Switzerland

US-Berufungsgericht lehnt sofortiges WeChat-Verbot ab, Südkoreas Wirtschaft wächst wieder, EU-Kartellwächter genehmigen Übernahme von Tiffany durch LVMH  – und weitere Wirtschaftsmeldungen

(Reuters) Ein US-Berufungsgericht hat einem Eilantrag des US-Justizministeriums auf ein sofortiges Download-Verbot der Messenger-App WeChat des chinesischen Technologiekonzerns Tencent abgelehnt. Die US-Regierung habe nicht nachgewiesen, dass sie «während der Anhängigkeit dieser beschleunigten Berufung eine unmittelbar bevorstehende, irreparable Verletzung erleiden würde.» Dies erklärte das aus drei Richtern bestehende Gremium am Montag (Ortszeit). Das Berufungsgericht werde den Fall im Januar verhandeln.

Das amerikanische Justizministerium wollte mit dem Eilantrag eine Entscheidung der Richterin Laurel Beeler ausser Kraft setzen. Beeler hatte es am Freitag abgelehnt, ihre einstweilige Verfügung auf Eis zu legen, in der sie das WeChat-Verbot zunächst stoppte und einer Klage von Nutzern wegen Verletzung der Grundrechte stattgab. Das Verbot sollte ursprünglich bereits am 20. September in Kraft treten. Das Justizministerium untermauerte seine Forderung mit dem Hinweis, dass WeChat sensible persönliche Daten von US-Bürgern sammelt. WeChat ist eine Universal-App, die Dienste ähnlich wie Facebook, Whatsapp, Instagram und den Bezahldienst Venmo vereint. Tencent äusserte sich nicht sofort auf eine Bitte zur Stellungnahme.

(dpa) Südkoreas Wirtschaft hat sich erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder leicht erholt. Laut Zahlen der koreanischen Zentralbank vom Dienstag ist das Bruttoinlandsprodukt Südkoreas im dritten Quartal um 1,9 Prozent angewachsen. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist die Wirtschaft hingegen um 1,3 Prozent gesunken. Die Erholung der Wirtschaft ist vor allem auf den zuletzt starken Anstieg an Exporten zurückzuführen, die im Zeitraum Juli bis September um 15,6 Prozent expandierten. Schwach entwickelte sich indes das Konsumverhalten der Koreaner, das um 0,1 Prozent weiter sank.

Südkorea hat die Corona-Pandemie im internationalen Vergleich bisher gut überstanden - nicht zuletzt wegen des aggressiven Contact-Tracings der Behörden. Die täglichen Infektionszahlen betrugen am Dienstag zuletzt 72 plus 16 weitere importierte Fälle. Insgesamt haben sich in Südkorea bisher etwas mehr als 26 000 Personen nachweislich mit dem Virus angesteckt.

(dpa/reu/sda) Der amerikanische Edel-Juwelier Tiffany hat von der Europäischen Union (EU) grünes Licht für die rund 16 Milliarden Dollar schwere Übernahme durch den französischen Luxusgüterkonzern LVMH bekommen. Dies teilte Tiffany am Montag (Ortszeit) mit. Mit der Zustimmung der EU lägen nunmehr alle behördlichen Genehmigungen vor, die für den Abschluss der Transaktion erforderlich seien, hiess es weiter. Ursprünglich hatte LVMH 120 Dollar pro Tiffany-Papier geboten, was einen Aufschlag von 20 Prozent auf den Kurs vor Bekanntwerden des Interesses bedeutet hatte. Tiffany hatte die Offerte zurückgewiesen und erst bei 135 Dollar eingewilligt. Die Transaktion muss bis zum 24. November formell abgeschlossen sein, weil dies so in den Angebotsverträgen festgeschrieben worden war.

