europa und Amerika.
  • Der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns ist laut einer britischen Datenanalyse ein klarerer Indikator dafür, ob jemand an Covid-19 erkrankt ist, als Fieber. Forscher am King's College London haben Daten anhand einer Symptom-Tracker-App erhoben und die noch nicht begutachteten Ergebnisse online veröffentlicht. 1,5 Millionen Personen nutzten die App, knapp 60 Prozent der Personen, bei denen später eine Infektion festgestellt wurde, berichteten vom Verlust ihres Geruchs- und Geschmackssinns.

Die Entwicklungen in der Schweiz finden Sie hier.

Die Entwicklungen in Deutschland finden Sie hier.

Nachdem die Weltgesundheitsorganisation Europa nach China zum Epizentrum der Corona-Pandemie erklärt hatte, gehen die Zahlen der Neuinfizierungen nun langsam zurück. Dies nicht zuletzt auch aufgrund der starken Massnahmen, die fast alle Länder getroffen haben.

Diese zwei Länder sind derzeit am stärksten betroffen

Italien setzte die Flaggen diese Woche auf halbmast, um der vielen Toten zu gedenken. Die Zahl der Infizierten steht nun bei insgesamt rund 125 000. Insgesamt sind bisher 15 362 Personen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Darunter sind mindestens 120 Ärztinnen und Pflegende, die sich um infizierte Patienten gekümmert hatten. Italien hat die Ausgangssperre bis mindestens Mitte April verlängert. Dennoch besteht derzeit leise Hoffnung, weil die Zahl der Neuinfizierten in den vergangenen Tagen doch zurückgegangen ist – auch in der Lombardei, wo die Situation nach wie vor am schlimmsten ist.

In Spanien stabilisieren sich die Zahlen der Corona-Krise drei Wochen nach Beginn der strikten Ausgehsperre weiter. Die Zuwachsrate der Neuinfektionen ging bis Samstagmittag (4. 4.) erneut zurück und lag bei weniger als sechs Prozent. Insgesamt wurden rund 7000 neue Ansteckungen nachgewiesen, die Gesamtzahl belief sich am Sonntagmorgen (5.4.) auf mehr als 126 100. Auch die Zahl der Todesfälle ging zurück. Dennoch wurden innerhalb von 24 Stunden zum achten Mal in Folge mehr als 800 Tote verzeichnet. Die Gesamtzahl belief sich am Sonntagmorgen (5. 4.) auf 11 947. Der Ausnahmezustand mit seinen strengen Ausgangsbeschränkungen wird bis Ende April verlängert.

In Europa verzeichnen Italien und Spanien die meisten Fälle

Bestätigte Fälle des Coronavirus in europäischen Ländern, nach Status der Patienten (in Tausend)

020406080100120ItalienSpanienDeutschlandFrankreichGrossbritannienSchweizBelgienNiederlandeÖsterreichPortugalSchwedenNorwegenIrlandTschechienDänemarkPolenRumänienLuxemburgFinnlandGriechenlandSerbienIsland

Die Situation in unseren Nachbarländern

In Frankreich lag am Sonntagmorgen  (5. 4.) die Zahl der Todesopfer bei 7570, mehr als 90 848 sind infiziert. Innerhalb der EU ist Frankreich eines der vom Virus am stärksten betroffenen Länder. Seit dem 17. März gilt eine strenge Ausgangssperre, die bis zum 15. April verlängert wurde.

Frankreichs Innenminister warnt davor, während der Osterfeiertage zu verreisen. Christophe Castaner kündigte am Mittwoch (1. 4.) im Fernsehen für Freitag verstärkte Kontrollen an den Ausgangsorten für Ferienreisen an. Auch das Angebot an Zügen sei reduziert worden.

In Deutschland liegt die Zahl der Infizierten bei etwa 96 100 (5.4.) Die Zahl der Toten ist mit 1444  verhältnismässig niedrig. Mehr als 26 400 Menschen sind als genesen registriert. In verschiedenen Bundesländern gelten Ausgangsbeschränkungen. Seit dem 25. März gilt ein nationales Kontaktverbot ab 3 Personen.

Genaueres zur Situation in Deutschland erfahren Sie hier.

In Österreich liegt die Zahl der Infizierten bei etwa 11 700 Personen (Stand 5. 4.). 186 Menschen sind gestorben. Als genesen wurden über 2500 Personen registriert. Derzeit gilt in ganz Österreich eine Ausgangssperre. Der Gesundheitsminister gab jedoch bekannt, dass die Massnahmen Wirkung zeigten. In allen Bundesländern wachse die Zahl der Infizierten nur noch im einstelligen Prozentbereich.

