Switzerland

Virenalarm: Und jetzt?

Folgende Bereiche sind im Kanton Zürich auf die eine oder andere Art vom Veranstaltungsverbot betroffen (anklicken, um mehr zu erfahren):

Hallenstadion: Das Veranstaltungsverbot trifft die grösste Indoor-Arena der Schweiz mit ihrer Kapazität von 15000 Zuschauerinnen und Zuschauern besonders hart: Sämtliche Konzerte und Events bis und mit 15. März 2020 mussten abgesagt werden. Ob die Konzerte zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden können, ist noch unklar.

Samsung Hall: Absagen muss auch die Eventhalle in Dübendorf vermelden, in der bis zu 5000 Menschen Platz finden. Sowohl die Shows von Halsey und vom Cabaret-Duo Divertimento, als auch das Konzert von Avril Lavigne können nicht wie geplant über die Bühne gehen.

Tonhalle Maag: Die Tonhalle-Gesellschaft Zürich musste die beiden Familienkonzerte vom 1.?März auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Über weitere Konzerte informiert sie laufend auf ihrer Website. Die Tonhalle Maag liegt mit einer Maximal­besetzung von 1224 Personen knapp über dem Richtwert des Bundesrates von 1000.

Theater: Sowohl das Schauspielhaus als auch das Theater Winterthur sind vom bundes­rätlichen Verbot nicht betroffen. Ihre Vorstellungen finden weiterhin statt. Auch die übrigen Theater im Raum Zürich halten an ihrem Spielplan fest.

Opernhaus: Die Veranstaltungen des Opernhauses Zürich finden bis auf weiteres wie geplant statt. Der Opernball vom 14. März müsse allerdings abgesagt werden, teilt das Opernhaus mit: «Die Feierlichkeiten zum 20. Jubiläum der Veranstaltung werden 2021 nachgeholt.» (tif)

Gartenmesse: Die traditionelle Zürcher Gartenmesse im Frühling ist abgesagt: Die Giardina findet dieses Jahr nicht statt. In den Hallen der Zürcher ­Messe hätten die Veranstalter zwischen dem 11. und 15.?März ungefähr 60'000 Besucherinnen und Besucher erwartet.

Einkaufszentren: Auf den alltäglichen Einkauf haben die Massnahmen des Bundesrats allerdings keinen Einfluss – auch nicht beim umsatzstärksten Einkaufszentrum der Schweiz mit neun Millionen Besucherinnen und Besuchern jährlich: Das Glattzentrum wird in den nächsten Tagen wie gewohnt offen sein. Der Bundesrat habe gestern zwar ein Veranstaltungsverbot erlassen, schreibt Marcel Schlatter, Mediensprecher des Migros-Genossenschafts-Bundes, der das Glattzentrum gehört. «Wir gehen aber nicht davon aus, dass das Einkaufszentrum als Veranstaltung taxiert wird, und erwarten deshalb keine Auswirkungen auf die Öffnungszeiten der Filialen der Migros-Gruppe –­ ­inklusive Glattzentrum.»

Die Mitarbeitenden werden aufgerufen, alles zu unternehmen, um einen Beitrag zur Nichtausbreitung der Krankheit zu leisten (Händewaschen, bei Fieber daheim bleiben). Die ­Migros treffe aber Vorkehrungen, um das Personal im Ernstfall schnell mit Schutzmitteln ausrüsten zu können.

Wochenmärkte: Auch die Wochenmärkte in der Stadt Zürich werden wie üblich stattfinden. Etwas verunsichert zeigten sich gestern aber einige Marktfahrer, die sich bei der Gewerbepolizei über eine allfällige Absage erkundigten. (zet)

Pandemie-Taskforces: Bei Zürcher Unternehmen ist das Coronavirus ein akutes Thema. Einige Firmen wie die Swiss Life oder die Zürcher Kantonalbank haben spezielle Pandemie-Taskforces ins Leben gerufen.

Handshake-Verbot: Unter anderem weisen Unternehmen ihre Mitarbeiter an, auf das «Schütteln von Händen als Begrüssungs­ritual» zu verzichten, wie es etwa die Swiss Life formuliert.

Kontaktlos: Ganz generell sind Angestellte aufgefordert, persönliche Kontakte herunterzufahren. Der Zürcher ­Personaldienstleister Adecco führt Bewerbungsgespräche in diesen Tagen vermehrt via Telefon oder Skype durch; die ZKB setzt auf Telefonberatungen. Swiss Life hält Meetings vorerst virtuell ab, sowohl ­internationale als auch interne.

Homeoffice: Der Baukonzern Implenia wird Homeoffice im «Fall der Fälle» in Zürich anordnen. Bei der UBS ist Homeoffice in China für viele Mitarbeitende Pflicht, in Italien wird das zum Teil empfohlen.

Reisebeschränkungen: Lindt & Sprüngli kontrolliert Besucher auf deren Reisetätigkeiten; für Angestellte sind Reisebeschränkungen bezüglich Corona-betroffener Länder in Kraft. Adecco, UBS, Lindt & Sprüngli und die Versicherung Zurich schreiben, man orientiere sich an den landesweiten Empfehlungen gegen Reisen in betroffene Länder. Masken für alle Angestellte: Die ZKB verteilt Schutzmasken und Desinfektionsmittel. Wie in den meisten Firmen müssen Mitarbeitende bei Grippesymptomen zu Hause bleiben. (dap)

Volksschulen: Die wichtigste Information für alle Schülerinnen und Schüler im Kanton Zürich: Die Schulen bleiben offen, der Unterricht fällt nicht aus. Die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer stünden bei ihr an erster Stelle, sagte Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) am Freitag vor den Medien.