Allerdings sperrt sich mit LVMH nach wie vor die wichtigste Partei gegen den Deal. Die Franzosen haben nach Ausbruch der Corona-Pandemie kalte Füsse bekommen und wollen die Übernahme abblasen. Tiffany pocht indes auf Einhaltung der Vereinbarung. Die Konzerne haben sich gegenseitig verklagt, der Konflikt soll im kommenden Jahr vor Gericht gehen. Mit ursprünglich vereinbarten 16,2 Milliarden Dollar wäre es der teuerste Zukauf in der Geschichte von LVMH.

(Reuters) Der niederländische Versicherer Aegon stellt Insidern zufolge sein Osteuropa-Geschäft zum Verkauf. Damit wolle Aegon die Folgen der Coronavirus-Krise besser bewältigen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Die amerikanische Investmentbank JPMorgan solle auf die Suche nach möglichen Käufern gehen, hiess es. Aegon ist in der Region vor allem in Ungarn vertreten, wo die Tochter zu den grössten fünf Lebens- und Pensionsversicherern gehört. Der niederländische Konzern hat aber auch Versicherungsgeschäfte in Polen, Rumänien und der Türkei. Aegon erhofft sich von dem Verkauf Erlöse von rund 650 Millionen Euro, hiess es weiter.

Aegon-Konzernchef Lard Friese, der im Mai vom heimischen Rivalen NN Group gekommen war, hatte im August angekündigt, das Geschäft in einigen der 20 Länder, in denen der Versicherer tätig ist, auf den Prüfstand zu stellen, um Kapital zu sparen. NN wird neben der belgischen KBC als möglicher Bieter gehandelt. Auch die deutsche Allianz habe Interesse gezeigt. Der Münchner Versicherungsriese wolle allerdings nur in Schaden- und Unfall-Bereich und in der Vermögensverwaltung zukaufen, hiess es zudem. In Ungarn ist Aegon in der Lebens- und in der Sachversicherungs-Sparte aktiv, seit sie 1992 beim damals staatlichen Versicherer Állami Biztosító eingestiegen war. Aegon, Allianz und die NN Group wollten sich zu den neuesten Informationen nicht äussern. KBC war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der neue UBS-Chef Ralph Hamers passt die Lohnstrukturen leicht an.

Der neue UBS-Chef Ralph Hamers passt die Lohnstrukturen leicht an.

Walter Bieri / EPA

(awp/sda) Die UBS will die Fixlöhne ausgewählter erfahrener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anheben. Diese sollen in den Genuss einer Erhöhung des Fixlohnes um bis zu 20 Prozent kommen, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag.

Damit soll offenbar verhindert werden, dass sie zur Konkurrenz abwandern. Die UBS sei zum Schluss gekommen, dass die Grundlöhne im Vergleich mit Angestellten anderer Banken in vergleichbaren Funktionen zum Teil abweichen würden, heisst es im Artikel.

Das habe die Bank dazu veranlasst, Fixsaläre ausgewählter Mitarbeiter zu erhöhen. Gleichzeitig würden die variablen Vergütungen dieser Angestellten gesenkt.

UBS überprüfe regelmässig die Struktur ihrer Gesamtvergütungen, schreibt ein Sprecher der Bank auf Anfrage von AWP zum Thema. Als Folge davon würden selektive Anpassungen bestimmter Gehälter vorgenommen, um am weltweiten Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Da aber auch Senkungen etwa bei variablen Vergütungen umgesetzt würden, hätten die Anpassungen insgesamt keinen Einfluss auf die gesamten Lohnkosten der Bank.

(dpa) Der chinesische Alibaba-Ableger Ant Group will bei seinem Börsengang 34,5 Milliarden Dollar einspielen. Der IPO (Initial Public Offering) in Hongkong solle am 5. November stattfinden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Wert liegt zwar rund 500 Millionen Dollar unter dem spekulierten Ziel, würde damit aber weiterhin den bisher grössten Börsengang von Saudi Aramco in Höhe von 29 Milliarden Dollar übertreffen - der saudische Ölriese hatte allerdings lediglich 1,5 Prozent seiner Anteile verkauft.

