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Vorsicht bei Telefon-Aktiendeals

Mit grossen Versprechen offerieren Telefonverkäufer Aktien von Privatfirmen – ohne Transparenz und mit viel Risiko.

Klingt zu schön, um… : Seriöse Anbieter würden nie per Telefonverkauf Aktien anbieten. Foto: Getty Images

Immer wieder hört man, dass Telefonverkäufer versuchen, Privaten Aktien von irgendwelchen Firmen zu verkaufen. Warum unterstellt die Finanzmarktaufsicht solche Geschäfte nicht ihrer Aufsicht? Schliesslich handelt es sich hierbei doch um das Einwerben von Geld und keineswegs um seriöse Anlageempfehlungen. Solche dubiosen Aktivitäten gehören verboten. C.Z.

Ich gebe Ihnen recht, dass einige Firmen mit wenig seriösen Methoden und oft auch auf ziemlich aggressive Weise versuchen, Kleininvestoren für riskante Privatanlagen zu gewinnen. Meist erfolgen diese Angebote via Telefon, wo hartnäckige Verkäufer das Blaue vom Himmel versprechen und den naiven Sparern hohe Gewinnchancen in Aussicht stellen.

Immer wieder habe ich Anfragen von Lesern, die solche Angebote bekommen haben und sich ernsthaft überlegen, ihren Sparbatzen in völlig unbekannte Einzelfirmen zu investieren, ohne dass die Sparer irgendwelche Sicherheiten hätten.

Ich weise die Kleininvestoren immer darauf hin, dass wenn sie Aktien von privat gehaltenen und an keiner Börse kotierten Einzelunternehmen kaufen, sie sehr hohe Risiken eingehen und den gesamten Kapitaleinsatz verlieren könnten. Denn für die Aktien haftet lediglich die Firma, in die man investiert, mit ihrem Kapital. Wenn diese in Konkurs geht, ist das Geld weg. Als Aktionär muss man sein Geld in den meisten Fällen abschreiben, oder es gibt nach Jahren vielleicht noch eine kleine Konkursdividende.

Auch punkto Transparenz sehen solche Investments schlecht aus. Die smarten Telefonverkäufer liefern interessierten Kunden zwar meist Hochglanzprospekte und Business-Pläne von den empfohlenen Firmen, was allerdings nichts aussagt über den wahren Wert der Unternehmen und deren Aktien.

Meist wird auch ein angeblich aktueller Kurs genannt, womit die potenziellen Investoren annehmen, dass dieser ähnlich zustande kommt wie bei einem an der Börse gehandelten Unternehmen, was Unsinn ist. Die Bewertungen sind oft illusorisch – ebenso wie die Business-Pläne, die meist viel zu optimistisch sind und die hohen Risiken gerne ausblenden.

Tatsache ist indes, dass man als Kleinanleger bei einem Investment in Einzelfirmen, die an keiner Börse kotiert sind, sich nur schwerlich ein tatsächliches Bild über den Zustand einer Firma machen kann. In der Regel sind diese Papiere nach einem Erwerb nur wieder schwer zu verkaufen.

Oft höre ich auch, dass den Anlegern versprochen wird, dass die Firma bald den Gang an eine Börse plant und man zufälligerweise noch das Glück habe, sich vor dem Börsengang günstig mit Aktien einzudecken. Das ist alles nur Bluff – der Börsengang dieser Firmen wird nie stattfinden.

Privatanlagen sind als Anlageklasse generell riskant. Eine solche sollte man nur breit diversifiziert und über seriöse Anbieter wie Banken, Fondsfirmen oder von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht regulierte Finanzfirmen und Asset Manager tätigen. Einzelengagements kommen aus meiner Sicht für Privatanleger ohnehin nicht infrage, da die Risiken viel zu hoch sind.

Ihre Frage, ob man solche Geschäfte der Finma unterstellen sollte, finde ich interessant. Allerdings zweifle ich offen gesagt, ob das viel bringt. Seriöse Anbieter sind ohnehin der Finma unterstellt. Schlaumeier hingegen, die mittels unlauterer Methoden anderen das Geld aus dem Sack zu ziehen versuchen, werden immer wieder einen Weg finden, um andere über den Tisch zu ziehen.

Am meisten bringen wahrscheinlich Aufklärung der Anleger und die Erkenntnis, dass die Aussichten auf angeblich hohe Renditen und Kursgewinne immer mit hohen bis sehr hohen Risiken verbunden sind. Seriöse Anbieter würden nie per Telefonverkauf Aktien anbieten.

Man kann es nicht oft genug sagen: Bei Leuten, die einem per Telefon angeblich lukrative Aktien andrehen möchten oder in Hochglanzprospekten Traumrenditen bei angeblich geringen Risiken versprechen, gilt es meines Erachtens nur etwas zu tun: Telefon aufhängen – Finger weg – Abstand halten.