In ganz Österreich müssen die Menschen beim Einkaufen eine Schutzmaske tragen. Die Massnahme tritt am 6. April in Kraft, die Masken sollen direkt vor den Supermärkten ausgegeben werden.

Die Situation in Grossbritannien und Irland

In Grossbritannien sind bisher 4320 Menschen gestorben (Sonntagmorgen 5.4.). Die Zahl der Infizierten stieg auf fast 42 500 an. Landesweit gilt eine Ausgangssperre.

Grossbritannien will seine Testkapazitäten verdoppeln. Bis Mitte April soll das Land in der Lage sein, 25 000 Tests täglich auszuwerten.

Premierminister Boris Johnson, der auch mit dem Coronavirus infiziert ist und mit milden Symptomen in Selbstisolation arbeitet, gerät bereits unter Druck: Kritiker werfen ihm zu spätes und zu zaghaftes Handeln in der Krise vor.

Auch in Irland steigt die Zahl der Infizierten, weshalb die Regierung bis 12. April eine Ausgangssperre verhängt und alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte geschlossen hat.

Die Situation in Osteuropa und Russland

Aus Russland werden rund 4731 Infizierte gemeldet. 43 Menschen sind bisher gestorben (4. 4.). Rund 300 Personen wurden als genesen registriert. Russland hat seine Grenzen geschlossen. Die Schulen sind zu, und mehrere Regionen sind unter Quarantäne gestellt. Die Regierung empfiehlt der Bevölkerung, sich auf eine nationale Ausgangssperre vorzubereiten.

Im Kriegsgebiet Luhansk im Osten der Ukraine haben die Behörden der Separatisten erstmals eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt. Internationale Hilfsorganisationen befürchten bei einer Ausbreitung des Coronavirus in dem Kriegsgebiet eine humanitäre Katastrophe.

In Polen hat die Regierung ein Dekret verabschiedet, das Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ohne Begleitung eines Erwachsenen mit einem Ausgangsverbot belegt. Das öffentliche Leben ist weitgehend eingestellt. Eine allgemeine, nationale Ausgangssperre gibt es nicht.

In Ungarn nutzt Ministerpräsident Viktor Orban die Corona-Krise, die er zunächst herunterspielte, um seine Macht auszubauen. Das ostmitteleuropäische Land steht bereits seit dem 11. März unter temporärem Notstandsrecht. Das Parlament hat ein Gesetz gebilligt, das es der Regierung erlaubt, für unbegrenzte Zeit per Dekret zu regieren. Die Gewaltenteilung wird faktisch ausgesetzt. Am Mittwoch (1. 4.) wurde bekannt, dass Orban auch den Bürgermeistern die Befugnisse entziehen will.

Die Situation in der Türkei

In der Türkei liegt die Gesamtzahl der offiziell erfassten Todesopfer bei 501 (4. 4.), die offizielle Zahl der Infizierten bei fast 24 000. Für Senioren ab 65 Jahren, chronisch Kranke und Unter-20-Jährige gilt ein Ausgangsverbot. Präsident Erdogan erklärte am Freitag (3. 4.) das Maskentragen an belebten Orten wie Märkten oder in Geschäften für verpflichtend. Ausserdem sollten in 31 Städten vorerst für 15 Tage Autos weder ein noch aus fahren dürfen.

Die Situation in Nordeuropa und Skandinavien

Dänemark könnte bereits Mitte April schrittweise von seinen strikten und früh ergriffenen Massnahmen abrücken. Wenn sich die positive Entwicklung fortsetze und die Dänen sich weiter so vernünftig verhielten, werde die Regierung das Land nach Ostern Schritt für Schritt wieder öffnen, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen Ende März.

Die Niederlande haben die verhängten Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Epidemie bis zum 28. April verlängert. Ursprünglich hätten die Massnahmen bis zum 6. April gelten sollen. Die Zahl der Infizierten betrug am Samstag (4. 4.) 16 725, über 1650 Personen sind verstorben.

Die Situation auf dem Balkan

Obwohl die Fallzahlen noch immer tief sind im Vergleich zu den westeuropäischen Epizentren, breitet sich das Virus mittlerweile auch im Südosten des Kontinents rasant aus. In fast allen Staaten gelten mittlerweile weitreichend Ausgangsbeschränkungen.

In Griechenland versucht die Regierung mit strengen Ausgangsbeschränkungen und teils happigen Bussgeldern die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Um Osterausflüge zu unterbinden, will die Regierung die Mautstationen auf den Autobahnen schliessen. Die dramatisch überfüllten Migrantenlager auf den ostägäischen Inseln, insbesondere Moria aus Lesbos, wurden abgeriegelt, um Infektionsfälle zu verhindern. Allerdings können so auch keine Helfer zu den Flüchtlingen gelangen. In einem Migrantenlager nördlich von Athen sind über 20 Personen infiziert. Zudem liegt ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Piräus, auf dem Dutzende Passagiere und Crew-Mitglieder infiziert sind.