Nach Angaben vom Montag will der Finanzarm der weltgrössten chinesischen Online-Handelsplattform an den Börsen Hongkong und Schanghai jeweils 1,67 Milliarden Aktien zu je 80 Hong-Kong-Dollar (10,32 Dollar) beziehungsweise 68,8 Yuan (10,17 Dollar) zum Kauf anbieten.

(Reuters) Der Coronavirus-Testkit Sampinute des südkoreanischen Pharma-Herstellers Celltrion hat von der US-Regulierungsbehörde FDA die Notfallzulassung erhalten. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt.

Laut Celltrion liefert Sampinute innerhalb von zehn Minuten Coronavirus-Testergebnisse mit einer Zuverlässigkeit von etwa 94 Prozent. Die Aktien von Celltrion stiegen nach Erhalt der Informationen um bis zu 4,6 Prozent.

Coca-Cola European Partners, CCEP, will den unabhängigen Abf¨üller Coca-Cola Amatil von Australien aufkaufen.

Coca-Cola European Partners, CCEP, will den unabhängigen Abf¨üller Coca-Cola Amatil von Australien aufkaufen.

Lorenzo Carnero / Imago

(Reuters) Der weltgrösste unabhängige Abfüller von Coca-Cola, die Coca-Cola European Partners, will den australischen Rivalen Coca-Cola Amatil für rund 6,6 Milliarden Dollar kaufen. European Partners habe 12,75 australische Dollar pro Amatil-Aktie geboten.

Dies teilte Amatil am Montag mit. Dieses Gebot bedeute einen Aufschlag von rund 18 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Das Unternehmen hat 32 Produktionsstätten in Australien, Neuseeland, Indonesien, Fidschi, Papua-Neuguinea und Samoa.

Der US-Konzern Coca-Cola hält rund 19 Prozent an European Partners und knapp 31 Prozent an Amatil.

(dpa) Bayer baut sein Geschäft mit Zell- und Gentherapien mit der Milliardenübernahme des US-Unternehmens Asklepios BioPharmaceutical aus. Für den Kauf von AskBio flössen zunächst 2 Milliarden Dollar, wie der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern am Montag mitteilte. Erfolgsabhängig kämen nochmals bis zu 2 Milliarden Dollar hinzu, drei Viertel davon voraussichtlich in den kommenden fünf Jahren. Die Transaktion soll noch 2020 abgeschlossen werden und AskBio weiter als unabhängiges Unternehmen agieren.

«Durch den Kauf macht unser noch junges Zell- und Gentherapiegeschäft einen grossen Sprung», sagte Bayer-Pharmachef Stefan Oelrich im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur DPA-AFX. Der Manager sieht AskBio als Ergänzung zum 2019 übernommenen Stammzellspezialisten BlueRock Therapeutics, der sich unter anderem auf neurologische und kardiologische Krankheiten fokussiert. Ein wesentliches Programm zielt dabei auf die Parkinson-Erkrankung, bei der Nervenzellen langsam absterben.

Auch AskBio forscht unter anderem in diesen Bereichen, setzt aber nicht auf Stammzellen, sonder auf die Gentherapie. Dabei werden mit Hilfe harmloser Viren Gene in Zellen eingeschleust, die die Funktion beschädigter Gene ersetzen.

(awp/sda) Die Corona-Krise hat laut Roland Brack das Wachstum im Onlinehandel um ein bis zwei Jahre beschleunigt. In der Folge hat der Onlinehändler Brack sein Personal in der Logistik fast verdoppelt. Aufgrund der steigenden Fallzahlen und eines möglichen zweiten «Mini-Lockdowns» stellt er sich bereits wieder auf bewegte Zeiten ein.

«Entsprechend sind wir froh, dass sich die Lage im Sommer etwas entspannt hat», sagte Roland Brack in einem am Montag veröffentlichten Interview mit den CH-Media-Zeitungen. Brack ist Inhaber der Competec-Gruppe, zu der unter anderem der Onlineshop Brack.ch gehört. «Zwar blieben die Bestellungen auf einem deutlich höheren Niveau als vor der Pandemie, aber es gab uns Zeit, uns an eine neue Normalität zu gewöhnen.»

