Switzerland

Wegen Corona: Grossandrang überlastet Homelearning-Plattform

Christof Müller ist ausgebildeter Lehrer und Informatiker. Als er vor einigen Jahren auf der Suche nach einer einfachen Plattform, um mit seinen Schülern Links und Unterrichtsmaterial zu teilen, nicht fündig wurde, programmierte er kurzerhand selber eine. «Das war der Anfang des Projekts Schule am Bildschirm, kurz Schabi», erzählt Müller 20 Minuten.

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Nach und nach hat er die Webseite weiterentwickelt. «Wenn ich merkte, dass wir für den Unterricht am Bildschirm ein Tool brauchen konnten, das es noch nicht gab, habe ich es programmiert.» Über Jahre hinweg sei das ein «sehr zeitintensives Hobby gewesen», sagt Müller.

Plattform entwickelt sich weiter

Als immer mehr Lehrpersonen sich für Schabi.ch zu interessieren begannen, machte Müller die Plattform anderen Lehrern zugänglich. 2016 führte er eine Lizenz ein, um für den ganzen Aufwand etwas zu verdienen. Vor zwei Jahren gründete Müller die «Schule am Bildschirm GmbH». Seither entwickelt er die Plattform als Ein-Mann-Unternehmen weiter – gemeinsam mit den Nutzern. «Wer eine Idee hat, teilt mir diese mit und sobald ich Kapazitäten habe, erweitere ich die Homepage um das entsprechende Tool.»

Als am 16. März alle Schulen geschlossen wurden, mussten sich plötzlich Tausende Lehrer in der ganzen Schweiz mit Fragen beschäftigen, für die Müller schon während Jahren Lösungen erarbeitet hatte. Wie mache ich Unterricht, wenn meine Schüler nicht im Klassenzimmer, sondern zu Hause am PC sitzen? Wie kommen sie an die Materialien? Wir überprüfe ich die Aufgaben? Funktioniert auch Teamteaching online?

Nutzerzahl verdoppelte sich auf einen Schlag

«Seit die Schulen geschlossen sind, hat sich die tägliche Nutzerzahl meiner Webseite verdoppelt», sagt Müller: Rund 100’000 Nutzer würden heute jeden Tag auf Schabi.ch zugreifen. Das ist eine Herausforderung – für Müller, aber auch für seine Server und Programme.

«Wir erhalten jeden Tag so viele Support-Anfragen, dass ich temporär jemanden einstellen musste, um alles abzuarbeiten.» Aufgrund des Ansturms würden seit ein paar Tagen auch nicht mehr alle Tools einwandfrei funktionieren: «Die Dokumentenablage spinnt gerade, da ist aufgrund der vielen Nutzer ein Programmierungsfehler aufgetaucht, den ich noch nicht beheben konnte.» Müller arbeite mit Hochdruck daran, dass möglichst bald wieder alles einwandfrei läuft.

Bis es so weit ist, bittet er interessierten Lehrpersonen darum, sich noch ein wenig zu gedulden: «Wenn jetzt noch mehr Nutzer und Anfragen dazukommen, werden die Systeme noch stärker in Anspruch genommen und es wird schwieriger, das Problem zu lösen.»

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