Switzerland

Vorentscheid fürs SP-Präsidium fällt im Wallis

Eine Vakanz in der Walliser Kantonsregierung bringt Mathias Reynard in die Zwickmühle. Zieht er sich aus dem Rennen um das SP-Präsidium zurück, hätte das Duo Meyer/Wermuth faktisch freie Bahn.

Wars das bereits für ihre Kandidatur? Die Nationalräte Mathias Reynard und Priska Seiler Graf.

Wars das bereits für ihre Kandidatur? Die Nationalräte Mathias Reynard und Priska Seiler Graf.

Foto: Samuel Golay (Keystone)

Spät und unerwartet haben Priska Seiler Graf und Mathias Reynard im Januar ihre gemeinsame Kandidatur für das SP-Präsidium bekannt geben. Womöglich nimmt sich das Duo nun frühzeitig und ebenso unerwartet wieder aus dem Rennen.

Reynard erwägt nämlich eine Kandidatur für die Walliser Kantonsregierung, wie die Westschweizer Zeitung «Le Temps» berichtet. Fällt Reynards Entscheid positiv aus, müsste er seine Ambitionen auf das Parteipräsidium wohl begraben. Die beiden Funktionen sind kaum vereinbar. Damit wären Mattea Meyer und Cédric Wermuth wohl als neue SP-Spitze gesetzt.

«Der Druck nimmt stetig zu»

Grund für die unerwartete Zitterpartie im Kampf um das Parteipräsidium der SP Schweiz ist die Ausgangslage im Wallis. Nach zwölf Jahren im Staatsrat verabschiedet sich SP-Frau Esther Waeber-Kalbermatten im April 2021 aus der Politik. Diesen Sitz zu verteidigen, wird für die Sozialdemokraten nicht einfach. Die SVP wird vier Jahre nach der Abwahl von Oskar Freysinger alles daransetzen, wieder in die Regierung einzuziehen.

Entsprechend gross ist innerhalb der Walliser SP die Erwartung, dass die Partei ihren aussichtsreichsten Politiker aufstellt. Nach seinem spektakulären Wahlergebnis im letzten Herbst ist Mathias Reynard der logische Kandidat. Gegenüber «Le Temps» erklärt Reynard: «Der Druck, dass ich kandidiere, nimmt stetig zu.»

Weil sich die SP Wallis noch im Sommer auf einen Kandidaten festlegen will, die SP Schweiz ihren neuen Präsidenten aber erst Mitte Oktober wählt, muss Reynard nun eine Entscheidung fällen. Dass sie ihm nicht leichtfällt, gibt der Nationalrat selbst zu: «Ich träume nicht jede Nacht davon, Staatsrat zu sein. Ich fühle mich nützlich im Bundeshaus. Aber ins Wallis zurückzukehren und mich für den Kanton zu engagieren, das wäre natürlich etwas Schönes.»

Für diese Redaktion war Mathias Reynard nicht erreichbar. Seine Co-Kandidatin Priska Seiler Graf will sich auf Anfrage nicht zu Reynards Plänen äussern. Sie sagt lediglich: «Im Moment stellt sich für mich die Frage eines Rückzugs oder einer Veränderung der Kandidatur nicht.»

Reynards grösster Coup

Mathias Reynard ist seit acht Jahren SP-Nationalrat. Zu den grössten Erfolgen des 32-Jährigen zählt die Ausdehnung der Anti-Rassismus-Strafnorm: Im Februar hat das Stimmvolk mit 63 Prozent Ja-Stimmen eine Reform angenommen, die Reynard 2013 lanciert hatte. Neu ist es in der Schweiz verboten, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zu diskriminieren. Bereits einige Monate zuvor sorgte Reynard landesweit für Schlagzeilen. Im November wäre es ihm beinahe gelungen, auf Kosten der übermächtigen Walliser CVP in den Ständerat einzuziehen.

Insider sehen sie im Vorteil: Mattea Meyer und Cédric Wermuth.

Insider sehen sie im Vorteil: Mattea Meyer und Cédric Wermuth.

Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Insbesondere in der Westschweiz wurde seine gemeinsame Kandidatur mit Priska Seiler Graf für das SP-Präsidium wohlwollend aufgenommen. Viele Parteiinsider glauben aber bislang, dass das Duo Mattea Meyer und Cédric Wermuth beim Parteitag vom 17. Oktober 2020 leichte Vorteile hat.

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