Weil die Bestellungen während des Lockdowns im Frühling explodiert waren, hat Brack das Personal in der Logistik von 250 auf etwa 450 Mitarbeiter fast verdoppelt. Dabei durften jedoch 10 bis 15 Prozent der bestehenden Leute nicht mehr arbeiten, weil sie zur Risikogruppe gehörten, so Brack. «Das war heftig in so kurzer Zeit.»

(dpa) Die Lufthansa will angesichts global verschärfter Reiserestriktionen unter anderem mit erneuten Flugzeugstilllegungen und kleinerer Flotte die Kosten stärker drücken. Im Winterflugbetrieb 2020/21 könnten die Airlines der Gruppe maximal ein Viertel ihrer Vorjahreskapazität anbieten, die Zahl der Fluggäste werde voraussichtlich bei weniger als einem Fünftel des Vorjahreswertes liegen und damit noch einmal deutlich unter der angebotenen Kapazität, heisst es in einem Brief des Lufthansa-Vorstandes an die Mitarbeiter. «Wir müssen daher unsere bisherigen Anstrengungen, die Kosten weiter herunterzubringen, noch einmal verstärken», heisst es in dem Schreiben vom Sonntag.

Lufthansa-Mitarbeitende haben am Sonntag dicke Post erhalten.

Lufthansa-Mitarbeitende haben am Sonntag dicke Post erhalten.

Kai Pfaffenbach / Reuters

Zwar sei es gelungen, den Mittelabfluss von einer Million Euro pro Stunde zu Beginn der Pandemie auf «nur noch» eine Million alle zwei Stunden zu senken. An der Dramatik habe sich aber nichts geändert. Daher sei es «unumgänglich, den Geschäftsbetrieb im Winter 2020/21 noch weiter herunterzufahren und möglichst viele Bereiche ab Mitte Dezember in einen ‹Wintermodus› zu versetzen». Unter anderem sollen 125 Flugzeuge erneut stillgelegt werden, die für den Einsatz im Winterflugplan vorgesehen gewesen seien. «Unseren ursprünglichen Plan, zum Jahresende wieder auf 50 Prozent der angebotenen Kapazität zu kommen, können wir nicht mehr einhalten», heisst es.

Der Vorstand verwies darauf, dass nach den ersten neun Monaten ein Verlust von 4,1 Milliarden Euro zu Buche geschlagen habe. «Dieser Fehlbetrag wird sich im vierten Quartal noch deutlich erhöhen», heisst es. Eine verlässliche Aussage über die Entwicklung der Branche sei schwieriger denn je. Dennoch sei der Vorstand «fest entschlossen, mindestens 100 000 der heute 130 000 Arbeitsplätze der Lufthansa Group zu erhalten».

Ende September verfügte der MDax-Konzern nach eigenen Angaben über flüssige Mittel von 10,1 Milliarden Euro. Darin seien 6,3 Milliarden aus den Hilfen enthalten, die Lufthansa-Gesellschaften von den Heimatstaaten Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien erhielten. Einschliesslich Eigenkapitalmassnahmen waren 9 Milliarden Euro bereitgestellt worden.

(dpa) Volkswagen treibt den Konzernumbau voran und unterstellt nach einem Bericht der «Automobilwoche» die britische Nobelmarke Bentley ab 2021 der Ingolstädter Tochter Audi. Bisher lag die Verantwortung für Bentley im VW-Konzernvorstand beim Porsche-Chef Oliver Blume. Bentley solle nun enger mit Audi verzahnt werden, schreibt das Fachblatt. So könnte etwa das in Ingolstadt gerade gestartete Artemis-Projekt auch den Bausatz für eine geländegängige Edellimousine der neuen Audi-Tochter liefern. Volkswagen wollte den Bericht am Sonntag auf Anfrage nicht kommentieren.

