Switzerland

US-Botschafter Edward McMullen über Donald Trumps WEF-Besuch: «Der Präsident ist kein Gourmet, er mag Fleisch und Kartoffeln»

Zum Schluss wurde es für Edward McMullen (55) noch mal richtig stressig! Statt wie geplant den Helikopter zu nehmen, legte sein Chef, US-Präsident Donald Trump (73), den Weg von Davos GR nach Zürich per Auto zurück. Und hielt zuvor noch spontan eine Medienkonferenz ab. Den Termin mit BLICK schafft US-Botschafter McMullen daher nur ganz knapp. Parallel zum Interview isst er zu Mittag – seine erste Mahlzeit seit 16 Stunden. Er nimmt Wolfsbarsch mit Gemüse. Weitere Beilagen gibt es nicht: McMullen verzichtet zurzeit auf Kohlenhydrate.

BLICK: Herr Botschafter, es ist geschafft. Der Besuch von US-Präsident Donald Trump ist ohne Zwischenfälle verlaufen. Sind Sie erleichtert?
Edward McMullen: Ja, wir haben den WEF-Besuch schliesslich seit Monaten geplant. Und es war wirklich ein grossartiger, grossartiger Erfolg für den Präsidenten! Das Tolle an Davos ist ja, dass man nie weiss, wen man trifft. Wirklich sehr aufregend! Das ist auch Klaus Schwab zu verdanken, der eine gute und vertrauensvolle Beziehung zum Präsidenten hat und den ich auch einen Freund nennen darf.

Böse Zungen behaupten, Donald Trump sei nur nach Davos gekommen, um vom Impeachment in den USA abzulenken.
Wir haben schon vor drei Monaten angefangen, seinen WEF-Besuch zu planen. Da war das Impeachment noch überhaupt kein Thema.

Das stimmt nicht. Da liefen schon die Anhörungen im Repräsentantenhaus.
Ich verrate keine Details, aber Klaus Schwab hat schon deutlich früher eingeladen. Der Präsident macht sich keine Sorgen wegen des Impeachments. Er konzentriert sich auf die internationalen Beziehungen, die für die USA wichtig sind.

Hat der Präsident ausser dem Hotel und dem Kongresszentrum etwas von Davos gesehen?
Die meiste Zeit war er im Kongresszentrum. Und dann gab es natürlich Frühstück und Lunches mit den Chefs der grossen Firmen. Am Dienstagabend hatten wir ein wundervolles Dinner mit mehr als 30 Leuten, mit denen sich der Präsident ausgetauscht hat. Zu hören, wie ihn diese Leute für seine Politik loben, hilft ihm sehr, noch besser für Amerika zu sorgen.

Was gab es zu essen?
Am Mittag gab es Burger, am Abend Steak. Wissen Sie, der Präsident ist kein Gourmet, sondern eher ein klassischer Amerikaner. Er mag Fleisch und Kartoffeln.

Kommen wir zur Politik: Was war das Highlight?
Die dringende Reform der Welthandelsorganisation war dem Präsidenten schon lange ein Anliegen. Dass wir jetzt ernsthaft darüber verhandeln werden, ist ein grosser Erfolg. Und natürlich die bilateralen Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem Schweizer Bundesrat.

Wie lief das Treffen aus Ihrer Sicht?
Es war sehr, sehr erfolgreich. Es war eine auf allen Seiten sehr positive Fortführung unserer Partnerschaft. Wir haben viele gemeinsame Interessen und Werte.

Sie haben auch über das Klima gesprochen.
Für meinen Geschmack war dieser Teil ein bisschen lang. Ich meine: Jeder kennt die Position des anderen. Niemand wird hier seine Meinung ändern. Dabei haben wir die Gelegenheit, echtes Business zu beiderseitigem Vorteil zu machen. Darin hätten wir mehr Zeit investieren sollen.

Der Präsident sagte vor dem Treffen, er wolle ein Handelsabkommen mit der Schweiz. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga temperierte nach dem Treffen etwas herunter.
Ich weiss nicht, warum. Die Wahrheit ist: Der Präsident sieht echte Chancen für ein Abkommen. Ansonsten hätte er nicht all die Leute mit ans Treffen genommen, die für das Dossier zuständig sind: Robert Lighthizer, Larry Kudlow, Wilbur Ross ... das war historisch! Der Präsident zeigt damit, wie wichtig ihm die Schweiz ist. Aber ein Deal muss auch etwas für Amerika bringen.

