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VIDEO - Corona könnte für uns irgendwann so harmlos sein wie eine Erkältung. Doch gerade passiert das Gegenteil: Mutationen machen das Virus gefährlicher

Wir werden das Coronavirus wohl nicht mehr loswerden. Es wird bleiben. Und wir müssen also einen Weg finden, wie wir möglichst schnell mit dem Virus leben können. Wissenschaftler sehen eine Perspektive:

Menschen weltweit können gemeinsam einen Schutz gegen das Virus aufbauen. So ist das bei den vier Virentypen passiert, die bei uns häufig eine ganz normale Erkältung verursachen. Auch das sind Coronaviren, nur andere Typen, und sie sind für den Menschen nur noch selten gefährlich.

Dafür gibt es eine Erklärung: Weltweit haben fast alle Kinder Kontakt mit diesen alten Coronaviren und sie bauen schon mit 4 bis 5 Jahren einen Immunschutz gegen sie auf. Wenn sie sich als Erwachsene dann erneut anstecken, wird ihre Abwehr aktiv, und sie bekommen meistens nur noch etwas Husten und Schnupfen.

Im Fachmagazin «Science» argumentieren Forscher, dass wir in Zukunft so auch mit dem neuen Coronavirus leben könnten. Allerdings setzt das voraus, dass weltweit sehr, sehr viele Erwachsene gegen Sars-CoV-2 immun sind. Das Problem ist: Bis jetzt ist das nicht der Fall. Und Impfen ist der einzige Weg, um diese Immunität zu erreichen, ohne dass dabei weitere Millionen Menschen sterben müssen.

Die Frage ist also: Welche Probleme könnten uns beim Impfen in die Quere kommen? Und wann können wir diesen globalen Immunschutz erreichen?

Gefährliche Virusmutationen

Der grösste Störfaktor sind wohl Mutationen. Sie passieren ständig und können in bestimmten Fällen das Virus gefährlicher machen.

Allein durch das Atmen geraten Viren in unseren Körper. Zellen nehmen sie auf und beginnen das Virus zu vermehren. Dabei kommt es zu Fehlern, sodass im Erbgut von neuen Viren veränderte Informationen auftauchen. Solche Fehler, also Mutationen, passieren häufig.

Da jede infizierte Zelle viele neue Viruspartikel produziert und in unserem Körper viele Zellen das Virus vervielfältigen, kommt es in jedem Infizierten zu sehr, sehr vielen Mutationen. Das ist normal und die meisten fehlerhaften Viren verschwinden auch wieder und setzen sich gar nicht durch. Doch besonders wenn mehrere Mutationen gleichzeitig auftreten, kann es passieren, dass sich das Virus in seiner Form verändert. Und wenn diese Änderungen den Erreger fitter machen, setzen sich neue Virusvarianten durch.

Wohl Ende 2019 hat sich zum ersten Mal ein Mensch mit Sars-CoV-2 infiziert, und seitdem sind immer wieder neue Varianten des Virus aufgetaucht – zuletzt in Grossbritannien, Südafrika und Brasilien. Das Problem ist: Je mehr Menschen sich weltweit infizieren, umsomehr Mutationen passieren und umso wahrscheinlicher ist es, dass neue, gefährliche Virusvarianten entstehen. Und die können dann wiederum die Fortschritte beim Impfen erschweren:

Virusmutation N501Y

Schauen wir uns die Variante B.1.1.7 an, die man in Grossbritannien entdeckt hat, und die inzwischen auch in der Schweiz und in Deutschland weit verbreitet ist. Sie hat eine Mutation, die das Spikeprotein verändert. Hier an der Stelle 501 wurde der Baustein «N» durch den Baustein «Y» ersetzt – daher auch der Name der Mutation N501Y. Doch wie kommt es dazu?

In der RNA, also im Erbgut, ist es zu einem Schreibfehler gekommen: Aus dem Code AAU ist der Code UAU entstanden .
Und das hat zur Folge, dass beim Bau neuer Viren, für die Stelle 501 statt dem Baustein «N» eben der Baustein «Y» produziert wird.

Wegen der Mutation in der RNA wird also am Spikeprotein ein anderer Baustein verbaut und so verändert sich hier die Oberflächenstruktur. Das hat zur Folge, dass das Virus ansteckender wird, weil es besser an menschliche Zellen andockt.

Für das Impfen bedeutet das Folgendes: Bei der ursprünglichen Virusvariante ist man davon ausgegangen, dass die Neuinfektionen stark abnehmen, wenn ungefähr 70 Prozent der Menschen geimpft sind. Für das Virus gibt es dann nicht mehr genügend neue Wirte. Da die neue Variante aber ansteckender ist, also leichter neue Wirte findet, müssen mehr Menschen geimpft werden, um das Virus zu stoppen.

