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Vaduzer waren 2016 Zeugen des FCZ-Skandal-Abstiegs: «Dann riefen sie plötzlich: Kabine, Kabine!»

Es ist der letzte Spieltag der Saison 2015/16. Mittwoch, der 25. Mai, 22.20 Uhr, als die FCZ-Welt komplett auf den Kopf gestellt wird. Die Partie gegen Vaduz ist soeben abgepfiffen worden. 3:1 für den FCZ! Doch wert ist dieser Sieg rein gar nichts. Weil Direktkonkurrent Lugano gleichzeitig gegen St. Gallen gewinnt, ist der Zürcher Abstieg besiegelt.

Ein lautes Pfeifkonzert löst die Totenstille der letzten Spielminuten ab – und plötzlich bricht im Letzigrund Hektik aus. Zuschauer und Spieler werden auf einmal unruhig. Sie werden Zeugen, wie ein Mob von Vermummten die Haupttribüne stürmt.

«Wir haben schon auf dem Platz gesehen, dass die Fans sehr aufgebracht waren», erinnert sich Franz Burgmeier. Der heutige Vaduz-Sportchef ist damals noch Stürmer beim Klub aus dem Fürstentum, der als Achtplatzierter den Ligaerhalt schafft. «Dann rief uns plötzlich jemand zu: Kabine, Kabine! Und wir flüchteten alle in die Katakomben», so Burgmeier.

«Die Kinder zu sehen, tat mir am meisten weh»

SRF-Moderator Rainer Maria Salzgeber muss das Interview mit FCZ-Coach Uli Forte abbrechen – und sich ebenfalls in Sicherheit bringen. Genauso wie eine Gruppe Ballkinder. Einem Steward wird vom Mob, der sich Zutritt zum Spielertrakt verschaffen will, das Nasenbein gebrochen.

Salzgeber meint hinterher zum Angriff der FCZ-Chaoten: «Die Kinder zu sehen, tat mir am meisten weh. Wie sie rannten und weinten. Dabei wollten sie nur an einem Fussballfest teilnehmen.»

Burgmeier, der heute mit Vaduz erstmals wieder im Letzigrund gegen den FCZ antritt, sagt: «Ich weiss noch, wie Munti (Philipp Muntwiler, d. Red.) im Spielertunnel hochgerannt und beinahe ausgerutscht ist. In der Kabine hat uns unser Materialwart dann eingeschlossen.»

Während die Spieler in Sicherheit sind, schaffen es die Vermummten tatsächlich, ins Stadioninnere zu gelangen. Erst auf der letzten Stufe des Spielertunnels, direkt vor der Interview-Zone, werden sie von Security-Mitarbeitern in Vollmontur gestoppt. Stadion-Manager Peter Landolt sagt am Tag danach: «Die Situation war wahnsinnig brenzlig.»

«Wir sahen Alain Nef weinen»

Beruhigt hat sich die Lage rund ums Letzi erst, als der Mob von den Sicherheitsleuten aus dem Hinterausgang spediert wird. Später sollen aber noch Ausschreitungen im Stadtzentrum folgen.

«Zur Sicherheit wurden wir dann von der Polizei bis zur Autobahneinfahrt begleitet», erinnert sich Burgmeier. Die Wut der Fans hätte sich allerdings nicht gegen die Vaduzer gerichtet, sondern klar gegen FCZ. Für diesen sei es ein enorm bitterer Abend gewesen, so Burgmeier: «Als wir nach dem Tumult aus der Kabine kamen, sahen wir, wie die FCZ-Spieler am Boden zerstört waren, wie Alain Nef weinte. Das war ein harter Schlag für sie alle.»

Doch die aktuelle Gemütslage beim FCZ? «Die ist mittlerweile bekanntlich anders! Nach dem 4:1 vom Samstag gegen FCB werden sie mit breiter Brust auftreten!», so Burgi, der anfügt: «Aber das werden wir nach dem 0:0 gegen YB auch können.» (mpe)

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