Switzerland

Warnung vor Anschlägen mit Biowaffen nach Corona-Pandemie

In einer Stellungnahme des Europarats-Ausschusses für Terrorbekämpfung warnten die Experten vor der Gefahr von  Bioterrorismus. Die Corona-Pandemie hätte gezeigt, welche Schäden den Menschen und der Wirtschaft durch Virusinfektionen entstehen können. Sie fordern eine verstärkte und koordinierte Antwort der europäischen Staaten auf diese Bedrohung.

(dpa)

Sicherheitsexperten des Europarats haben vor der Gefahr von Terroranschlägen mit Biowaffen im Zuge der Corona-Pandemie gewarnt. «Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, wie verwundbar moderne Gesellschaften durch Virusinfektionen und ihr Erschütterungs-Potenzial sind», zitieren die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) aus einer Stellungnahme des Europarats-Ausschusses für Terrorbekämpfung. Es gebe keinen Grund zu der Annahme, dass terroristische Gruppen diese Lektion aus der Corona-Pandemie vergessen würden. Alle Länder seien dafür anfällig: «Der Schaden ist schnell und potenziell global.»

Der Ausschuss, in dem Sicherheitsfachleute der Europarats-Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, warnte vor den Gefahren von Bioterrorismus nach den Erfahrungen mit der Corona-Pandemie.

Der Ausschuss, in dem Sicherheitsfachleute der Europarats-Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, warnte vor den Gefahren von Bioterrorismus nach den Erfahrungen mit der Corona-Pandemie.

Olivier Hoslet / EPA

Deutsche Sicherheitsbehörden haben den Angaben zufolge bisher aber keine Hinweise auf entsprechende Anschlagsvorbereitungen. Der Europarat hat seinen Sitz im französischen Strassburg und kümmert sich um die Einhaltung und Umsetzung der Menschenrechte.

In der Stellungnahme heisst es dem Bericht zufolge weiter, die absichtliche Verwendung eines Krankheitserregers oder eines anderen biologischen Wirkstoffs durch Terroristen «kann sich als äusserst wirksam erweisen». Der Schaden für Menschen und Wirtschaft könnte weitaus grösser sein als bei «traditionellen» Terroranschlägen, Gesellschaften würden über längere Zeiträume gelähmt, Angst verbreitet und Misstrauen weit über die unmittelbar betroffenen Gemeinschaften gesät.

Die Experten fordern eine verstärkte und koordinierte Antwort der europäischen Staaten auf diese Bedrohung. Der Ausschuss, in dem Sicherheitsfachleute der Europarats-Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, plädiert auch dafür, die Bekämpfung biologischer Angriffe in Übungen zu trainieren.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz erklärte auf Anfrage der Funke-Zeitungen, bisher seien in Deutschland «keine konkreten oder abstrakten Tatplanungen» oder «ernsthafte Ideen oder Gedankenspiele zu bioterroristischen Aktivitäten» festgestellt worden. Im «eher unwahrscheinlichen Fall» eines solchen Anschlags dürfte am wahrscheinlichsten die Terrormiliz Islamische Staat oder Al-Kaida dahinter stehen, hiess es.

Anfang April hatte bereits UN-Generalsekretär António Guterres gesagt, er sehe eine steigende Gefahr künftiger Angriffe durch Bioterroristen mit dem Ziel einer Pandemie wie der gegenwärtigen.

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