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Von Video-Eklat bis Zahnpasta: Das waren die grössten Aufreger seit dem Bundesliga-Restart

Mit dem bis in die letzten Minuten spannenden Krimi des Relegations-Rückspiels Heidenheim – Werder Bremen (2:2) am Montag geht die Bundesliga-Saison 2019/20 zu Ende. Als Vorreiter haben die Deutschen als erste grosse Liga den Spielbetrieb nach der Corona-Zwangspause wieder aufgenommen. Mit Partien ohne Stadionpublikum in Dortmund, Leipzig, Düsseldorf, Augsburg und Sinsheim wurde in die letzte Phase der regulären Saison gestartet.

Der Re-Start wird mit grossem Interesse weltweit verfolgt und führt auf der einen Seite zu grosser Freude, dass König Fussball endlich wieder zurück ist. Auf der anderen zu teils befremdlichen Erkenntnissen.

Geister-Stimmung
Die Stimmung... ja, wie soll die denn sein mit Geisterspielen? Für die TV-Zuschauer bietet der Fernsehsender «Sky» die Möglichkeit, Fangesänge einzuspielen. Und im Stadion? Klar braucht es einen Moment, bis man sich an die gespenstische Stille gewöhnt. Aber sehr schnell sind die Geisterspiele Tatsache und kein grosses Thema mehr. Plötzlich ist es normal, dass man die Trainer-Anweisungen von der Seitenlinie aus um einiges besser versteht als normal. Oder wie Gladbach-Profi Matthias Ginter dem «Deutschlandrundfunk» erzählt: «Als Innenverteidiger kann ich jetzt mit den Offensivspielern kommunizieren, was sonst nicht möglich ist.» Generell hatte die Stimmung im Stadion etwas von einer Dorfstimmung. Irgendwie friedlicher. Fouls und Reklamationen werden nicht noch weiter von den Fans angeheizt.

Lewa nicht zu stoppen
Es ist immer noch Bayerns Topskorer Robert Lewandowski, der einen Treffer nach dem anderen produziert. Nach dem Re-Start trifft «Lewa» neun Mal in acht Spielen – und ganze 51 Pflichtspieltore macht er insgesamt. Für Bayern-Trainer Hansi Flick ist der 31-Jährige gar ein heisser Anwärter für die Auszeichnung als Weltfussballer, wie er nach dem DFB-Pokalfinal am Samstag gegen Bayern Leverkusen (4:2) erklärt.

Heidenheim und der Fan-Fauxpas
Aber auch im letzten Spiel der Saison, dem Relegations-Rückspiel in Heidenheim, sitzen plötzlich Fans sogar im Stadion. Offenbar werden in der 50. Spielminute 50 Fans, darunter Spielerfrauen und weitere Familienangehörige der Heidenheimer, ins Stadion gelassen. Nach rund fünf Minuten muss die Gruppe die Voith-Arena aber bereits wieder verlassen. Der Grund liegt auf der Hand: Ein klarer Regelverstoss gegen das Hygiene-Konzept der DFL. Doch laut der «Bild» steigen die Chancen, dass zum Saisonstart im September wieder Zuschauer in die Stadien dürfen – teilweise zumindest.

Küssen ohne Sanktionen
Zu Beginn des Re-Starts heisst es: Die Spieler dürfen sich laut dem DFL-Konzept nach den Toren nicht in die Arme fallen oder abklatschen. Einzig sich mit dem Ellbogen berühren oder kurzer Fusskontakt sind erlaubt. Dass diese Vorgaben mit emotionalen Ausbrüchen nicht gut harmonieren, ist schnell klar. Bereits in der ersten Runde nach der Corona-Pause wird sogar geküsst. Nachdem der Hoffenheimer Kevin Akpoguma ein Eigentor fabriziert, gibt Herthas Marko Grujic seinem Mitspieler Dedryck Boyata aus lauter Freude ein Küsschen auf die Wange. Sanktionen gibt es keine. Der Torjubel sei «nicht Bestandteil» des medizinisch-organisatorischen Konzepts, heisst es seitens DFL.

Kalous Video-Eklat
Hertha-Star Salomon Kalou gibt seinen Mitspielern in der Kabine die Hand und streamt das live auf Facebook. Was passiert? Hertha suspendiert den Mann von der Elfenbeinküste wegen Schutzkonzept-Verfehlungen per sofort.

Akanjis teurer Haarschnitt
Die Dortmund-Kicker Manuel Akanji und Jadon Sancho haben sich bei einem «häuslichen Friseurtermin» nicht an die allgemeinen Hygieneregeln der DFL gehalten. Für einen Schnappschuss hatte das Dortmunder-Duo kurz die Schutzmasken abgelegt. Eine Geldstrafe ist die Folge. Sancho twittert daraufhin: «Absoluter Witz DFL».

Herrlichs Zahnpasta-Ausflug
Um Hautcreme und Zahnpasta zu besorgen, verlässt Augsburg-Trainer Heiko Herrlich die Hotel-Quarantäne und verpasst so sein Trainer-Debüt beim FC Augsburg. Auch dieses Abenteuer gilt als Verstoss gegen das Hygienekonzept.

Fischers Ausnahme-Feier
Fan-Unterstützung hat als eine der wenigen Ausnahmen Urs Fischers Union Berlin erhalten. Als sich eine Gruppe Fans vor der Alten Försterei traf, um mit Gesängen ihre Mannschaft anzufeuern. Deutschen Medien zufolge wurden die Abstandsregeln dabei eingehalten...

«Scheiss Saison, gutes Ende»
In puncto Spannung muss man der Bundesliga ein Kränzchen winden. Abgesehen vom Titelkampf haben es das Rennen um die Champions-League-Plätze sowie auch um den Abstieg in sich. Spannung bis zur letzten Sekunde: Was wäre das für eine Story gewesen, wenn Underdog Heidenheim gegen Werder noch den Aufstieg geschafft hätte? Heidenheim-Coach Frank Schmidt spricht gar von einer «Lebenschance». Werder-Trainer Florian Kohfeldt meint auf der anderen Seite: «Ich bin einfach nur froh und glücklich, dass wir es geschafft haben. Wir waren so oft tot. Scheiss Saison, gutes Ende.»

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