Switzerland

Viele offene Fragen im Berner Oberland – Riesenparty im Ländle: Überlebt der FC Thun diesen Abstieg?

Als Ref Adrien Jaccottet in der 94. Minute das Barrage-Rückspiel abpfeift, ists vorbei mit der riesigen Anspannung – auf beiden Seiten! Die Vaduzer jubeln wie verrückt, selbst bei Trainer Mario Frick gibts kein Halten mehr. Ekstase pur! Die Vaduzer steigen nach drei Jahren in der Challenge League wieder in die Schweizer Eliteklasse auf, feiern dies freilich gebührend.

Das Bild, das der FC Thun in diesen Sekunden abgibt, könnte konträrer nicht sein. Die Spieler sinken in die Knie, legen sich auf den Boden, fassungslos, ernüchtert, traurig. Trainer Marc Schneider muss auf dem Platz seinen Sohn trösten. Viele der 1000 Zuschauer bleiben noch in der Stockhorn-Arena, einige bleiben ruhig sitzen, andere sind wütend, lassen ihren Frust an den jubelnden Vaduzern aus, provoziert vor allem von Tunahan Cicek, der sein zwischenzeitliches 3:2 vor ihnen ausgiebig-frech feierte.

Der Thuner Abstieg ist trotz einer unglaublichen Rückrunde Tatsache. Nach zehn Jahren en suite in der Super League gehts runter. Der 4:3-Sieg im zweiten Duell mit Vaduz reicht nicht. Ein Tor fehlt am Ende, um wenigstens die Verlängerung zu erzwingen – in einer Barrage, in der die Auswärtstorregel nicht zum Tragen kommt.

«Eine Zukunft gibt es immer»

Der in der Winterpause zusammen mit Leonardo Bertone als Leader geholte Nicolas Hasler beweist nach der Partie Grösse, macht im Stadion die Runde, bedankt sich bei den Zuschauern, tritt an den Absperrzaun, spricht zu den frustrierten Anhängern. Danach sagt er gegenüber den Medien: «Ich spüre einfach nur eine riesige Enttäuschung. Wir haben es im Hinspiel verbockt, hatten da zu viel Respekt, zu viel Angst vielleicht auch. So haben wir es uns selbst erschwert.»

Wie weiter jetzt mit dem FC Thun, der im Winter zwar dank der chinesisch-amerikanischen Pacific Media Group (PMG) einen Investor ins Boot holte, aber (auch) wegen der Corona-Krise nach wie vor zu kämpfen hat? Präsident Markus Lüthi meint kurz nach Abpfiff: «Wenn ich jetzt sofort etwas sage, wäre das wohl eine unqualifizierte und zu emotionale Analyse – wir sind einfach völlig leer. Bis Ende nächster Woche werden wir unsere Hausaufgaben machen und dann kommunizieren, wie es weitergeht.»

Was ist zu erwarten? Lüthi kündigt an: «Wir werden wohl gezwungen sein, einen Umbruch auf allen Ebenen zu vollziehen.» Ist der Klub in seiner Existenz bedroht? Das bleibt offen. Klar ist: etwa die Stadionkosten sind als Challenge-League-Klub schwerer zu stemmen, gewisse Sponsorenverträge müssen neu beurteilt werden. Lüthi bleibt zuversichtlich, dass es den FC Thun in irgendeiner Form weiterhin geben werde: «Eine Zukunft gibt es immer.» Die PMG jedenfalls wird an Bord bleiben, das sei von Anfang an so abgemacht gewesen.

Was ist mit Trainer Marc Schneider und Sportchef Andres Gerber? Beide geben sich nach dem Abstieg ebenfalls kämpferisch. Schneider meint gegenüber SRF: «Ich bin Thuner und will unbedingt weitermachen als Trainer. Aber diesen Entscheid treffe nicht ich.» Gerber sehe sich «in der Pflicht, weiterzumachen, um so schnell wie möglich wieder den Weg nach oben zu schaffen».

Grosse Feier im Ländle

Während die Thuner den Medien ernüchtert Auskunft geben, steigt in der Vaduzer Kabine die grosse, ausgelassene Aufstiegsparty. Coach Frick meint: «Ein Traum ist wahr geworden. Niemand hat an uns geglaubt. Aber wir waren einfach brennend heiss. Jetzt wirds im Ländle sicher eine Freinacht geben!»

Von einem «geilen Gefühl, nach so einer Saison, in der wir uns hochgearbeitet haben» spricht auch Cicek, der sich nach Spielschluss mit Thun zu versöhnen versucht und bezüglich seiner Provokation sagt: «Da waren Emotionen im Spiel, ich denke, man sollte das nicht überbewerten. Es tut mir leid für den FC Thun!»

Von Platz neun in der Challenge League letzten September bis in die Barrage – bis zum Aufstieg: der FCV hat eine Mega-Aufholjagd hingelegt! Da wird viel Champagner fliessen, oder? Frick entgegnet schmunzelnd: «Wir Liechtensteiner trinken Bier!»

Und das fliesst in dieser Nacht zur Genüge. Das Team wird nach der Rückreise von zahlreichen Fans im Vaduzer Rheinpark-Stadion, wo es während der Partie ein Public Viewing gab, frenetisch empfangen.

Riesenparty im Ländle! Riesenernüchterung im Berner Oberland!

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