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Wegen Venezuela-Krise: USA verhängen Sanktionen gegen Tochtergesellschaft des russischen Ölkonzerns Rosneft – und weitere Wirtschaftsmeldungen

(dpa) Im Machtkampf in Venezuela haben die USA Sanktionen gegen eine Tochtergesellschaft des russischen Ölkonzerns Rosneft verhängt. Die Gesellschaft Rosneft Trading habe dem Regime von Venezuelas sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro geholfen, Sanktionen der USA zu umgehen, sagte ein ranghoher Regierungsmitarbeiter am Dienstag in Washington.

Das Rosneft-Logo abgebildet auf einem Schutzhelm.

Das Rosneft-Logo abgebildet auf einem Schutzhelm.

Maxim Shemetov / Reuters

Auf der Sanktionsliste steht einer Mitteilung des amerikanischen Finanzministeriums zufolge auch der Vizepräsident von Rosneft, Didier Casimiro, der Rosneft Trading vorsteht. Mit den Strafmassnahmen werden unter anderem Vermögenswerte von Rosneft Trading und Casimiro in den USA eingefroren. An der Moskauer Börse rutschten die international gehandelten Aktien von Rosneft nach Bekanntwerden der Sanktionen ins Minus.

Rosneft Trading gehört zu dem grössten Ölkonzerns Russlands, der massiv in das Ölgeschäft in Venezuela investiert hat. Geführt wird Rosneft von Igor Setschin, einem Vertrauten von Staatschef Wladimir Putin. Rosneft Trading wurde gegründet, um Auslandsgeschäfte zu übernehmen.

Die USA und viele weitere Verbündete wollen Maduro zum Rückzug bewegen und haben stattdessen Juan Guaidó anerkannt. Russland dagegen steht im Machtkampf in dem südamerikanischen Land fest an der Seite Maduros.

Osram-Chef Olaf Berlien (l.) und Verwaltungsratspräsident Frank Lakerveld (r.) an der Generalversammlung.

Osram-Chef Olaf Berlien (l.) und Verwaltungsratspräsident  Frank Lakerveld (r.) an der Generalversammlung. 

Lukas Barth-Tuttas / EPA

(dpa)

Die Osram-Spitze hat sich bei der Hauptversammlung des Konzerns teils deutliche Kritik an der Übernahme durch AMS aus Österreich anhören müssen.

«Ihr Name wird immer mit der Zerschlagung von Osram verbunden sein», sagte ein Aktionär am Dienstag unter Beifall zum Vorstandsvorsitzenden Olaf Berlien. Andere forderten, eine Zerschlagung des Traditionsunternehmens zu verhindern, oder fragten, ob der geplante Zusammenschluss mit AMS nicht «auf Augenhöhe» geschehen könne.

Die Osram-Spitze hat dagegen immer wieder versichert, dass es sich um einen Zusammenschluss auf Augenhöhe handle. Berlien betonte vor der Hauptversammlung, dass die Stimmung mit AMS und dessen Vorstandsvorsitzendem Alexander Everke, mit dem er inzwischen per Du sei, gut sei. «Alex hat mir eine SMS geschickt, heute Morgen», erzählte er.

Berlien verteidigte die Übernahme durch AMS auch grundsätzlich. «Die Geschäftslogik hinter dem Zusammenschluss ist richtig», sagte er und betonte: «Die Lichter gehen bei Osram nicht aus.» Gemeinsam habe man eine gute Perspektive.

Bei der Entlastung des Vorstands machte sich die Kritik der einzelnen Aktionäre nicht bemerkbar. Alle Mitglieder erhielten die Entlastung mit Werten von mehr als 98 Prozent. Allein am neuen Grossaktionär AMS kann das noch nicht gelegen haben: Da das Übernahmeangebot aus dem Dezember noch nicht vollzogen ist, halten die Österreicher bisher nur knapp 20 Prozent an AMS, was auf der Hauptversammlung rund 40 Prozent des anwesenden Kapitals entsprach.

Zudem teilte Osram am Dienstag mit, dass das Unternehmen mit seinem Sparprogramm schneller als gedacht vorankomme und dessen Ziele um 80 auf 300 Millionen pro Jahr anhebe. Der Wert soll 2022 erreicht werden. Ob dies mit einem weiteren Stellenabbau einhergeht, blieb zunächst offen. Insgesamt erwartet Osram-Chef Berlien im laufenden Jahr eine leicht sinkende Belegschaftsgrösse.

(dpa) Der Widerstand gegen den jüngsten Vorschlag für den milliardenschweren Haushaltsplan der EU hält ungebrochen an. Das neue Papier von EU-Ratschef Charles Michel bleibe sowohl hinter den Erwartungen des Europaparlaments als auch hinter den Erwartungen der europäischen Bürger zurück, sagte der Fraktionschef der konservativen EVP, Manfred Weber, am Dienstag nach einem Treffen zwischen Michel und Vertretern des Parlaments. Dem Entwurf fehle es an Ambitionen und die Prioritäten der EU liessen sich damit nicht umsetzen.

Auch die Vorsitzende der Sozialdemokraten im Europaparlament, Iratxe García, äusserte nach dem Treffen deutliche Bedenken: «Wir werden nicht akzeptieren, dass es bei diesen Verhandlungen Gewinner und Verlierer gibt.» Die vier grössten Fraktionen seien sich darin einig, dass jeder Vorschlag, der nicht die nötigen Massnahmen für die Bürger vorsehe, abgelehnt werde.

Bereits am Montag hatten die EU-Staaten den jüngsten Michel-Vorschlag in aller Deutlichkeit zurückgewiesen. Minister aus den 27 Ländern forderten bei der ersten Debatte über das neue Kompromisspapier Nachbesserungen.

Michel hatte am Freitag einen Mehrjährigen Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 vorgelegt, der gut eine Billion Euro für die nächste Finanzperiode vorsieht. Dafür sollten die EU-Staaten 1,074 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in die EU-Kasse einzahlen. Das Parlament hatte wiederholt 1,3 Prozent gefordert. Am Donnerstag kommen die EU-Staats- und Regierungschefs wegen des Haushalts zu einem Sondergipfel nach Brüssel.

(dpa) Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hofft auf die Zustimmung der EU-Kommission für die geplante Übernahme des Bombardier-Zuggeschäfts durch den Hersteller Alstom. Die Position der EU-Kommission und der meisten EU-Staaten mit Blick auf das Wettbewerbsrecht habe sich weiterentwickelt, sagte Le Maire am Dienstag nach einem Gespräch mit der zuständigen EU-Kommissarin Margrethe Vestager in Brüssel. Vestager hielt sich vorerst bedeckt. Branchenexperten warnen vor Wettbewerbsnachteilen vor allem für kleinere Anbieter von Schienenverkehr. Bombardier hat mehrere Werke in Deutschland, Alstom betreibt sein grösstes Werk in Deutschland. Beide beschäftigen hierzulande zusammen mehr als 9000 Mitarbeiter.