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Switzerland

Vertragsdiskussionen : Die Zukunft von Petkovic ist eine Blackbox

Die Schweiz hat sich mit dem 6:1-Sieg in Gibraltar zum vierten Mal in Folge für eine Endrunde qualifiziert. Zum dritten Mal unter Vladimir Petkovic. Der Nati-Trainer führte die Schweizer an die EM 2016 und an die WM 2018, wo man jeweils im Achtelfinal ausschied. Zählt man auch die Teilnahme am Final-Four-Turnier im Juni 2019 in der Nations League dazu, führte er die Schweiz an gar vier Turniere. Daran und an den Punkten (1,89 im Schnitt pro Spiel) gemessen, ist Petkovic der erfolgreichste Trainer in der Geschichte des SFV.

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Soll Vladimir Petkovic auch nach der EM 2020 Nationaltrainer bleiben?

Trotz der regelmässigen Erfolge darf die Qualifikation dennoch nicht als Selbstläufer angesehen werden. Yann Sommer sagt: «Das darf nie selbstverständlich werden für die Schweiz.» Und Granit Xhaka findet es «aussergewöhnlich», in zehn Jahren Jahren fünfmal an einem Turnier zu sein, «wenn man keine grosse Nation ist, sondern nur rund 8 Millionen Einwohner zählt». Petkovic sagt dazu: «Das ist eine grosse Leistung meiner Mannschaft, des Staffs und von allen Leuten, die an der Entwicklung der Schweizer Nationalmannschaft mitgeholfen haben. Wir müssen das schätzen, aber immer noch mehr wollen.»

Die Zukunft des Trainers

Wie es mit dem 56-Jährigen weitergeht, ist eine ungeklärte Frage. Die Zukunft des Nati-Trainers ist eine Blackbox. Als Blackbox bezeichnet man laut Wikipedia einen Kasten, der zwar Eingang und Ausgang besitzt, dessen Innenleben aber dunkel ist.

Das Dunkle in der Causa Petkovic: Will der Verband den Vertrag, der bis nach der EM 2020 gültig ist, verlängern? Will sich Petkovic das überhaupt antun und nach sechs Jahren noch eine Amtszeit anhängen? Erliegt er einem Angebot eines Topclubs? Kann er die Mannschaft noch weiterbringen?

Pierluigi Tami, der Chef der Schweizer Nationalmannschaft, freut sich für die Mannschaft, aber auch für die Fans. (Video: 20 Minuten/ete)

Plädoyer der Spieler

Petkovic will noch nicht über seine Zukunft sprechen. «Mein Kopf ist leer», sagt er nach dem Sieg in Gibraltar, «ich mache mir heute Abend dazu keine Gedanken.» Seine Spieler schon. Die machen sich für ihren Trainer stark. «Vladimir Petkovic hat einen sehr grossen Anteil am Erfolg. Er hat eine super Mentalität, die er uns weitergibt. Und jeder Spieler, den ich gefragt habe, ist glücklich und hofft auf eine weitere Zusammenarbeit», sagt Granit Xhaka.

«Ich bin der gleichen Meinung. Wenn sich ein Trainer so oft mit einem Team qualifiziert, wurde der Job gut gemacht», stimmt Sommer Xhaka zu. «Wir sind sehr happy, wie es läuft und wie er mit uns Spielern umgeht, Herausforderungen annimmt. Darum hoffe ich schwer, dass es zu einer Verlängerung kommt.» Mitspracherecht haben die Spieler nicht, sollte ihre Meinung aber gefragt sein, würden sie diese auch äussern.

Tami hat Vorschlagsrecht

Die Entscheidung liegt am Ende beim Zentralvorstand. Pierluigi Tami, Direktor Nationalmannschaften, hat das Vorschlagsrecht. Der neue Chef von Petkovic hält sich bedeckt. Sportlich sprechen alle Argumente für den Verbleib. An den Schwächen des Trainers wie Kommunikation, Aussendarstellung, Reisen zu den Spielern oder Sponsorentermine wahrzunehmen, könnte ein starker Verband arbeiten und seinem Angestellten gewisse Aufgaben diktieren.

Einen ersten Pflichttermin hat Petkovic schon bekommen. Am 30. November reist er mit einer Schweizer Delegation an die EM-Auslosung nach Bukarest. «Ich werde mit neutralen Gefühlen hinreisen, und dann sehen wir, wen wir zugelost bekommen», sagt er. Erst dann könne man die Planungen bis zur EM ein wenig konkreter angehen.

Und dann steht noch ein weiterer Termin in seiner Agenda: Am 13. Dezember wird er an einer Pressekonferenz seine Bilanz zum Fussballjahr 2019 ziehen. Und dann die Blackbox öffnen?


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