Überlegungen zu einer weiteren Verschlankung des VW-Konzerns gibt es bereits länger. Der Vorstandschef Herbert Diess sagte 2018, Ausgliederungen seien «denkbar» - jedoch ebenso Erweiterungen.

Im Rahmen einer Strukturreform waren die Luxusmarken Bugatti, Bentley und Porsche im grössten Autokonzern der Welt in die Untergruppe «Super Premium» eingegliedert worden. Die «Premium»-Gruppe bilden Audi sowie die über die Ingolstädter Tochter gehaltenen italienischen Hersteller Lamborghini und Ducati.

Die wichtigste Gruppe «Volumen» umfasst die Kernmarke VW, Skoda, Seat und die leichten VW-Nutzfahrzeuge. Die Lkw- und Busbauer MAN und Scania sind in der Traton-Holding organisiert.

(Reuters) Am Mittwoch hat das amerikanische Justizministerium Klage gegen Google eingereicht. Dem Suchmaschinenbetreiber wird vorgeworfen, er missbrauche seine Vorrangstellung. Jetzt soll Google bis zum 19. Dezember Stellung beziehen. Dies ging am Freitag (Ortszeit) aus Gerichtsunterlagen hervor.

Google soll sich bis zum 19. Dezember zum Wettbewerbsverfahren in den USA äussern.

Google soll sich bis zum 19. Dezember zum Wettbewerbsverfahren in den USA äussern.

Arnd Wiegmann / Reuters

Das US-Justizministerium und elf Bundesstaaten hatten am Mittwoch Klage gegen Google unter dem Vorwurf eingereicht, das Unternehmen missbrauche seine marktbeherrschende Stellung. Die Tochter des Internetkonzerns Alphabet wird beschuldigt, bei Suchergebnissen und im Werbegeschäft Konkurrenten benachteiligt zu haben.

Google hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Es dürfte sich um das grösste Wettbewerbsverfahren in den USA seit mehr als zwanzig Jahren handeln.

Google kontrolliert gemäss der Klage fast 90 Prozent des gesamten Suchmaschinenmarkts in den USA, bei Suchen auf Handys beträgt der Marktanteil sogar fast 95 Prozent. Google zählt mit einem Umsatz von 162 Milliarden Dollar zu den grössten Unternehmen der Welt. Kartellverfahren von ähnlichen Dimensionen gab es in den USA 1998 gegen Microsoft und 1974 gegen AT&T.

(reu) Japans grösste Airline, ANA Holdings (All Nippon Airways), plant laut einem Zeitungsbericht den Abbau von rund 3500 Stellen innerhalb von drei Jahren. Die Kürzungen seien Teil eines grösseren Restrukturierungsplans, der am Dienstag vorgestellt werden solle. Dies schrieb die japanische Tageszeitung «Yomiuri» am Sonntag. Als Hauptgrund für die Sparmassnahmen wird das geringere Flugaufkommen während der Coronavirus-Krise genannt.

ANA hatte zum Ende des vergangenen Jahres rund 43 500 Mitarbeiter. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Fluggesellschaft mit einem Verlust von rund 4,8 Milliarden Dollar.

(afp) Der Verwaltungsratspräsident des Samsung-Konzerns, Lee Kun Hee, ist tot. Nach Angaben das südkoreanischen Unternehmens vom Sonntag verstarb Lee am Sonntag im Alter von 78 Jahren. In seinen letzten Momenten sei seine Familie an seiner Seite gewesen. Der Konzern würdigte Lee als «wahren Visionär», dessen Erbe «für immer fortdauern» werde. Lee hatte Samsung über die Jahre zu einem der weltweit führenden Konzerne für Technologieprodukte, darunter Handys, fortentwickelt. Im Jahr 2014 hatte er jedoch eine Herzattacke erlitten und hatte seither gesundheitliche Probleme. Sein Sohn Lee Jae Yong übernahm deshalb in der Praxis die Leitung der Geschäfte und wurde de facto zum Konzernchef.