Besonders strikte Massnahmen gelten auch in Albanien mit einer Ausgangssperre, die für 16 Stunden pro Tag gilt. Rentner müssen ganz daheim bleiben. Einkaufen gehen darf man nur alleine für eine Stunde und auch nur, wenn man sich bei einer App registriert.

In Bulgarien soll der Ausnahmezustand bis Mitte Mai verlängert werden.

In Serbien dürfen Personen über 65 Jahren gar nicht mehr auf die Strasse.

In allen Ländern blickt man mit grosser Sorge auf die Gesundheitssysteme. Zwar verfügt beispielsweise Bulgarien über viele Spitalbetten und Rumänien gehört bei der Anzahl Intensivbetten zu den Spitzenreitern in der EU. Schwieriger wird es bei der Ausrüstung beispielsweise mit Beatmungsgeräten, und vor allem beim Personal. Denn kein Sektor in der Region, ob es EU-Staaten wie Griechenland oder Länder wie Serbien sind, ist derart stark von der seit Jahren andauernden Abwanderung von Fachkräften betroffen wie der medizinische. Das kleine Kroatien hat seit dem EU-Beitritt 2013 rund 570 Ärzte durch Emigration verloren.

Der EU wiederum ist die Charmeoffensive Chinas, das den Balkan schon länger als Brückenkopf nach Europa betrachtet, ein Dorn im Auge. So entsandte Peking jüngst sechs medizinische Fachkräfte nach Belgrad, woraufhin der serbische Präsident Aleksandar Vucic bei deren Empfang am Flughafen die chinesische Nationalfahne küsste. Zuvor hatte Serbiens Präsident die EU für deren mangelnde Solidarität kritisiert.

Das Coronavirus beherrscht Europa

Nationale Regelungen

Das Coronavirus beherrscht Europa - Nationale Regelungen

Die Vereinigten Staaten zählen nun mehr Corona-Infizierte als China, Italien oder Spanien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht deshalb von der Gefahr eines neuen Epizentrums der Pandemie. Die Zahl der Infizierten beträgt mehr als  278 450 (Stand 4. 4.). Mindestens 7152 Menschen sind am Virus gestorben.

In den USA sind derzeit rund 200 000 Menschen am Virus erkrankt

Bestätigte Coronavirus-Fälle in den USA, nach Status der Patienten (in Tausend)

Nachdem die Regierung Trump die Bedrohung zunächst heruntergespielt hat, ergreift sie zunehmend einschneidendere Massnahmen. Es gilt ein Einreiseverbot für Personen aus China, Iran und Europa. Die Grenzen zu Mexiko und Kanada sind für den Personenverkehr vorübergehend geschlossen.

In den Gliedstaaten New York, Washington und Kalifornien sowie in New Jersey, Virginia, Maryland, Ohio, Delaware und Louisiana gelten Ausgangssperren. Damit unterliegt nun etwa die Hälfte der rund 330 Millionen Amerikaner Ausgangsbeschränkungen. In der Hauptstadt Washington bleiben alle nicht essenziellen Geschäfte einen Monat lang geschlossen; Treffen von mehr als 10 Personen sind verboten. Texas stellt alle Personen, die aus besonders stark betroffenen Gliedstaaten einreisen, unter Quarantäne.

Alle Bewegungen des amerikanischen Militärs im Ausland sind bis fast Ende Mai gestoppt. Damit soll verhindert werden, dass das Virus nach Hause gebracht wird und sich unter den Armeeangehörigen verteilt.

Diese Region ist derzeit am stärksten betroffen

Der Gliedstaat New York ist derzeit das Zentrum der Epidemie in Amerika. Bisher wurden fast 114 000 Menschen positiv getestet. Rund 3565 Personen sind dem Virus zum Opfer gefallen (Stand 4.4.). Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, gestand Ende März Versäumnisse ein. Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des Virus forderte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio die Bevölkerung am Freitag (3. 4.) zum Tragen von Mundschutz auf.

Wie sich das Virus in den USA ausbreitet

Verteilung der Coronavirus-Fälle nach Bezirk (County)

So gestaltet sich die Situation im Land

Präsident Donald Trumps Berater im Kampf gegen das Coronavirus, der Immunologe Anthony Fauci, rechnet mit bis zu 200 000 Toten.

Trump will trotz der Coronavirus-Pandemie nicht an dem Termin für die Präsidentschaftswahl am 3. November rütteln. Dies sagte er am Freitagabend (3.4.) im Weissen Haus in Washington auf die Frage eines Journalisten.

