Switzerland

Vorfahren weltberühmter Juden liegen im Surbtal begraben

Solomon R. Guggenheim, der Gründer des Guggenheim-Museums in New York, William Wyler, Regisseur des Filmklassikers «Ben Hur» oder der weltberühmte Komponist Ernest Bloch: Sie alle stammten aus dem Surbtal. Davon zeugen die Inschriften der 2737 Gräber auf dem ältesten jüdischen Friedhof der Schweiz, der zwischen Lengnau und Endingen liegt

Noch vor 100 Jahren drohte dem Friedhof der Zerfall. Denn in Endingen und Lengnau ansässigen jüdischen Gemeinden fehlten die finanziellen Mittel, um den 1750 gegründeten Friedhof zu retten. Eine Gruppe Männer tat sich deshalb zusammen und gründete den Verein zur Erhaltung der Synagogen und des Friedhofs Endingen-Lengnau, um das einzigartige Kulturgut für künftige Generationen zu erhalten.

Zum diesjährigen Jubiläum hat der Verein die historische Festschrift «In weiser Voraussicht gegründet» heraus- gegeben, heisst es in einer Medienmitteilung.

Die beiden Surbtaler Dörfer waren ab dem 17. Jahrhundert die einzigen Ortschaften in der Schweiz, in denen sich Juden niederlassen durften. Bis 1750 begruben die Juden ihre To­- ten auf dem «Judenäule», einer Insel im Rhein bei Koblenz. «Ein Hochwasser hat die Insel damals vermutlich überflutet», sagt Nicole Dreyfus. Die Juden mussten deshalb einen neuen Ort für ihren Friedhof suchen.

Zwischen Lengnau und Endingen durften sie dafür 40 Gul­-den oder umgerechnet 60'000 Franken Land erwerben. Nicole Dreyfus, eine Zürcher Journalistin und Historikerin mit Surbtaler Wurzeln, recherchierte zusammen mit Roy Oppenheim monatelang in Archiven, um der Geschichte dieses traditionsreichen Vereins nachzuspüren.

Heute, 270 Jahre später, sind einzelne Grabsteine längst in Baumstämme eingewachsen, andere zerfallen. Nach wie vor finden auf dem Friedhof Beerdigungen statt. Seit 100 Jahren unterhält und inventarisiert der Verein, der 208 Mitglieder im In- und Ausland zählt, die über 2000 Gräber und kümmert sich um die Instandhaltung beider Synagogen im Surbtal.

Mit der Herausgabe des jüngsten Werks erzählen Nicole Dreyfus und Roy Oppenheim erstmals die Geschichte dieses jüdischen Friedhofs und geben jenen Menschen eine Stimme, die diesen einzigartigen Ort geprägt haben.

Bedeutsamer Fund lag in einer Kiste

In seinen Recherchen stiess das Autorenteam auf zahlreiche Persönlichkeiten, die den Verein und seine Arbeit geprägt hatten. Beispielsweise Florence Guggenheim-Grünberg, eine Zürcher Apothekerin. «Sie bewirkte viel für den Verein – und war die einzige Frau unter zahlreichen Männern, auf die wir in den Quellen gestossen sind», sagt Nicole Dreyfus.

Sie habe sich zu einer fachkundigen Historiografin der jüdischen Geschichte des Surbtals entwickelt. So hielt sie auf Schallplatten Tonaufnahmen des typischen jiddischen Dialekts aus dem Surbtal fest oder dokumentierte zusammen mit einem Fotografen sämtliche Grabsteine des Friedhofs.

Teil des Werks von Dreyfus und Oppenheim ist die Geschichte des bedeutsamen Fundes der 250 Thorawimpeln, auch Mappes genannt – darunter die Mappe des Stammvaters der in den USA zu Ruhm und Reichtum gelangten Familie Guggenheim.

Die gewaschenen Beschneidungstücher, die um Toras gewickelt werden, lagen über Jahrzehnte gereinigt und in einer Kiste in der Lengnauer Synagoge. Einige davon sind heute in Tel Aviv und im Jüdischen Museum der Schweiz in Basel archiviert, andere befinden sich im jüdischen Altersheim Margoa in Lengnau. Im Buch zu Wort kommen auch die heutigen Vereinsmitglieder: «Wir wollten von den heutigen Mitgliedern wissen, was dieser Verein und letztendlich auch das Surbtal für sie bedeute.»

Es sei bemerkenswert, wie viele 30- bis 40-jährige Mitglieder der Verein habe. «Obwohl sie in der ganzen Schweiz verteilt sind, fühlen sie sich aufgrund der Tradition und ihrer Familie immer noch stark mit dem Surbtal verbunden. Für viele sind 250 Jahre Familiengeschichte prägend und stiften Identität.»

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