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USA verkünden Fortschritte bei den Verhandlungen mit den Taliban

Seit eineinhalb Jahren verhandeln die USA mit den Taliban. Das Ziel ist klar: Frieden in Afghanistan. 

(dpa)

Bei den Gesprächen zwischen den USA und den Taliban über Wege zum Frieden in Afghanistan gibt es offenbar Fortschritte. Man habe mit den Taliban «einen Vorschlag für eine siebentägige Reduktion der Gewalt» verhandelt, sagte US-Verteidigungsminister Mark Esper am Donnerstag nach einem Treffen mit seinen Nato-Kollegen in Brüssel. Eine spürbare Verringerung der Gewalt war zuletzt eine Forderung Washingtons gewesen, um ein USA-Taliban-Abkommen zu unterzeichnen.

US-Verteidigungsminister Mark Esper am Donnerstag in Brüssel.

US-Verteidigungsminister Mark Esper am Donnerstag in Brüssel.

Francois Lenoir / Reuters

Weitere Details wollte Esper nicht nennen. Die Grundlage für eine politische Lösung liege auf dem Tisch und man schaue sie sich genau an, sagte er. «Der Frieden verdient eine Chance.» Dies setze aber voraus, dass sich alle Beteiligten an ihre Verpflichtungen hielten. Zugleich betonte der Amerikaner, dass sieben Tage aus amerikanischer Sicht ausreichten, um beurteilen zu können, wie ernst es den Taliban sei.

Vertreter der USA und der militant-islamistischen Taliban sprechen seit Juli 2018 über eine politische Lösung des mehr als 18 Jahre dauernden Konflikts in Afghanistan. Ein USA-Taliban-Abkommen soll einen Zeitplan des Abzugs der US-Truppen sowie Taliban-Garantien enthalten, dass von Afghanistan aus keine Terroranschläge geplant werden. Zudem soll es den Weg für innerafghanische Gespräche – die eigentlichen Friedensgespräche für das Land – bereiten. Bisher hatten die Taliban abgelehnt, direkt mit der Regierung in Kabul zu reden, die sie als «Marionette» des Westens betrachten. Sie wollten dies erst tun, wenn der Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan geklärt ist.

Etwas mehr als zehntausend US-Soldaten noch im Land

Für die USA sind 12 000 bis 13 000 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. 8000 davon sind im Zuge der Nato-Ausbildungsmission «Resolute Support» (RS) im Land und bilden afghanische Sicherheitskräfte aus. Die anderen unterstützen laut US-Verteidigungsministerium die Operation «Freedom's Sentinel», den US-Kampfeinsatz gegen Terroristen, oder beides. Ein im September ausgehandeltes Abkommen, das dann doch nicht unterzeichnet wurde, hatte vorgesehen, dass die USA in einem ersten Schritt 5000 US-Soldaten innerhalb von 135 Tagen abziehen.