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Verhaftung von El Chapos Ehefrau: Auch sie soll mit Drogen gedealt haben

Emma Coronel, die Frau des Drogenbosses El Chapo Guzmán, kommt nach ihrer überraschenden Verhaftung nicht auf Kaution frei. Der zweifachen Mutter droht lebenslänglich.

Die Medien nannten sie «die Kardashian aus Sinaloa»: Emma Coronel während des Verfahrens gegen El Chapo in New York.

Die Medien nannten sie «die Kardashian aus Sinaloa»: Emma Coronel während des Verfahrens gegen El Chapo in New York.

Foto: Justin Lane (keystone)

Ihr erster Auftritt als Angeklagte dauerte weniger als eine halbe Stunde. Emma Coronel, die Frau des mexikanischen Drogenbosses El Chapo Guzmán, sass in einem Gerichtsgebäude im US-Bundesstaat Virginia, wo sie am Montag am internationalen Flughafen von Dulles verhaftet worden war. Die Richterin Robin Meriweather war per Video aus Washington zugeschaltet. Sie las der 31-jährigen Coronel die Anklagepunkte vor, internationaler Handel mit Heroin, Kokain, Marihuana und Methamphetaminen.

Ob sie die Anklage verstehe, fragte die Richterin. Dann lehnte sie eine Freilassung auf Kaution ab. Coronel bleibt bis auf weiteres im Gefängnis.

Als El Chapo Guzmán vor zwei Jahren in New York vor Gericht stand, war Emma Coronel fast täglich anwesend, stets in der zweiten Reihe der Zuschauerränge sitzend. Gekleidet war sie, als hätte sie einen Sponsoringvertrag mit Cartier, Gucci, Louis Vuitton und Dolce & Gabbana. Amerikanische Medien nannten sie «die Kardashian aus Sinaloa», in Anspielung auf die steinreiche armenischstämmige Schauspielerin, Influencerin und TV-Unternehmerin Kim Kardashian.

Coronels Gefühle waren während des Prozesses hinter einer überdimensionierten Sonnenbrille in Deckung gegangen. Sie blieb äusserlich ungerührt, selbst als Zeugen von den Grausamkeiten ihres Ehemannes erzählten. Und von seinen vielen Geliebten und Prostituierten.

«Mein Gatte ist ein gutmütiger Mann.»

Emma Coronel, Frau des mexikanischen Drogenbosses El Chapo Guzmán

Schon zuvor hatte Coronel in Zeitungsinterviews Sätze gesagt wie: «Mein Gatte ist ein gutmütiger Mann.» Der Chef des Sinaloa-Kartells sei weder grob noch gewalttätig, nie habe sie von ihm ein böses Wort gehört. Die Zwillinge, die sie mit ihm habe, würden ständig nach ihrem Vater fragen. Und: «Mir ist nicht bekannt, dass er mit Drogen handelt.»

Wie brandschwarz gelogen das war, haben Gesprächsaufzeichnungen schon während des Prozesses gezeigt, der für den Angeklagten mit einem Schuldspruch und lebenslanger Haft endete. Laut US-Staatsanwaltschaft ist Coronel aber viel enger mit dem operativen Geschäft des mexikanischen Drogenkartells verknüpft, als es damals den Anschein machte.

Plante sie, El Chapo Guzmán erneut zu befreien?

Und nicht nur das. Sie habe auch mitgeholfen, Guzmáns Flucht aus dem mexikanischen Hochsicherheitsgefängnis Altiplano zu organisieren. Im Juli 2015 war der Capo durch einen 1500 Meter langen, elektrisch beleuchteten Tunnel entkommen, der zielgenau unter seiner Zellendusche endete. Nachdem er sechs Monate später wieder verhaftet wurde, habe Coronel Pläne für eine erneute Flucht geschmiedet. Chapos Auslieferung an die US-Justiz im Januar 2017 haben sie laut den Ermittlern scheitern lassen.

Emma Coronel im Gefängnis. Verhaftet wurde die Frau des mexikanischen Drogenbosses am Dulles International Airport bei Washington.

Emma Coronel im Gefängnis. Verhaftet wurde die Frau des mexikanischen Drogenbosses am Dulles International Airport bei Washington.

