Switzerland

Vorsicht Abzocke: Staatswohnungen zu Schleuderpreisen im Netz

Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis? [email protected] Story

Betrüger bieten Mietwohnungen von Immobilien Basel-Stadt zum Verkauf an. Die Basler Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Fake-Inseraten.

Auf mehreren Immobilienportalen war dieser Tage ein verlockend günstiger «Wohntraum in der Basler Altstadt» oder ein «historisches Zweiparteienhaus im romantischen St. Alban-Tal» zum Schnäppchenpreis im Angebot. Die Wohnungen waren für Preise weit unter dem Marktwert ausgeschrieben. Pikant: Es handelt sich dabei um Liegenschaften aus dem Besitz des Kantons.

Umfrage

Haben Online-Betrüger auch schon ihr Glück bei Ihnen versucht?

Doch bei den traumhaft günstigen Angeboten handelt es sich um Fake-Inserate, berichtete das Regionaljournal von SRF am Montag. Betrüger hätten Annoncen ausgeschriebener Mietwohnunge in der Basler Innenstadt kopiert und daraus Kaufangebote gemacht. «Wir haben umgehend reagiert und Anzeige erstattet», erklärte Rolf Borner, Chef der Abteilung Immobilien Basel-Stadt, gegenüber SRF.

Jeden Monat 100 Fake-Inserate

Trotz der raschen Reaktion, sei die Hoffnung aber gering, die Täter zu erwischen, sagt Peter Gill, Kriminalkommissär der Staatsanwaltschaft. «Die Täter halten sich praktisch immer im Ausland auf. Sie fälschen Mail-Accounts und IP-Adressen. Sobald Geld überwiesen ist, lösen sie diese Adressen wieder auf. Darum kommt man an die Täter kaum heran», so Gill.

Die gefakten Inserate seien auch auf der Immobilienseite Comparis aufgetaucht. Das Portal listet auch Angebote von anderen Immobilienplattformen. Trotz Bemühungen, dass möglichst keine falschen Inserate auf der Plattform erscheinen würden, müsse Comparis jeden Monat etwa hundert gefälschte Inserate löschen, erklärte Mediensprecherin Andrea Auer.

Schlechte Rechtschreibung und auffällige Preise

Alle Beteiligten rufen Konsumenten dazu auf, sich auf verdächtige Hinweise zu achten. Einiger der Merkmale, dass man auf ein Fake-Inserat gestossen ist, seien zu Beispiel Deutschfehler, Miet- oder Kaufpreise, die tiefer als üblich sind und dass vor der Besichtigung eine Anzahlung verlangt werde.

Denn darauf haben es die Betrüger abgesehen. Mit tiefen Preisen wollen sie möglichst viele Interessenten ködern, von denen sie dann für eine Besichtigung eine Anzahlung verlangen. Ist das Geld einmal überwiesen, löst sich das Angebot in Luft auf. Wer auf die Masche reinfällt, hat kaum Chancen, sein Geld je wieder zu sehen. Es ist unklar, wo die Betrüger tatsächlich sitzen. Oftmals benutzen sie sogenannte Money Mules, das sind Personen, die gegen Provision ihr Konto für Transaktionen zur Verfügung stellen.

(mhu)

Die neusten Leser-Kommentare