Kalifornien will wegen der Corona-Krise vorzeitig bis zu 3500 Häftlinge aus den Gefängnissen entlassen. Nach Mitteilung der Gefängnisbehörde am Dienstag (31. 3.) haben sich nachweislich vier Insassen und 25 Angestellte infiziert. Zur Entlastung der Anstalten wolle man unter anderem Inhaftierte mit geringen Reststrafen auf Bewährung freilassen. Ausgenommen seien Gefangene, die wegen Gewaltverbrechen, häuslicher Gewalt oder Sexualstraftaten einsässen. Mit mehr als 120 000 Insassen sind die Gefängnisse in dem Westküstenstaat stark überfüllt.

Das Virus hat einschneidende Folgen für die Wirtschaft. Am Donnerstag (2. 4) wurde ein weiterer, dramatischer Rekord an Arbeitslosen vermeldet. Über 6,6 Millionen Menschen haben in der vergangenen Woche Anträge auf Unterstützung eingereicht – doppelt so viele wie in der Woche zuvor. Dies war bereits ein präzedenzloser Rekord. Der bisherige Höchststand stammt aus dem Jahr 1982 mit knapp 700 000 Anträgen in einer Woche.

Zwei Verstorbene in einem mobilen Leichenschauhaus, das aus Platzmangel ausserhalb des Brooklyn Hospital Center in Brooklyn, New York, eingerichtet worden ist.

Zwei Verstorbene in einem mobilen Leichenschauhaus, das aus Platzmangel ausserhalb des Brooklyn Hospital Center in Brooklyn, New York, eingerichtet worden ist.

Justin Lane / EPA

In Kanada wurde das Coronavirus aufgrund der besseren Testmöglichkeiten etwas früher in der Bevölkerung festgestellt als in Lateinamerika. Dort registrieren die Länder erst nach und nach Infizierte. Im weltweiten Vergleich ist insbesondere Lateinamerika gleichwohl erst am Anfang der Epidemie.

Diese Regionen sind derzeit am stärksten betroffen

In Kanada ist die Zahl der Infizierten auf knapp 13 000 gestiegen (4. 4.). 214 Menschen sind am Virus gestorben, während rund 2000 Personen als genesen registriert sind. Die Regierung hat ein Einreiseverbot für Ausländer erlassen und alle Kanadier im Ausland zur sofortigen Heimreise aufgefordert. Heimkehrer sollen sich in freiwillige Isolation begeben. Abstand zu halten, ist für viele Ureinwohner im Norden Kanadas, die eng zusammen in grossen Familienverbänden leben, unmöglich. Viele von ihnen wollen nun in Jagd- oder Fischerhütten in der Wildnis ziehen, wo Social Distancing möglich ist. Die Regierung hilft den Ureinwohnern des Landes mit 2,6 Millionen kanadischen Dollar dabei.

In Brasilien ist die Zahl der Covid-19-Fälle auf über 9000 gestiegen (3. 4.). 359 Personen sind am Virus gestorben. Brasilien hat die Grenze zu zehn Nachbarländern geschlossen. Ausländer, die nicht ständig in Brasilien lebten, dürfen nicht mehr einreisen. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Infizierten rasch ansteigen könnte, wenn das Virus die dichtbevölkerten Favelas erreicht. Derweil ziehen sich mehrere Gruppen brasilianischer Ureinwohner freiwillig in die Isolation in den Regenwald zurück. Nur Angehörige des jeweiligen Dorfes dürfen das Gebiet noch betreten.

Ein brasilianisches Gericht untersagt es Präsident Jair Bolsonaro, Empfehlungen gegen Ausgangsbeschränkungen zu verbreiten, die einzelne Gliedstaaten verhängt haben. Bolsonaro hatte sich zuvor gegen die Isolation der Bevölkerung durch verschiedene Gouverneure ausgesprochen. «Es tut mir leid, manche Leute werden sterben, so ist das Leben», sagte Bolsonaro im Fernsehen. Am Freitag (3.4.Ortszeit) empfahl Bolsonaro einen nationalen Tag des Fastens und des Gebets, um das Land «vom Übel des Coronavirus zu befreien». 

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Fast alle Länder sind betroffen. Mehrere Länder in Mittelamerika haben Einreiseverbote erlassen, darunter Kuba. Einheimische dürfen dort nicht mehr ausreisen. Haiti, Panama, Kolumbien, El Salvador und Honduras haben Ausgangssperren verhängt. In Panama dürfen seit dem 1. April Männer und Frauen nicht mehr am selben Tag ihre Häuser verlassen. Nach wochenlangem Zögern hat auch die mexikanische Regierung den Bürgern geraten, auf soziale Kontakte zu verzichten. Präsident Andres Manuel Lopez Obrador hat am Samstag  (4.4.) ein zehn Milliarden Dollar-Hilfspaket zru Ankurbelung der mexikanischen Wirtschaft angekündigt.