Foto: AFP

Emma Coronel ist in Südkalifornien geboren, weshalb sie US-mexikanische Doppelbürgerin ist. Aufgewachsen ist sie in La Angostura, einem verlorenen Dorf in den Bergen des mexikanischen Bundesstaates Durango. Schon ihr Vater arbeitete für das Sinaloa-Kartell, und ihr Onkel Ignacio «Nacho» Coronel alias «Der König des Crystals» gehört zu dessen Gründern.

Emma ist 17 Jahre alt, als sie 2006 bei einem Dorffest den damals 49-jährigen Chapo Guzmán kennenlernt. In einem Interview erzählt sie, wie sie mit ihrem Freund am Tanzen gewesen sei, als sich ihr einer von Chapos Männern mit den Worten genähert habe, «el señor» wolle mit ihr tanzen. «Aber natürlich», habe sie geantwortet.

Kurz darauf gewinnt Coronel den Schönheitswettbewerb «Miss Guayave und Kaffee», und ein halbes Jahr später feiert sie Hochzeit. Coronel ist die dritte oder vierte Ehefrau des Bosses. Man weiss das nicht so genau, ebenso wenig wie die Zahl seiner Kinder.

El Chapo als Marke

Während des Prozesses gegen ihren Mann hat Coronel beteuert, sie verdiene ihren Lebensunterhalt mit der Verwaltung von «Grundstücken mit Bewässerungsanlagen». Ausserdem hat sie «El Chapo Guzmán» als Markennamen registrieren lassen. Sie verkauft Mützen, T-Shirts, Hemden und Handyhüllen mit dieser Aufschrift.

Alejandrina Guzmán Salazar, eine Tochter des Bosses, betreibt unter dem Label El Chapo 701 ebenfalls Merchandising. Die Nummer 701 erinnert an die Position, die El Chapo 2009 auf der «Forbes»-Rangliste der reichsten Personen der Welt einnahm.

Ein ganz normales Leben? Emma Coronel verlässt am 17. Juli 2019 den Gerichtssaal in Brooklyn, New York, in dem ihr Mann später verurteilt werden sollte.

Ein ganz normales Leben? Emma Coronel verlässt am 17. Juli 2019 den Gerichtssaal in Brooklyn, New York, in dem ihr Mann später verurteilt werden sollte.

Foto: Johannes Eisele (AFP)

Sie führe ein ganz normales Leben, hat Coronel stets behauptet, obwohl sie auf sozialen Netzwerken ihren Reichtum zeigt und zelebriert: Eine luxuriöse Themenfeier mit Barbie-Installationen zum siebten Geburtstag der Zwillinge María Joaquina und Emali Guadalupe, teure Autos, Schmuck, Reisen.

Einmal macht sie bei der Realityshow «Cartel Crew» mit, in der Familienangehörige von Drogenbossen oder ehemalige Kartellmitglieder auftreten: Emma Coronel auf einer weissen Jacht in den Gewässern vor Miami, plaudernd und Champagner trinkend.

«Emma Coronel ist verhaftet worden, um sie zu schützen.»

Roberto Saviano, italienischer Schriftsteller

Aber warum ist Coronel erst jetzt verhaftet worden? Warum war sie so sorglos, warum hat ihr keiner der hochbezahlten Anwälte ihres Mannes empfohlen, sich rechtzeitig nach Mexiko abzusetzen?

Der italienische Schriftsteller Roberto Saviano, der über die italienische Mafia und über internationale Drogenkartelle mehrere Bücher verfasst hat, äussert dazu in einem Video der italienischen Zeitung «Corriere della sera» eine Vermutung.

Vielleicht habe sich El Chapo Guzmán in seiner Zelle in einem der unmenschlichsten Hochsicherheitsgefängnisse der Welt dazu entschlossen, mit der US-Justiz zu kooperieren. «Emma Coronel ist verhaftet worden, um sie in Sicherheit zu bringen», sagt Saviano in Sicherheit vor der Rache jener, die Guzmán bald verraten werde. Aber das sei bloss seine persönliche Interpretation.

Sollte der italienische Autor falsch liegen und Emma Coronel verurteilt werden, droht ihr eine Gefängnisstrafe zwischen zehn Jahren und lebenslänglich.

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