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Wahlen in Weissrussland: Viele Bürger klagen über massive Internetprobleme

Seit 25 Jahren ist in Weissrussland Präsident Alexander Lukaschenko an der Macht. Heute könnte sich das ändern. Doch der Regierung scheinen alle Mittel Recht, um Proteste gegen möglichen Wahlbetrug zu unterbinden.

Wahlen in Weissrussland: Ein Teenager hilft am Sonntag, 9.8., einem Veteranen dabei, seinen Stimmzettel in die Urne zu geben. Während die Opposition zu friedlichen Protesten gegen möglichen Wahlbetrug aufgerufen hat, setzt die Regierung alles daran, diese zu verhindern.

Wahlen in Weissrussland: Ein Teenager hilft am Sonntag, 9.8., einem Veteranen dabei, seinen Stimmzettel in die Urne zu geben. Während die Opposition zu friedlichen Protesten gegen möglichen Wahlbetrug aufgerufen hat, setzt die Regierung alles daran, diese zu verhindern.

Sergei Grits / AP

(dpa) Bei der Präsidentenwahl in Weissrussland beklagen Bürger, Regierungsgegner und Medien massive Internet-Probleme. Die Opposition warnen seit Tagen vor einer völligen Abschaltung. Die Behörden wollten so verhindern, dass sich eine Protestbewegung gegen Präsident Alexander Lukaschenko und Wahlfälschungen organisiert, hiess es. Der 65-Jährige, der in Minsk bereits seit mehr als einem Vierteljahrhundert an der Macht ist, strebt eine sechste Amtszeit an..

Die Bewegung «Ein Land zum Leben» von Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja veröffentlichte am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram Augenzeugenberichte über Wahlfälschungen und Manipulationen der Wahlbeteiligung. Für Internetnutzer gab es auch Anleitungen, wie sie sich im Fall von Netzsperren verhalten sollten. Viele regierungskritische Portale waren gar nicht mehr aufrufbar. Selbst Korrespondenten russischer Staatsmedien beklagten, dass nichts mehr funktioniere.

«Es funktioniert kein Youtube, kein Skype, keine Mail und keine Messenger», schrieb etwa die Chefredakteurin des russischen Auslandsfernsehsenders RT, Margarita Simonjan, bei Telegram. Der Nachrichtenkanal funktioniere noch mit Einschränkungen. Allerdings könnten Videos und Fotos nicht mehr hochgeladen werden. «So ist es in ganz Belarus», notierte sie. Das schrieben auch viele andere Nutzer.

Lukaschenko gilt Kritikern als «letzter Diktator Europas». Er hat damit gedroht, notfalls die Armee einzusetzen. In sozialen Netzwerken waren Fotos zu sehen von Militärfahrzeugen an den Zufahrten zur Hauptstadt Minsk. Die Opposition hat zu friedlichen Protesten gegen die Wahlfälschung von Sonntagabend an aufgerufen. Es werde erwartet, dass diese Tage dauern könnten, hiess es. Für Demonstranten gab es Handlungsanleitungen – mit Uhrzeiten und Ortschaften bis hin zu Hinweisen für passendes Schuhwerk und ausreichend Verpflegung.

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