Switzerland

Virtuelle Albisgüetli-Tagung: Parmelin ermahnt seine SVP

Der Bundespräsident rief im Albisgüetli dazu auf, die Corona-Massnahmen zu respektieren. Wie Chat-Reaktionen zeigen, ist die SVP-Basis davon nicht begeistert.

Der Bundesrat habe den Entscheid zum härteren Lockdown nicht «leichtfertig getroffen», sagt SVP-Bundesrat Guy Parmelin.

Der Bundesrat habe den Entscheid zum härteren Lockdown nicht «leichtfertig getroffen», sagt SVP-Bundesrat Guy Parmelin.

Foto: Keystone

«Das Virus hat dann am meisten Freude, wenn wir uns wegen der unterschiedlichen Meinungen hoffnungslos zerstreiten, gleichzeitig alle Massnahmen vergessen und uns gegenseitig anstecken.» Es waren deutliche Worte, mit denen SVP-Bundespräsident Guy Parmelin am Freitagabend seine Zürcher Parteifreunde an der (virtuellen) Albisgüetli-Tagung adressierte.

Um Parmelins Rolle war zuletzt eine Kontroverse entbrannt: SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi behauptete öffentlich, die SVP-Bundesräte Guy Parmelin und Ueli Maurer hätten sich, ganz auf Parteilinie, an der Regierungssitzung vom Mittwoch gegen den Lockdown gewehrt. Aeschi widersprach damit Medienberichten, wonach Parmelin die harten Massnahmen unterstützte.

In seiner Albisgüetli-Rede machte Parmelin zwar keine Angaben zu seinem persönlichen Stimmverhalten. Trotzdem schien ihm daran gelegen, seine Rolle zu klären, indem er den Bundesratsbeschluss ohne Wenn und Aber verteidigte: Man sei aufgrund der epidemiologischen Situation «gezwungen» gewesen, «noch härtere, ja drastische Massnahmen zu beschliessen». Der Bundesrat habe den Entscheid «nicht leichtfertig» getroffen.

Parmelin schloss mit einem eindringlichen Appell an die SVP-Zuhörerschaft: «Ich weiss, dass die Meinungen über die Massnahmen weit auseinandergehen. Aber ich rufe Sie an dieser Stelle nochmals auf: Wir müssen in dieser wirklich schwierigen Situation, egal, welche Meinung wir haben, nochmals zusammenstehen und gemeinsam einen Effort leisten.»

«Auch ein Linker geworden»

Was es Parmelin erleichtert haben dürfte, Klartext zu reden: Auch sein Vorredner, SVP-Übervater Christoph Blocher, vermied es auffälligerweise, den Lockdown zu verdammen. Blocher geisselte zwar das Pandemie-Management von Gesundheitsminister Alain Berset (SP) und warf ihm vor, Vertrauen verspielt zu haben. Ansonsten aber widmete er sich vorrangig seinen favorisierten Themen Europa, Rahmenabkommen («Kolonialvertrag!») und Brexit («Die Briten haben gewonnen!»).

Was indes die SVP-Basis von Parmelins Appellen hält, lässt sich anhand des Youtube-Chats erahnen, der die Live-Übertragung der Reden flankierte. ​ «Es tut mir leid, aber Herrn Parmelin kann ich nicht ernst nehmen», war da zu lesen, oder weiter: «Auch ein Linker geworden wie Karin Keller Sutter.» – «Wann wird der Corona-Irrsinn beendet?» – «Viele stehen im Regen, Herr Parmelin!» – «Ich verstehe es nicht, Fasnacht wurde abgesagt, und trotzdem muss man Maske tragen…» – «Der Bundesrat hält uns davon ab zu arbeiten, nicht das Virus.» – «Mahnwache gegen C-Massnahmen!!!!!» – «Was will uns Herr Parmelin mitteilen???» – «Dass er eine Windfahne ist.»

Und ein Zuschauer kommentierte salopp: «Parmelin sollte ein bisschen mehr Roger Köppel am Morgen hören.»

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