Virusmutation E484K

Die Varianten, die in Südafrika und Brasilien entstanden sind, haben auf das Impfen noch drastischere Auswirkungen. Und deshalb lohnt es sich anzuschauen, wie es zu diesen Mutationen gekommen sein könnte.

In beiden Ländern hat das Coronavirus besonders schlimm gewütet. Untersuchungen in einer Township in Kapstadt haben ergeben, dass dort schon ungefähr 40 Prozent der Menschen eine Corona-Infektion durchgemacht haben. In der Region Manaus in Brasilien gab es laut einer Studie wohl noch mehr Ansteckungen. Weil also schon viele Menschen in diesen Regionen gegen das Virus immun waren, könnten sich neue Varianten durchgesetzt haben, die aufgrund von Mutationen einen Vorteil haben.

Wenn man sich das Erbgut der zwei Varianten anschaut, fällt auf, dass sie neben der Mutation N501Y noch eine weitere haben: Hier wird aus dem Code GAA der Code AAA. Und so wird beim Bau künftiger Viren für die Stelle 484 statt dem Baustein «E» der Baustein «K» produziert, deshalb auch der Name E484K.

Das hat zur Folge, dass sich die Oberfläche des Spikeproteins weiter verändert – eben an der Stelle 484 – und das ist besonders kritisch. Die Antikörper des Menschen können jetzt nicht mehr so gut andocken und es ist schwieriger für unser Immunsystem die neuen Virusvarianten zu neutralisieren.

Schwächere Immunreaktion bei Fluchtmutation

Man nennt das eine Fluchtmutation, weil die neue Variante dem Immunschutz sozusagen ausweichen kann. Und im Kampf gegen das Virus ist das ein deutlicher Rückschlag:

Wer eine Infektion mit der Ursprungsvariante durchgemacht hat, baut eine Immunabwehr auf. Sollte man dann erneut Kontakt mit der gleichen Variante haben, ist man meistens vor einer Erkrankung geschützt. Wenn die zweite Infektion aber mit einer der zwei neuen Varianten passiert, kommt es häufiger zu Symptomen.

Die Immunabwehr, die man durch eine Impfung erhält, ist in der Regel robuster als die durch Infektion. Untersuchungen im Labor zeigen aber, dass auch die Abwehr durch Impfung gegen die zwei neuen Varianten etwas weniger stark ist. Zwar geht man davon aus, dass schwere Erkrankungen weiterhin verhindert werden können, es könnte aber sein, dass leichte Fälle häufiger auftreten.

Die Hersteller haben längst begonnen, Updates für ihre Impfstoffe zu entwickeln – damit sie auch gegen die neuen Varianten einen vollständigen Schutz bieten. Es gibt jetzt einen gewissen Wettlauf: Sind die Pharmafirmen schneller mit ihren Updates, oder entstehen plötzlich weitere problematische Mutanten?

Weltweiter Immunschutz notwendig

Wir kommen zurück zur Ausgangsfrage: Wann erreichen wir einen globalen Immunschutz, damit es leichter wird das Virus in Schach zu halten?

In diesen Ländern wurden bisher die meisten Menschen geimpft. Und sobald zirka 50 Prozent in einer Region die erste Dosis erhalten haben, hofft man, einen Impfeffekt zu sehen: Die Zahl der Neuinfektionen sollte dann beginnen abzunehmen, weil das Virus immer weniger Wirte findet. Nach derzeitigen Lieferprognosen könnte in der Schweiz und Deutschland so ein Effekt ungefähr Ende Juli auftreten. 

Doch in den meisten Ländern sieht es ganz anders aus: In Lateinamerika, Afrika und Asien werden dieses Jahr wohl viel weniger Menschen geimpft werden – in vielen Ländern selbst bis Ende des Jahres wohl nur 20 bis 35 Prozent. Das Virus wird sich dort weiterhin leicht verbreiten können.

Nicht nur für die Menschen vor Ort, sondern auch für uns ist das ein Problem: Das Virus wird weiterhin mutieren und es werden weitere Varianten entstehen. Und dann ist es eben möglich, dass die bisherigen Impfstoffe nur einen eingeschränkten Schutz bieten. Upgedatete Wirkstoffe müssten dann wohl erneut geimpft werden, um neue Ausbrüche zu verhindern.

Was können wir also tun, um solche Szenarien zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern? Nicht nur bei uns, sondern in allen Regionen der Welt sollten möglichst viele Menschen geimpft werden. Und solange wir das noch nicht erreicht haben, ist es wichtig, weltweit die Infektionszahlen so niedrig wie möglich zu halten. Nur so können wir neue Corona-Varianten verhindern.

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