Switzerland

Weitere 25 Millionen Franken: Die UBS verlängert ihr Sponsoring an der Universität Zürich

Nach einer 100-Millionen-Spende der UBS im Jahr 2012 geriet die Universität Zürich unter Beschuss. Seither hat sich vieles verändert. Die Kritik dürfte aber nicht verstummen.

Die Universität Zürich, hier ein Bild aus dem Hauptgebäude an der Rämistrasse, kriegt einen weiteren grosszügigen Zustupf der UBS.

Die Universität Zürich, hier ein Bild aus dem Hauptgebäude an der Rämistrasse, kriegt einen weiteren grosszügigen Zustupf der UBS.

Alessandro Della Bella/Keystone

Vor acht Jahren hing ein riesiges Transparent an der Fassade des Hauptgebäudes der Universität Zürich. «Verkauft: Uni Züri an UBS», prangte in roten und schwarzen Lettern darauf. «Aktionspreis 100 Mio. CHF». Angebracht hatte es eine Gruppe von Jungsozialisten. Sie protestierten damit gegen einen Vertrag, welche die Grossbank anlässlich ihres 150-Jahr-Jubiläums mit der Hochschule abgeschlossen hatte. Mit dem Geldbetrag wurde ein Forschungszentrum am Departement für Volkswirtschaftslehre finanziert.

Mit ihrer Kritik waren die Juso nicht alleine. Einige Monate später veröffentlichten 27 Professoren und Autoren einen Appell für die Wahrung der wissenschaftlichen Freiheit. Für die Erstunterzeichner stand fest: Eine staatliche Universität dürfe mit Institutionen, die in der Öffentlichkeit mit Skandalen und unethischem Verhalten assoziiert werden, weder eine Kooperation noch ein Sponsoring eingehen, heisst es in dem Aufruf. «Dies schadet dem wissenschaftlichen Ruf aller Universitäten.»

25 Millionen bis 2032

Am Donnerstag hat die Universität nun bekanntgegeben, dass die UBS ihr Sponsoring um zehn weitere Jahre bis 2032 verlängert. Dazu stellt die Bank weitere 25 Millionen Franken zur Verfügung. Das erneute Engagement sei ein klares Bekenntnis zum Bildungs- und Wissenschaftsstandort Schweiz, lässt sich CEO Sergio Ermotti in der Medienmitteilung zitieren.

Gabriele Siegert, Rektorin ad interim der Universität Zürich, betont, wie bedeutend das UBS-Center für den Erfolg des Departements für Volkswirtschaft sei. Die Universität Zürich gehöre im Bereich Ökonomie mittlerweile zu den besten Adressen in Europa, heisst es in der Mitteilung. Tatsächlich hat die UZH im kürzlich veröffentlichten Global Ranking of Academic Subjects, das 54 Fächer von insgesamt mehr als 4000 Hochschulen vergleicht, in der Disziplin «Economics» mit dem 34. Rang ein Spitzenergebnis erreicht.

Vertrag wird veröffentlicht

Im Jahr 2012 hatte vor allem für Kritik gesorgt, dass die Universität die Verträge mit der Bank zunächst unter Verschluss hielt. Erst als zwei Journalisten der «WOZ» und der Schweizer Ausgabe der «Zeit» die Veröffentlichung mit Hilfe des Öffentlichkeitsgesetzes durchgesetzt hatten, wurden Details bekannt.

Der Vertrag sieht vor, dass die Professoren und Assistenten am UBS-Center «Aktivitäten in Lehre und Forschung autonom durchführen» können. Allerdings solle die Bank auch in «vernünftiger Weise profitieren», indem die gesponserten Forscher an Anlässen des Forschungszentrums und dem «UBS International Economic Forum» teilnehmen. Die Idee, in der Universität einen Hörsaal nach der Bank zu benennen, sorgte für rote Köpfe, war aber bald vom Tisch.

Laut Joachim Voth, Professor am Departement für Volkswirtschaften und Wissenschaftlicher Direktor des UBS-Centers, sind die Vertragsbedingungen für die nächsten zehn Jahre im Grossen und Ganzen identisch geblieben. «Das Geld wird zu den gleichen Bedingungen vergeben wie bisher», sagt Voth auf Anfrage. Der Vertrag werde zudem veröffentlicht – wie das an der Universität seit einiger Zeit Standard sei.

Mehr Transparenz

Seit dem Beginn des Sponsorings hat sich an der Universität tatsächlich einiges bewegt. Angestossen durch die laute Kritik am Vertrag mit der UBS, sind seit letztem Frühling die Finanzierungen durch Drittmittel für alle einsehbar. Auf der sogenannten «Transparenzliste» stehen alle akquirierten Beträge, welche die 100 000-Franken-Grenze übersteigen. Der damalige Rektor, Michael Hengartner, begründete den Entscheid folgendermassen: Einerseits sei man der Gesellschaft gegenüber zur Offenheit verpflichtet. Andererseits könne man damit zeigen, wie viele Firmen, Stiftungen und Einzelpersonen dazu bereit seien, die UZH zu unterstützen.

In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung der Drittmittel für Forschung und Lehre stetig zugenommen. Die Gelder sind weit stärker gewachsen als die Beträge von Bund und Kanton. Lag ihr Anteil am Gesamtumsatz im Jahr 2010 noch bei 17 Prozent, stieg er bis ins Jahr 2019 auf 22 Prozent.

So wird die Universität Zürich finanziert

in Millionen

0200400600Kanton Zürich (43%)Fördergelder und Drittmittel (22%)übrige Grundfinanzierung (21%)Erträge Dienstleistungen und Betrieb (13%)Finanzertrag (1%)

Die grundsätzliche Kritik an der privaten Finanzierung wird wegen der gestiegenen Relevanz und der verstärkten Transparenz kaum verstummen. Von verschiedenen Seiten wird moniert, dass am akademischen Ethos geritzt wird, wenn ein Unternehmen einer öffentlich finanzierten Universität Millionenbeträge zur Verfügung stellt. Die Unabhängigkeit der Forschung könne nicht gewährleistet werden – auch nicht, wenn sie vertraglich zugesichert sei. Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter würden unbewusst beeinflusst von den Interessen der Geldgeber.

Befürworter der privaten Sponsoren wiederum geben zu bedenken, dass auch die Finanzierung aus der Staatskasse keine Unabhängigkeit garantiere. Würde man auf andere Geldquellen verzichten, hätte man im internationalen Konkurrenzkampf kaum eine Chance. Das hätte negative Folgen für die Rankings und Spitzenforscher könnten kaum noch angeworben werden. Ohnehin sei die moderne Wissenschaft ohne solche Mittel kaum mehr zu finanzieren.

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