Der Samsung-Erbe steckt allerdings in erheblichen juristischen Schwierigkeiten. Lee Jae Yong wurde im Zuge eines Bestechungs- und Veruntreuungsskandals im Jahr 2017 zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach einer Berufung kam er jedoch im Jahr darauf frei. Das Oberste Gericht von Südkorea ordnete später einen neuen Prozess gegen den Samsung-Erben wegen dieses Skandals an, der noch nicht abgeschlossen ist. Der Fall steht im Zusammenhang mit einem weitverzweigten südkoreanischen Korruptionsskandal, der 2017 zum Sturz der früheren Präsidentin Park Geun Hye geführt hatte.

(afp) Bei den Tarifverhandlungen für die 2,3 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen in Deutschland sind weitere Fortschritte erzielt worden. Inzwischen liegt ein Einigungsvorschlag der Verhandlungsführer auf dem Tisch, wie Sprecher der Tarifparteien in der Nacht zum Sonntag in Potsdam sagten.

Zu dessen Inhalt wurde aber zunächst nichts bekannt. Zu dem Einigungsvorschlag stand allerdings sowohl die Zustimmung der Bundestarifkommissionen von Verdi und des dbb Beamtenbundes als auch der Mitgliederversammlung der Vereinigten kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und des deutschen Bundes noch aus. Deren Zustimmung wird für Sonntag angestrebt. Die Verhandlungen wurden unterbrochen. Am Sonntagvormittag ab 10 Uhr wollen die Verhandlungsführer in Potsdam erneut zusammenkommen, hiess es. Verdi und der dbb Beamtenbund hatten bisher 4,8 Prozent mehr Gehalt bis Ende 2021, monatlich jedoch mindestens 150 Euro mehr, gefordert. Das ursprüngliche Arbeitgeberangebot sah in drei Jahresstufen bis März 2023 insgesamt 3,5 Prozent mehr Gehalt vor.

(dpa) Deutschlands grösster Autovermieter, Sixt, bereitet sich auf den Markteintritt in Kanada vor. Das Unternehmen habe sich im Februar im zweitgrössten Land der Welt ins Handelsregister eintragen lassen, wie auf der Behördenwebsite «Canada’s Business Registries» nachzulesen ist. Darüber berichtete zuerst die «Welt am Sonntag». Sixt hat bis jetzt zwar eine kanadische Webseite, aber keine eigenen Vermietungsniederlassungen. Die Eintragung ins Handelsregister sei erfolgt, «um zu einem aktuell nicht definierten Zeitpunkt handlungsfähig zu sein», teilte das Unternehmen gegenüber der «Welt am Sonntag» mit. «Damit schliessen wir einen zukünftigen Markteintritt nicht aus.»

Weltweit ist Sixt inzwischen in rund 110 Ländern tätig, seit 2011 auch in den benachbarten USA. Sixt kämpft wie alle anderen Autovermieter stark mit den Folgen der Coronavirus-Pandemie und der deswegen gesunkenen Zahl an Geschäfts- und Privatreisen. Im dritten Quartal sanken die Erlöse um rund 40 Prozent auf 460 Millionen Euro.

Die Stadt Frankfurt ist zum Risikogebiet mit einer Inzidenz jenseits der 50 Neuinfektionen erklärt worden, wonach es zu zahlreichen Einschränkungen gekommen ist.

Die Stadt Frankfurt ist zum Risikogebiet mit einer Inzidenz jenseits der 50 Neuinfektionen erklärt worden, wonach es zu zahlreichen Einschränkungen gekommen ist.

Ralph Peters / Imago

(afp) Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat angesichts des starken Anstiegs der Coronavirus-Infektionszahlen in Deutschland die Wachstumsprognose der deutschen Regierung für das kommende Jahr relativiert. Die positiven Konjunktureinschätzungen für 2021 stünden «natürlich unter dem Vorbehalt, dass es uns gelingt, die hohen Infektionszahlen wieder zu senken».