China war ursprünglich das Epizentrum des Coronavirus, auch andere Länder Asiens verzeichneten früh erste Fälle. Der Schwerpunkt hat sich jedoch westwärts verschoben. Viele Länder haben früh reagiert und zum Teil ganze Städte abgeriegelt. Trotz positiven Meldungen aus der jüngsten Zeit ist die Krise noch nicht ausgestanden.

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

In China gibt es laut der Gesundheitsbehörde 19 neue bestätigte Covid-19-Fälle (Stand 4.4.), darunter eine neue Infektion in der zentralen Provinz Hubei. Von den neuen Fällen betrafen 18 Reisende, die aus dem Ausland ankamen, teilte die Behörde mit. Noch immer ist China das Land in Asien, welches am stärksten von der Corona-Krise betroffen ist. Die Gesamtzahl der Infektionen auf dem chinesischen Festland beläuft sich den Behörden zufolge nun auf 82 511. Zudem seien vier neue Todesfälle gemeldet worden, so dass die Zahl der Toten auf 3326 anstieg. China meldet 1541 Infizierte ohne Symptome.

Nach zunehmender Kritik hat das Land angekündigt, die Zählweise zur Erfassung seiner Infizierten zu ändern. Seit Mittwoch (1. 4.) werden asymptomatische Fälle auch in der täglichen Statistik der Neuinfektionen aufgeführt. Seit Wochen gibt es in der Volksrepublik laut offiziellen Angaben kaum noch inländische Infektionen. Dafür meldet China täglich mehrere Dutzend sogenannter importierter Fälle. Peking verschärfte am Mittwoch die Reisebedingungen abermals. Jede Person, die von einer innerchinesischen Reise in die Hauptstadt zurückkehrt, muss für zwei Wochen in Quarantäne.

In vielen Provinzen sind fast alle Patienten genesen

Zahl der Fälle des Coronavirus in verschiedenen Provinzen Chinas, nach Status der Patienten*

In vielen Provinzen sind fast alle Patienten genesen - Zahl der Fälle des Coronavirus in verschiedenen Provinzen Chinas, nach Status der Patienten*

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Südkorea verlängert seine am Montag (6.4.) auslaufenden Massnahmen zum sozialen Abstandhalten um zwei weitere Wochen. Gesundheitsminister Park Neung-hoo sagte, es sei zu früh, um sich zu beruhigen. Er verwies auf die jüngste Zunahme von importierten Coronavirus-Fällen. Dies habe die Regierung dazu veranlasst, die Wiedereröffnung von Schulen in der nächsten Woche abzusagen. Erst wenn die Zahl der Neuinfektionen auf 50 oder weniger zurück gehe werde eine stabile Behandlung der Patienten, ohne grossen Druck auf das Gesundheitssystem möglich sein.

Die Zahl der Neuinfektionen in Südkorea ist seit einigen Tagen auf unter 100 gefallen. Bisher sind dort 10 156 Menschen positiv getestet worden, 177 sind gestorben (4.4.) Sorgen bereiten den Behörden nach wie vor lokale Häufungen von Infektionen sowie eine zunehmende Zahl «importierter» Fälle.

In Japan sind die Fallzahlen relativ niedrig, allerdings lässt das Gesundheitsministerium nur wenig testen. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Erstmals wurden in Tokio an einem Tag mehr als 100 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, wie japanische Medien am Samstag (4.4.) berichteten. Damit zählt die japanische Hauptstadt bereits mehr als 890 Infektionsfälle. Mit den inzwischen täglich steigenden Zahlen nehme zugleich der Druck auf Ministerpräsident Shinzo Abe zu, möglicherweise den Ausnahmezustand auszurufen, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern, hiess es. Das Land schottet sich immer weiter ab. Reisende aus den USA, China und den meisten europäischen Ländern dürfen nicht mehr einreisen, ebenso Bürger aus Australien, Südkorea und südostasiatischen Ländern. In der Hauptstadt Tokio gilt eine Art «weicher Lockdown», das heisst, Einwohner werden gebeten – und nicht gezwungen –, zu Hause zu bleiben.

In Indien hat Premierminister Modi am 24. März eine komplette Ausgangssperre angeordnet, die während 21 Tagen Bestand haben soll. Die Zahl der Fälle war bis dahin niedrig gewesen – was auch damit zusammenhängt, dass nur wenige Tests durchgeführt werden. Auch andere südasiatische Länder, darunter Pakistan, haben Ausgangssperren angeordnet.

