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US-Wahlen 2020: Demokraten und Trump vereint gegen Michael Bloomberg: Der Schatten-Kandidat

340 Millionen US-Dollar: So viel Geld hat Michael Bloomberg (78) mehreren Analysten zufolge bislang für TV-, Radio und Digitalwerbung ausgegeben. Ein neuer Rekord – noch nie hat ein Präsidentschaftskandidat in den USA so früh dermassen viel Kohle in die Hand genommen. Zum Vergleich: Die drei Top-Demokraten, Bernie Sanders (78), Pete Buttigieg (38) und Joe Biden (77), haben zusammen 78 Millionen Dollar ausgegeben.

Michael Bloomberg meint es also ernst – Donald Trump (73) soll im Herbst aus dem Weissen Haus vertrieben werden. Der Medienmogul und frühere Bürgermeister New Yorks setzt dabei auf eine ungewöhnliche Strategie. Er bleibt den ersten Vorwahlen fern, konzentriert sich voll auf den Super Tuesday. An jenem Dienstag Anfang März entscheiden nämlich dreizehn Bundesstaaten gleichzeitig über das Schicksal der Kandidaten. Darunter auch Schwergewichte wie Kalifornien und Texas – dort gibts besonders viele Delegiertenstimmen zu holen.

Bloomberg landesweit auf dem Vormarsch

Und Bloomberg ist auf Kurs. Der Multimilliardär, sein Vermögen wird von «Forbes» auf 62 Milliarden Dollar geschätzt, präsentiert sich als gemässigte Alternative zu Joe Biden. Das scheint aufzugehen. Der frühere Vizepräsident der USA ist am Straucheln. In Iowa und New Hampshire hat er zwei empfindliche Niederlagen kassiert, in den nationalen Umfragen ist Biden abgestürzt. Ganz im Gegensatz Bloomberg. Der ist landesweit auf dem Vormarsch, obwohl er an den bisherigen Vorwahlen gar nicht teilgenommen hat. National belegt er Umfragen zufolge bereits den dritten Platz.

Der Aufstieg des Schatten-Kandidaten, wie Bloomberg wegen seiner Nicht-Teilnahme an den ersten Vorwahlen auch genannt wird, sorgt im demokratischen Lager für Unruhe. Bernie Sanders schoss diese Woche aus allen Rohren, als er dem 78-Jährigen vorwarf, die Wahlen kaufen zu wollen. «Somit ist Michael Bloomberg Teil des Problems. Die Amerikaner mögen es nicht, wenn man sie kauft.»

«Mini Mike» gegen «Jahrmarkt-Clown»

Auch im Weissen Haus ist man ob Bloombergs Aufstieg nervös. Präsident Donald Trump hat diese Woche zahlreiche Tweets an seinen ehemaligen Kumpel adressiert. «Mini Mike», spottete er über den 1,73 Meter grossen Bloomberg. Dieser schoss umgehend zurück – Trump sei ein «Jahrmarkt-Clown».

Das Spielchen mit dem US-Präsidenten auf Twitter beherrscht Bloomberg also schon. Gut möglich, dass er sich im Herbst auch auf der grossen Bühne mit Trump messen kann. Der Super Tuesday in gut zwei Wochen wird die Richtung vorgeben.