Switzerland

Valiant wagt den Vorstoss in die Bankenstadt Zürich

Die Berner Bank expandiert – und schreckt auch nicht davor zurück, Filialen in der Stadt Zürich einzurichten.

Die Berner Bank Valiant möchte in der Stadt Zürich Fuss fassen.

Die Berner Bank Valiant möchte in der Stadt Zürich Fuss fassen. Bild: Samuel Schalch

Die Valiant überrascht einmal mehr. Zwar hat sie schon im Herbst angekündigt, sie werde ihre Expansion nicht nur wie bisher in der Romandie und der Ostschweiz, sondern auch im Kanton Zürich vorantreiben. Doch von der Stadt Zürich halte man sich fern, beteuerte die Bank damals.

Gestern nun hat die Valiant die sieben Zürcher Ortschaften genannt, an welchen sie in den nächsten Jahren Filialen zu eröffnen gedenkt. Und siehe da: Geplant sind auch zwei Niederlassungen in der Stadt. Von der Innenstadt hält sie sich zwar wie angekündigt fern. Aber in den Quartieren Altstetten und Oerlikon will sich die Berner Bank einnisten.

Wer sich diese Aussenquartiere, die erst 1934 eingemeindet wurden, anschaut, kommt zum Schluss, dass die Valiant mit den dort geplanten Filialen nur auf den ersten Blick von ihrer im Herbst vorgestellten Strategie abweicht. Damals haben Geschäftsführer Ewald Burgener und Präsident Jürg Bucher gesagt, man wolle im Kanton Zürich dorthin, wo die Leute wohnen, dorthin, wo in Zukunft das Wachstum stattfindet. Altstetten ist mit seinen rund 33'000 Einwohnern das bevölkerungsstärkste Quartier der Stadt; und auch in Oerlikon wohnen über 23'000 Menschen. Trotzdem werden beide Quartiere von manchem Einwohner nach wie vor als Dorf bezeichnet. Gleichzeitig gelten sie als Wachstumsquartiere Zürichs.

Ausserhalb von Zürichs Gemeindegrenzen will die Valiant Filialen in Horgen, Bülach, Meilen, Uster und Winterthur eröffnen. Die Sache nach geeigneten Räumlichkeiten und Angestellten habe bereits begonnen. Darüber hinaus will die Bank auch ihr bestehendes Netz verdichten und plant neue Niederlassungen in Muttenz, Liestal, Schaffhausen und Pully. Gleichzeitig sollen die bestehenden Filialen auf Vordermann gebracht werden. Bis Ende 2021 möchte Burgener sämtliche Filialen modernisiert haben.

Gewinn ist leicht höher

Neben dem mutigen Ausblick präsentierte die Valiant gestern auch einen soliden Rückblick. Der Jahresgewinn stieg um 0,6 Prozent auf 121 Millionen Franken. Vor allem dank des Zinsgeschäfts, bei dem sich die Bank Geld beschafft, um dieses dann zu einem höheren Zins wieder auszuleihen. Zwar sank der Zinsertrag im Vergleich zum Vorjahr leicht. Weil sich die Bank das Geld aber wesentlich günstiger beschaffen konnte, verdiente sie unter dem Strich trotzdem mehr.

Während andere Banken über die Negativzinsen der Nationalbank klagen, profitiert die Valiant von diesen. Sie erreicht ihre Freigrenze, bis zu der sie Geld gratis bei der Nationalbank parkieren kann, nicht. Das ermöglicht es ihr, Geld beispielsweise von anderen Banken anzunehmen und diesen dafür etwas weniger Negativzinsen zu verrechnen, als wenn sie es bei der SNB deponieren würden. Solche negativ verzinsten Gelder machen gemäss dem neuen Finanzchef, Hanspeter Kaspar, mehr als 10 Prozent der Bilanzsumme von 30 Milliarden Franken aus.

Dividende steigt markant

Vom soliden Jahresabschluss sollen auch die Aktionärinnen und Aktionäre profitieren. Der Verwaltungsrat beantragt deshalb eine Erhöhung der Dividende um 14 Prozent oder 60 Rappen auf 5 Franken pro Aktie – nach einer Steigerung um 10 Prozent im Vorjahr. Beim aktuellen Aktienkurs wäre das eine Dividendenrendite von knapp 5 Prozent. Damit werde der Titel zu einer «Dividendenperle», kommentierte Bucher, der auf die kommende Generalversammlung hin zurücktritt.

Buchers Nachfolger als Präsident des Verwaltungsrats soll der frühere Bankchef Markus Gygax werden, der vor einem Jahr in das Gremium gewählt wurde. Als neues Mitglied wird der BKW-Finanzchef Ronald Trächsel vorgeschlagen.

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