In anderen Teilen Asiens ist die Bewegungsfreiheit nach wie vor eingeschränkt. Taiwan, Indonesien, Vietnam, Hongkong, Macau, Singapur, Malaysia und Thailand haben Einreisebeschränkungen und teilweise Ausgangssperren erlassen. Wer in Singapur gegen die Regeln des Social Distancing verstösst, muss Bussen von bis zu 7000 Dollar zahlen, bis zu sechs Monate im Gefängnis sitzen – oder beides. Ab der nächsten Woche schliesst Singapur alle Schulen und die meisten Arbeitsstätten. Die Zahl der Infizierten war am Freitag wieder auf 65 gestiegen, 6 Menschen sind gestorben.  In Hongkong wurden Versammlungen mit mehr als vier Personen untersagt.

Iran verzeichnete seit Februar eine rasch steigende Anzahl an Corona-Fällen und entwickelte sich damit nach China zu einem der am stärksten betroffenen Länder weltweit. Schiitische Pilger trugen das Virus auch in Nachbarländer wie den Irak, Bahrain und Kuwait, die daher mit starken Abschottungsmassnahmen reagierten. Saudiarabien rief dazu auf, Pilgerreisen nach Mekka und Medina zu unterlassen.

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

Iran verzeichnet noch immer die meisten Corona-Fälle in der Region. Zurzeit sind rund 55 700 Menschen positiv getestet worden,  rund 3450 Menschen sind gestorben (Stand 4. 4). Rund 18 000 Personen sind als genesen registriert. Nachdem die Regierung zunächst nur sehr zögerlich reagiert hat, gilt im Land ein Reiseverbot. Mehrere Nachbarländer haben Hilfe geschickt, sogar regionale Rivalen wie die Vereinigten Arabischen Emirate. Nur die USA halten trotz internationalen Appellen zur Lockerung der Sanktionen an ihrem harten Kurs gegenüber Teheran fest.

Zahl der Genesenen in Iran steigt

Bestätigte Coronavirus-Fälle in Iran, nach Status der Patienten (in Tausend)

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Die meisten Länder der Region, abgesehen von Iran, sind bis heute nur moderat von der Pandemie betroffen, doch steigt fast überall die Zahl der Infizierten und Opfer – teilweise rasant. Einige Länder wie Israel oder Libanon beschlossen früh strenge Massnahmen, andere wie die Türkei zogen erst später nach. Es gelten überall mehr oder weniger scharfe Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Israel bittet seine Bevölkerung, in der Öffentlichkeit Schutzmasken zu tragen. Beim israelischen Gesundheitsminister und bei dessen Frau wurde das Coronavirus festgestellt. Der 71-jährige Yaakov Litzman war zuletzt regelmässig an der Seite von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu für Updates zum Coronavirus erschienen (2. 4.). Netanyahu wurde am Montag negativ auf das Virus getestet.

Syrien hat am 23. 3. seinen ersten Corona-Fall gemeldet, den ersten Toten eine Woche später. Das Gesundheitssystem ist nach neun Jahren Bürgerkrieg in einem katastrophalen Zustand. Bei einem Ausbruch der Seuche wird mit verheerenden Folgen gerechnet. Besonders in der letzten Rebellenbastion Idlib, wo drei Millionen Menschen unter prekären Bedingungen leben, sind die wenigen noch funktionieren Spitäler schon jetzt völlig überlastet.

In Afghanistan fehlt es an Material und Betten, um Kranke zu versorgen. Die Regierung rechnet in dem Land, dessen Gesundheitssystem nach Jahrzehnten des Krieges in einem schlechten Zustand ist, mit Zehntausenden von Toten und geht davon aus, dass sich insgesamt 80 Prozent der Bevölkerung anstecken werden. Fast 200 000 Afghanen sind aus Iran zurückgekehrt – nur wenige hundert wurden getestet.

Aufgrund der unterschiedlichen und meist schlechten Testmöglichkeiten in Afrika ist die Zahl der offiziell registrierten Corona-Fälle im weltweiten Vergleich niedrig. Da die meisten afrikanischen Länder über schlecht ausgebaute Gesundheitssysteme verfügen, wird befürchtet, dass sich eine weitere Ausbreitung des Virus auf dem Kontinent verheerend auswirken könnte.

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

Zurzeit meldet Südafrika mit rund 1500 Infizierten die höchste Zahl an offiziell registrierten Corona-Fällen in Afrika. 9 Menschen sind am Virus gestorben, fast 100 gelten als genesen. Das Land hat eine Ausgangssperre verhängt und den Notstand ausgerufen. Zahlreiche Geschäfte sind geschlossen. Die Einwohner dürfen ihre Häuser nur noch zum Einkaufen oder für Arztbesuche verlassen.