Dies sagte Altmaier gegenüber den Zeitungen der deutschen Funke Mediengruppe vom Samstag. Die deutsche Regierung hatte Anfang September für das kommende Jahr ein Wachstum der deutschen Wirtschaft um 4,4 Prozent vorhergesagt. Für das laufende Jahr erwartet sie einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 5,8 Prozent. Für 2020 könne davon ausgegangen werden, «dass die Entwicklung weitgehend so eintritt, wie sie prognostiziert wurde», sagte Altmaier nunmehr.

Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute hatten Mitte Oktober für das kommende Jahr ein Wachstum von 4,7 Prozent vorhergesagt. Die deutsche Regierung will nächste Woche eine neue Konjunkturprognose vorlegen.

Altmaier nannte die derzeitige Infektionslage dramatisch. Er warnte aber zugleich vor einem erneuten Herunterfahren der Wirtschaft wie im Frühjahr. «Einen neuen flächendeckenden Lockdown darf es nicht geben, und ich halte ihn auch nicht für erforderlich», sagte er gegenüber den Funke-Blättern. Der Wirtschaftsminister rief Bund und Länder dazu auf, «in grösserer Einmütigkeit in den nächsten Tagen die notwendigen Beschlüsse zu fassen», um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. «Flickenteppiche von Regelungen» könne sich Deutschland nicht länger leisten.

(awp/sda) Der Industriekonzern ABB hat im dritten Quartal 2020 weniger umgesetzt und auf operativer Ebene auch weniger verdient. Trotzdem stieg der Reingewinn massiv, dies dank Sondereffekten. Die ABB hat insbesondere den Erlös aus dem Verkauf der Stromnetzsparte verbucht.

Der Umsatz ging in US-Dollar um 4 Prozent auf 6,58 Milliarden US-Dollar zurück. Rechnet man die Konsolidierungs- und die Währungseffekte heraus, ergab sich organisch ebenfalls ein Minus von 4 Prozent, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das Tempo des Abschwungs hat sich damit verlangsamt, denn im zweiten Quartal resultierte auf bereinigter Basis ein Umsatzminus von 10 Prozent.
In diesem Umfeld reduzierte sich auch der Betriebsgewinn (EBITA) um 2 Prozent auf 787 Millionen US-Dollar, wobei die entsprechende Marge um 30 Basispunkte auf 12,0 Prozent gesteigert werden konnte.

Ein ganz anderes Bild zeigte sich beim Reingewinn. Dieser hat sich auf 4,53 Milliarden beinahe verachtfacht. Allerdings spielen hier Sondereffekte mit. Hier ist der Gewinn der nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar enthalten. Dieser umfasst einen Vorsteuerbuchgewinn von 5,3 Milliarden aus dem Power-Grids-Verkauf sowie den Ertragssteueraufwand im Zusammenhang mit der Veräusserung. ABB hatte den Verkauf von rund 80 Prozent seiner Stromnetzsparte an Hitachi im Dezember 2018 angekündigt, Mitte 2020 wurde er vollzogen.

Im Vergleich mit den Prognosen hat sich ABB mehrheitlich besser geschlagen als erwartet. Für das vierte Quartal rechnet der Industriekonzern damit, dass die Auftrags- und Umsatzwachstumsraten gegenüber der Vorjahresperiode schwierig bleiben und dass die Umsatzwachstumsrate sequenziell abnimmt.

