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Vincent Maceiras und der Traum, seinem Freund Kevin Fickentscher ein Ei ins Netz zu legen

Es fehlt ihm an nichts. Der Umzug ist abgeschlossen, die Freundin da und die zwei Hunde sowie die zwei Katzen sind es auch. Ein paar Autominuten vom Wankdorf entfernt hat Quentin Maceiras in Ostermundigen eine Bleibe gefunden. Die Frage, weshalb er nicht einfach seine Wohnung mit derjenigen des nun für den FC Sion spielenden Guilllaume Hoarau getauscht habe, lässt Maceiras schmunzeln: «Unsere Budgets sind wohl zu verschieden.»

Zeit seines bisherigen Lebens ist er im Wallis zu Hause gewesen und schon als Achtjähriger im Leibchen des FC Sion dem Ball nachgerannt. Zusammen mit Copain Vincent Sierro, der jetzt wieder sein Teamkollege ist und ihm den Wechsel zu YB ans Herz gelegt hat.
So ist Maceiras nun gerade dabei, eine neue Welt zu entdecken und sein Schuldeutsch aufzufrischen. «Ich habe gespürt, dass ich eine Veränderung brauche», sagt Maceiras. «Ich musste raus aus der Komfortzone, in der ich mich als unbestrittener Stammspieler befand.» Vor allem aber sei er nach Bern gekommen, um Titel zu gewinnen. «Diese bleiben nach dem Ende der Karriere für immer im Palmarès», sagt Maceiras. «Bisher habe ich noch gar nichts gewonnen und meistens gegen den Abstieg gespielt.» Bei YB werde nicht öfter als in Sion trainiert, doch sei die Intensität in den Einheiten merklich höher und der Konkurrenzkampf enorm.

Gewusst, was ihn bei YB erwartet

Dies hat er bereits zu spüren bekommen. Gegen Klaksvik noch zum Einsatz gekommen, musste er die herbe 0:3-Niederlage gegen Midtjylland von der Ersatzbank aus mitverfolgen. Natürlich hatte auch er von der Champions League geträumt, von Spielen gegen die Bayern oder Liverpool. Doch die Enttäuschung über das Out ist verarbeitet und die Parole klar: Den Titel verteidigen und es im nächsten Jahr erneut versuchen.

«Es ist schwierig, wenn man helfen möchte, aber nichts tun kann», sagt Maceiras. «Doch ich habe gewusst, was mich bei YB erwartet und dass ich um meinen Platz kämpfen muss.» Sein Konkurrent ist der vom FC St. Gallen gekommene Silvan Hefti. YB-Sportchef Christoph Spycher erklärt: «Quentin war in der Rückrunde sehr gut und kann auf beiden Seiten spielen. Silvan hat als Captain Leadership übernommen und auch schon innen gespielt. Primär sind aber beide als Rechtsverteidiger vorgesehen. Dort wollen wir diese Konkurrenz mit zwei sehr guten Spielern haben.»
Maceiras weiss: Schaffen es die Berner in der nächsten Woche mit einem Sieg gegen den FC Tirana in die Gruppenphase der Europa League, dann wird der wegen der Pandemie eh eng getaktete Spielplan noch anspruchsvoller und er wird oft zum Spielen kommen.

Nachdem Maceiras zuletzt auch beim 2:1-Sieg gegen den FC Zürich im Auftaktspiel der Super-League-Saison nur Zuschauer war, hofft er jetzt, am Samstag im Tourbillon gegen den FC Sion eine Chance zu bekommen. «Ich erwarte einen starken Gegner. Hoarau tut dem Team auf und neben dem Platz gut», sagt Maceiras.

Das Toreschiessen ist nicht seine Stärke

Gegen seine alten Kumpels würde er nur zu gerne auflaufen und seinem engen Freund Kevin Fickentscher im Sittener Tor ein Ei ins Netz legen. Die Chance ist allerdings eher gering: In knapp hundert Pflichtspielen hat Maceiras erst zwei Tore geschossen. «Ich freue mich auf die Rückkehr. Ich bin im Guten gegangen», sagt Maceiras. Sportchef Barthélémy Constantin hat ihm sogar zum Transfer gratuliert. «Auch zum Präsidenten habe ich stets ein gutes Verhältnis gehabt. Christian Constantin ist immer präsent. Er liebt den FC Sion.»

Der 24-Jährige braucht sich bei seiner Rückkehr nicht vor Pfiffen zu fürchten, denn zum einen sind ja nur 1000 Zuschauer zugelassen, zum andern hat er beim Walliser Publikum wegen seines aufopferungsvollen Einsatzes einen Stein im Brett. «Wenn du nicht der Talentierteste bist, musst du mehr tun, als die anderen. Meine Stärke war schon immer die Arbeit», sagt Maceiras. Dass mit ihm eine der selten gewordenen und nahbaren Identifikationsfiguren das Tal verlassen hat, wird deshalb von vielen bedauert.

Ein Ur-Walliser ist er aber nicht, seine Wurzeln liegen in Spanien. «Meine Grosseltern kamen einst aus La Coruña in die Schweiz. Dort hat ja auch unser Trainer Gerardo Seoane einmal gespielt», sagt Maceiras. Und er selber? Würde auch er gerne mal dort oder sonst wo im Ausland kicken? «Zuerst muss ich mich bei YB durchsetzen», sagt Maceiras. Und beendet das Gespräch mutig in Deutsch: «Isch gebe Vollgas.»

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