Südafrika verweigert Ausländern aus Risikoländern zudem ein Visum bzw. hat für mehrere Länder eine Visumspflicht erlassen. Südafrikaner, die ein Risikoland besucht haben, werden bei der Rückkehr in ihre Heimat unter Quarantäne gestellt.

Armeeangehörige und Polizisten bei einem Routine-Check in Johannesburg, Südafrika: Dieser Fahrer missachtete die Ausgangssperre.

Armeeangehörige und Polizisten bei einem Routine-Check in Johannesburg, Südafrika: Dieser Fahrer missachtete die Ausgangssperre.

Jerome Delay / AP

So gestaltet sich die allgemeine Situation auf dem Kontinent

Die Regierung in Ägypten hat allen mit hohen Strafen gedroht, die in sozialen Netzwerken «Falschnachrichten und Gerüchte» über die Ausbreitung des Coronavirus verbreiten. Marokko hat den Notstand ausgerufen.

Auch afrikanische Staaten, die bis anhin nur wenig vom Virus betroffen sind, haben strenge Massnahmen erlassen. Kenya hat Einreisen aus Risikogebieten für Ausländer ausgesetzt. Schulen und Universitäten wurden geschlossen.

Zu den Ländern, die ebenfalls Reisebeschränkungen erlassen oder Schulen geschlossen haben, gehören unter anderen Senegal, Madagaskar, Ghana, Namibia, Botswana, Djibouti und Tansania. In Burkina Faso gilt eine Ausgangssperre.

Australien und Ozeanien sind im weltweiten Vergleich weniger von der Corona-Krise betroffen. Dennoch haben auch die Länder dieser Region Massnahmen im Kampf gegen das Virus erlassen. Überall gelten Einreisebeschränkungen oder -verbote.

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

Australien meldet mit rund 5300 am meisten Infizierte in der Region. 28 Menschen sind bisher am Virus gestorben, während 649 als genesen registriert sind. Bei Reisen zwischen den verschiedenen Gliedstaaten sind Vorschriften für eine 14-tägige Quarantäne eingeführt worden. Die Australier müssen zu Hause bleiben. Man darf nur zur Arbeit, für dringende Einkäufe, für ärztliche Behandlungen oder zum Sport aus dem Haus – und dann höchstens zu zweit. Strände, Parks, Restaurants, Pubs, Sportstudios und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Versammlungen sind untersagt. Die Zahl der Menschen bei Hochzeiten und Beerdigungen wurde auf fünf bis zehn Personen beschränkt. Wer gegen die Regelungen verstösst, muss mit Geldstrafen zwischen 1000 und 11 000 Dollar oder sechs Monaten Haft rechnen.

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Auch nach Neuseeland dürfen Ausländer nicht mehr einreisen. Bars, Cafés und Geschäfte für den nicht dringend notwendigen Bedarf müssen schliessen. Supermärkte bleiben geöffnet. Die Schulen sind geschlossen, ebenso die Grenzen. Kreuzfahrtschiffe dürfen nicht mehr anlegen. Seit Mittwoch (25. 3.) gelten der Notstand und eine Ausgangssperre. Das Land registriert bis anhin rund 870 Infektionen und einen Todesfall (1. 4). In Neuseeland sitzen laut Angaben deutscher Behörden noch 12 000 deutsche Touristen fest, die vor der Schliessung der Grenzen nicht mehr ausreisen konnten.

Fidschi und andere Inselstaaten im Südpazifik haben internationale Flüge gestrichen und weisen Kreuzfahrtschiffe ab.

Staaten wie Taiwan, Vietnam, Hongkong und Singapur haben trotz der Nähe zu China weniger Coronavirus-Fälle als ihre Nachbarn. Dies hat damit zu tun, dass diese Länder vorbereitet waren.

Asien erlebte in den vergangenen zwei Jahrzehnten drei grössere Epidemien: Sars in den Jahren 2002 und 2003, die Schweinegrippe (H1N1) in den Jahren 2009 und 2010 und Mers im Jahr 2015. Viele Länder Asiens modernisierten ihre Aktionspläne für solche Epidemien, investierten in die Forschung und tauschten sich untereinander aus. Die Lehre aus ihren Erfahrungen war, dass schon früh starke Einschränkungen getroffen werden müssen.

Entscheidend dürften in all den Ländern also vor allem jene Massnahmen gewesen sein, mit denen die Virusübertragungsrate reduziert wurde. Dazu zählen Schulschliessungen, das Tragen von Schutzmasken und systematische Hygienemassnahmen in öffentlichen Verkehrsmitteln, kurz: Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Etliche Länder haben zur Bekämpfung des Virus Massnahmen ergriffen, die zum Erliegen unzähliger Wirtschaftszweige führen. Besonders an dieser Krise ist, dass sie das ganze Spektrum unternehmerischer Aktivitäten trifft: von der Luftfahrtindustrie über die Tourismusbranche bis hin zu den kleinen Firmen und Selbständigen – sie alle spüren die finanziellen Einbussen.