Gesunde Kinder dürften auch nach Auslandlaufenthalten den Unterricht besuchen. «Kranke Kinder mit Fieber dürfen wie sonst üblich die Schule nicht besuchen.» Schulen müssten kranke Kinder heimschicken. «Sollte sich ein Verdachtsfall bestätigen, entscheidet der Kantonsarzt zusammen mit dem Schularzt und in Absprache mit der Schulpflege über das weitere Vorgehen», sagte Steiner weiter.

Bei allfälligen Schulschliessungen müsse eine Güterabwägung gemacht werden, da die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen beträchtlich seien.

Gymi-Prüfungen: Die zentralen Aufnahmeprüfungen an den Gymnasien finden am 9. und 10. März statt, sagt Bildungsdirektorin Steiner. Über 8000 Kinder nehmen daran teil, sie werden an den jeweiligen Schulen dezentral geprüft. Kranke Kinder würden zurückgewiesen und könnten eine Nachprüfung machen. Steiner kann sich allerdings vorstellen, die Prüfung integral zu verschieben, sollte sich die Situation massiv zuspitzen.

Hochschulen: Auch Uni, ETH und Hochschulen (ZHAW, PHZH) führen ihren Betrieb wie bis ­anhin weiter. Die Uni und die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften teilen mit, dass sie keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmenden durchführen. (zet)

Die gute Nachricht vorweg: Zürich steht auch in den kommenden Tagen nicht still.

Hauptbahnhof und ÖV: Trotz Tausender Pendler hat der bundesrätliche Entscheid keine Auswirkungen auf Zürichs Bahn­höfe. «Spezielle Massnahmen für den Bahnhof Zürich oder den ÖV liegen in der Verantwortung des Bundesamts für Gesundheit (BAG)», sagt SBB-Mediensprecher Martin Meier. Und die Antwort des BAG ist denkbar knapp: «Im Moment sind keine solchen Massnahmen vorgesehen.»

Sollte man trotzdem den Bahnhof meiden? Das sei nicht nötig, meint der Zürcher Kantonsarzt Brian Martin während der Medienkonferenz des Regierungsrats: «Das Coronavirus ist nicht so ansteckend wie die ­Grippe, sie können an einem ­Erkrankten vorbeilaufen und werden nicht angesteckt.»

Flughafen: Auch für Flugreisende herrscht Courant normal. Der Flughafen Zürich sei vorbereitet und habe Notfallpläne für den Umgang mit hoch ansteckenden Krankheiten, sagt Pressesprecherin Sonja Zöchling Stucki. Angeordnet werden diese ebenfalls vom BAG. Und das sei bis jetzt nicht passiert. Das Einzige, was Flugreisende momentan an das Coronavirus erinnert: Plakate und Flyer des BAG.

Grenze zu Deutschland: Grenzgänger stehen nicht plötzlich vor verschlossenem Schlagbaum. An der deutsch-schweizerischen Grenze sind keine Einschränkungen geplant, wie die Eidgenössische Zollverwaltung mitteilt. «Die Eidgenössische Zollverwaltung hält sich stetig bereit, Massnahmen im Auftrag des BAG oder anderer Behörden umzusetzen. Gegenwärtig gibt es ­keine Einschränkungen.» (shu)

Sechseläuten: Zwar findet das Sechseläuten 2020 erst am 20. April statt, das Zentralkomitee der Zünfte Zürichs verfolgt die Entwicklung rund um die Ausbreitung des Coronavirus aber jetzt schon «mit Besorgnis», wie Mediensprecher Victor Rosser auf Anfrage sagt. «Wenn ein Entscheid von oben kommt, dass der Anlass oder einzelne Teile davon wegen des Coronavirus abgesagt werden müssen, können wir natürlich nichts dagegen machen.»

Die Vorbereitungen für das diesjährige Sechseläuten laufen bereits seit einem Jahr. Der Gastkanton Uri ist ebenfalls schon eingeladen. «Wir können ja nicht alles stoppen, und dann findet der Umzug doch statt», sagt Rosser. Trotzdem habe das Zentralkomitee sich Notfallszenarien überlegt. «Dass der Umzug und das Böögg-Verbrennen ab­gesagt werden müssen, wäre eine Variante. Die Zünfter würden dann nur unter sich in den Stuben feiern können.»

Sicher ist jetzt schon, dass die Delegation einer chinesischen Schule wegen des Coronavirus nicht am Kinderumzug des Sechseläutens mitlaufen wird. Sie ­haben am Montag ihre Teilnahme in der Gruppe «Weltoffenes Zürich» abgesagt.

Fasnacht: Der Züri-Carneval auf dem Hirschenplatz und dem Münsterhof kann wie geplant stattfinden. Die ­Carneval-Parade durch die Innenstadt muss dagegen abgeblasen werden. Andere Fasnachtsveranstaltungen im Kanton Zürich wie beispielsweise die Fasnacht in Winterthur, der Horgener Fasnachtsumzug oder auch die Fasnacht in Urdorf können in diesem Jahr aufgrund des bundesrätlichen Verbots nicht durchgeführt werden. (tif)