Was fordern Sie?
Wir fordern nichts als fairen und freien Handel. Ein fairer Deal würde uns zum Beispiel Zugang zum Schweizer Markt geben mit Fleischerzeugnissen. Das scheint diesmal möglich. Offene Fragen gibt es auch zur Schweizer Pharmaindustrie, die in den USA viel Geld verdient. Aber auch hier gibt es zum ersten Mal positive Anzeichen für eine Lösung.

Der Bundesrat will die Vorgespräche bis Ende 2020 abschliessen und dann entscheiden, ob es Verhandlungen gibt. Ist das realistisch?
Auf jeden Fall.

Der Präsident will auch mit der EU verhandeln. Steht die Schweiz unter Zeitdruck?
Nein! Der Präsident hat am WEF erstmalig mit der EU gesprochen – mehr nicht. Mit der Schweiz sind die Gespräche deutlich weiter fortgeschritten.

Jeder hätte erwartet, dass Donald Trump über den schwelenden Iran-Konflikt spricht. Warum hat er ihn nicht mal erwähnt?
Es ist völlig klar, wo die USA in Sachen Iran stehen. Und wir haben klargemacht, dass wir in Davos gerne mit den Iranern geredet hätten. Der Präsident war sehr geduldig mit den Iranern. Jetzt muss etwas von ihrer Seite kommen.

Könnte die Schweiz als Schutzmacht mehr tun?
Die Schweiz ist einzigartig, hat extrem professionelle Diplomaten und versteht den Iran. Der Iran wie die USA trauen der Schweiz. Diese einzigartige Situation eröffnet viele Möglichkeiten. Ich will aber nicht darüber spekulieren, welche genau.

Dieses Jahr dreht sich in Davos alles ums Klima. Warum hat der Präsident in seiner Rede nicht darüber gesprochen?
Doch, das hat er! Ich fand es sogar den bemerkenswertesten Teil, als er sagte: Der amerikanischen Wirtschaft gehts gut, weil wir Gründer und Innovationen nutzen, um gegen den Klimawandel vorzugehen. Und dass wir nicht hysterisch sein dürfen. Und ich kann Ihnen nicht mal sagen, wie viele Menschen zu mir kamen und die Rede als brillant gelobt haben! Die Leute haben keine Lust mehr, von Kindern als die «Bösen» in die Ecke verbannt zu werden, weil sie grossartige, erfolgreiche Firmen führen.

Trumps Rede wurde viel kritisiert – zu selbstzentriert, zu wirtschaftsorientiert.
Seine Rede war sehr klar. Keine Wahlkampfrede an das amerikanische Volk, wie Kritiker monieren. Die wichtige Botschaft an die Staatschefs der Welt war eher ein Rat: Wie geht man vor, wenn das Land in einer Krise steckt? Wie sieht gute Steuerpolitik aus? Wie gute Regulierung? Hier hat der Präsident enorme Erfolge zu verbuchen. Auch die Wirtschaftsführer konnten direkt vom Präsidenten hören, welche grossartigen Chancen die USA ihnen bieten. Wir werden dafür sorgen, dass die US-Wirtschaft weiter wächst.

Donald Trump hat die US-Wirtschaft als «boomend wie nie zuvor» bezeichnet. War das jährliche Wachstum unter Bill Clinton nicht sogar ein bis zwei Prozent höher?
Bill Clinton hat einen grossartigen Job gemacht, aber er war auch acht Jahre im Amt. Darauf beziehen sich die Daten. Donald Trump ist erst seit drei Jahren im Amt. Und er schafft in einem schwierigen Umfeld Jobs für einfache Arbeiter.

Wir haben den Präsidenten auf unserer Frontseite gestern wie schon vor zwei Jahren um ein Interview gebeten. Hat er das gesehen?
Gestern war er zu beschäftigt, aber ich habe ihm einen ganzen Stapel Schweizer Zeitungen mit auf die Rückreise gegeben – auch den BLICK natürlich. Er erinnert sich daran, dass er ihn vor zwei Jahren unterschrieben hat.

Und wann gibt er uns ein Interview?
(lacht) Ich habe ihm Schweizer Medien vorgeschlagen, darunter den BLICK. Leider hat sich sein Team entschieden, nur mit Fox und CNBC zu sprechen.

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