Bereits jetzt steckt die Weltwirtschaft laut dem Internationalen Währungsfonds (IMF) in einer Rezession, die gleich oder gar schlimmer ist als bei der Finanzkrise 2008/09. Dieser Einschätzung schliessen sich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und zahlreiche Prognose-Institute an. Wie verheerend die ökonomischen Folgen genau werden, hängt davon ab, wie lange der Kampf gegen das Virus noch weitergehen wird.

Viele Notenbanken haben ihre Leitzinsen drastisch reduziert und auch die übrigen geldpolitischen Instrumente praktisch voll ausgeschöpft, um die Kredite zu verbilligen sowie Investitionen und Konsum anzukurbeln. Die Regierungen vieler Länder versprechen betroffenen Unternehmen Soforthilfe, in einigen Ländern erhalten die Bürger zudem direkt einen bestimmten Geldbetrag zur freien Verwendung. Die G-20, die Gruppe der 20 führenden Wirtschaftsmächte, will die Weltwirtschaft zunächst mit insgesamt 5 Billionen Dollar stützen.

Einige EU-Mitgliedsländer schlagen zudem die Ausgabe von Euro-Bonds, den sogenannten Corona-Bonds, zur Bewältigung der Krise vor. Hochverschuldete Staaten könnten auf diesem Weg zu erheblich günstigeren Konditionen frisches Geld von Investoren erhalten. Denn die Bonität der Gemeinschaftsanleihen wäre deutlich besser, wenn zum Beispiel wirtschaftlich starke Länder wie Deutschland mithaften würden. Italien, Spanien, Frankreich und andere Staaten fordern diese Bonds vehement, während sich Deutschland, die Niederlande, Österreich und andere sperren. Da sich die Staats- und Regierungschefs nicht einigen konnten, soll die Euro-Gruppe neue Vorschläge bezüglich Corona-Bonds erarbeiten. Der Vorsitzende Mario Centeno hat deren Präsentation für den 7. April angekündigt.

Das Coronavirus hat auch die Börsen weltweit fest im Griff. Die Aktienmärkte rutschen weiter ab, die Unsicherheit der Anleger und die Volatilität der Kurse sind so hoch wie schon lange nicht mehr.

Weltweit wurden zahlreiche Grossveranstaltungen abgesagt oder verschoben. Dazu gehören die Olympischen Sommerspiele, die Fussball-Europameisterschaft, der Eurovision Song Contest sowie zahlreiche andere Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich.

Die Entwicklungen im Sport finden Sie hier.

Anfang Januar 2020 teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Experten gehen davon aus, dass sich bereits im November die ersten Personen infiziert haben könnten.

Seinen Ursprung soll das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan haben. Dort soll es von einer noch nicht identifizierten Tierart auf den Menschen übergesprungen sein. Die am engsten mit ihm verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sein könnten.

Wie sich das Coronavirus weltweit ausgebreitet hat

Zum Zeitpunkt Erkrankte (ohne Geheilte/Tote) pro Land oder chinesische Provinz

Der renommierte amerikanische Infektiologe Anthony Fauci rechnet damit, dass das Coronavirus in Zukunft immer wieder saisonal auftreten könnte. Deshalb brauche es dringend einen Impfstoff. Dessen Entwicklung teilt sich grob in drei Phasen auf: Forschung, klinische Phase und die Zulassungsprüfung. Zusammen dauern diese gewöhnlich mindestens zehn Jahre.

Beim Impfstoff gegen Sars-CoV-2 profitieren die Forscher aber von Arbeiten, die im Rahmen der Entwicklung von Sars- und Mers-Impfstoffen erfolgt sind. Da diese Viren viel Ähnlichkeit mit dem neuen Erreger haben, hoffen Experten, dass sich die Entwicklungszeit deutlich reduzieren lässt, im besten Fall auf etwa ein Jahr. Tatsächlich stehen die ersten Impfstoffe in verschiedenen Ländern bereits am Anfang der klinischen Phase.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom «neuartigen Coronavirus».

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen «Sars-CoV-2» (severe acute respiratory syndrome coronavirus 2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde «Covid-19» (coronavirus disease 2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Mitarbeit: mbe., wej., toc., ran., kus., ni., slz., koe., gam., nyf., gaf., bso., esb., kkl., nbe., tsm., amü., lat., ela., koa., nth., joe., cke. ful., nad., ebl., lat., wde., fma., mit Agenturmaterial

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