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Vektor-Impfstoff von Novavax soll hochwirksam sein – 5 Dinge, die du dazu wissen musst

Eine Labormitarbeiterin der Biotech-Firma Mabion, die Bestandteile des Novavax-Vakzins in Polen herstellen. Bild: keystone

Vektor-Impfstoff von Novavax soll hochwirksam sein – 5 Dinge, die du dazu wissen musst

In der Schweiz wird bisher mit zwei Corona-Impfstoffen gearbeitet. Jetzt meldet auch der US-Hersteller Novavax eine hohe Wirksamkeit gegen das Coronavirus. Wann wird das Vakzin auch hier verimpft?

Sandra Simonsen / t-online

Ein Impfstoff-Kandidat des US-Herstellers Novavax bietet nach Unternehmensangaben einen hohen Schutz vor Covid-19. Die Wirksamkeit des Impfstoffs NVX-CoV2373, der zweimal gespritzt werden muss, liege nach den Ergebnissen einer Phase-3-Studie bei 90,4 Prozent, teilte Novavax am Montag mit. Doch wie funktioniert der Impfstoff und wann könnte er auch in die Schweiz kommen? Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Wie funktioniert das Vakzin von Novavax?

NVX-CoV2373 ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff – wie die Präparate von Biontech und Moderna – noch ein Vektor-Impfstoff wie die von Astrazeneca oder Johnson & Johnson: Das Vakzin enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von SARS-CoV-2 bestehen und funktioniert somit als sogenannter Totimpfstoff.

Novavax reproduziert dieses Spike-Protein massenhaft in Insektenzellen. Das menschliche Immunsystem bildet dann nach der Impfung Antikörper gegen das Spike-Protein und kann dadurch eine Covid-19-Erkrankung abwehren.

Wie gut schützt Novavax vor dem Coronavirus?

In einer Studie mit rund 30'000 Teilnehmern in den USA und Mexiko zeigte das Vakzin eine Wirksamkeit von mehr als 93 Prozent gegen die vorherrschenden Virusvarianten, wie Novavax am Montag mitteilte. Während der Untersuchung sei die erstmals in Grossbritannien aufgetretene Alpha-Variante B.1.1.7 am häufigsten aufgetreten, Studienteilnehmer hätten sich aber auch mit den Varianten aus Brasilien, Südafrika und Indien infiziert, sagte Novavax-Forschungschef Gregory Glenn.

Der Impfstoff schützte Studienteilnehmer, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf hatten, demnach zu 91 Prozent und zeigte eine Wirksamkeit von 100 Prozent bei der Vorbeugung mittelschwerer und schwerer Covid-19-Fälle. Gegen Varianten, die Novavax nicht identifizieren konnte, sei er zu etwa 70 Prozent wirksam gewesen, sagte Glenn.

Gibt es bei dem Impfstoff von Novavax Nebenwirkungen?

Generell sei die Impfung gut vertragen worden, hiess es von dem Unternehmen. Teilnehmer berichteten demnach über zeitweilige Schmerzen an der Einstichstelle sowie Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen. An der Studie hatten 29'960 Menschen ab 18 Jahren in den USA und Mexiko teilgenommen.

Wann könnte der Wirkstoff von Novavax auch in der Schweiz zugelassen werden?

Novavax plant nun zunächst Zulassungsanträge im dritten Quartal, eigentlich waren diese schon für das zweite Quartal geplant, wurden dann aber im Mai verschoben.

In der EU läuft seit Februar ein beschleunigtes Prüfverfahren. Dieser sogenannte Rolling-Review-Prozess wird so lange fortgesetzt, bis ausreichend Daten für einen formellen Zulassungsantrag vorhanden sind.

Anders sieht es in der Schweiz aus: Gegenüber watson sagte Swissmedic, dass bislang noch kein Zulassungsantrag vonseiten Novavax eingegangen sei – und das, obwohl die Schweiz einen Vorvertrag über sechs Millionen Impfdosen mit Novavax hat.

Was ist das Besondere an dem Vakzin von Novavax?

Das Novavax-Vakzin könnte eine wichtige Rolle im Covax-Programm spielen, das auch ärmeren Ländern einen Zugang zu Impfstoffen garantieren soll. Der Impfstoff lässt sich – anders als beispielsweise das Biontech-Pfizer-Vakzin – bei Kühlschranktemperatur lagern, was die Logistik erleichtert.

Zudem forscht Novavax an einer Kombination aus Grippe - und Corona-Impfstoffen, sodass es möglich werden könnte, künftig mit einer Impfung immun gegen beide Erkrankungen zu werden. Der Novavax-Chef für Forschung und Entwicklung Gregory Glenn erklärte der «Pharmazeutischen Zeitung» zufolge, in der Corona-Pandemie seien zwar die saisonalen Grippeerkrankungen weltweit stark zurückgegangen. Influenza stelle aber nach wie vor eine grosse Gesundheitsgefahr dar. Der Doppelimpfstoff könne deswegen ein «wichtiges künftiges Instrument im langfristigen Kampf» gegen die beiden respiratorischen Viren werden. Tierversuche an Hamstern und Frettchen hätten «‹positive› Ergebnisse erbracht», berichtet das «Ärzteblatt».

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