ABB in Zahlen

Geldwerte in Mio. $ (US GAAP)

Januar bis September 2019 2020 +/- %
Umsatz 20’910 18’952 –9
Op. Betriebsergebnis (Ebita) 2’397 2’074 –13
Ebita-Marge (%) 11.5 10.9 -
Konzernergebnis 1’114 5’225 -
operativ pro Aktie ($) 0.97 0.73 –25
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 414 511 23
Eigenkapitalquote (%) 30.3 38.5 -
Nettoliquidität -4949 935 -

(dpa) Der grösste amerikanische Einzelhändler Walmart hat die amerikanische Regierung verklagt, um sich gegen drohende juristische Konsequenzen wegen seiner Rolle in der Opioid-Krise zu wappnen. Das Justizministerium drohe Walmart mit einem «vollkommen unberechtigten» Rechtsstreit, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend (Ortszeit) in Bentonville mit. Walmart könnte demnach rückwirkend dafür bestraft werden, süchtig machende Schmerzmittel verkauft und damit zur verheerenden Opioid-Epidemie in den USA beigetragen zu haben.

Walmart argumentiert jedoch, die Mitarbeiter hätten nur ihre Pflicht erfüllt und Arzneimittel angeboten, die Kunden von Ärzten mit Zulassung der amerikanischen Behörden verschrieben worden seien. «Wir beginnen diesen Rechtsstreit, weil es kein Bundesgesetz gibt, das Apothekern vorschreibt, sich in dem vom Justizministerium geforderten Masse in das Verhältnis zwischen Ärzten und Patienten einzumischen.»

Eine Frau beim Einkaufen im Walmart in Bradford im Gliedstaat Pennsylvania am 20. Juli.

Eine Frau beim Einkaufen im Walmart in Bradford im Gliedstaat Pennsylvania am 20. Juli.

Brendan McDermid / Reuters

Walmart kommt einer möglichen Klage der amerikanischen Regierung nun zuvor, um gerichtlich klären zu lassen, ob Arzneimittelhändler zur Verantwortung gezogen werden können. Tatsächlich werde stets von staatlichen Experten und Gesundheitsbehörden betont, dass es verboten sei, Patienten medizinische Ansprüche zu verweigern. Stellungnahmen des Justizministeriums oder der Antidrogenbehörde DEA, gegen die sich die Klage des Grosskonzerns ebenfalls wendet, gab es zunächst nicht.

Opioide sind zum Teil synthetisch hergestellte Arzneimittel mit unter anderem schmerzlindernden Eigenschaften. Sie bergen jedoch auch enorme Abhängigkeitsrisiken und hohes Missbrauchspotenzial. Die Opioid-Epidemie in den USA hat laut der Gesundheitsbehörde CDC seit der Jahrtausendwende zu mehr als 450 000 Toten geführt. Walmart zählt zwar nicht zu den Pharma-Konzernen, denen häufig eine Hauptschuld an der Misere gegeben wird, steht als grosser Medikamentenhändler mit vielen Apothekenschaltern aber ebenfalls schon länger in der Kritik.

(dpa) Starke «Barbie»- und «Hot Wheels»-Verkäufe haben dem amerikanischen Spielzeughersteller Mattel im dritten Quartal zu einem kräftigen Gewinnsprung verholfen. Unter dem Strich verdiente der Hasbro-Rivale in den drei Monaten bis Ende September 316 Millionen Dollar und damit 348 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Neue Barbie-Puppen des Herstellers Mattel, ausgestellt in New York im Februar 2020.

Neue Barbie-Puppen des Herstellers Mattel, ausgestellt in New York im Februar 2020.

Carlo Allegri / Reuters

Die Erlöse wuchsen angetrieben von hoher Nachfrage nach Puppen und Spielzeugautos um rund 10 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Mit den Quartalszahlen wurden die Markterwartungen weit übertroffen, die Aktie legte nachbörslich zeitweise um über 10 Prozent zu.

(dpa) Der Chipkonzern Intel hat in seinem Geschäft mit Rechenzentren im vergangenen Quartal die Markterwartungen verfehlt. Der Umsatz des Bereichs sank im Jahresvergleich um 7 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem besseren Geschäft gerechnet, die Aktie fiel im nachbörslichen Handel am Donnerstag um rund 10 Prozent.

In seinem grössten Geschäftsbereich – Prozessoren für Personal Computer – konnte Intel die Erlöse um rund ein Prozent auf 9,85 Milliarden Dollar steigern. Das operative Ergebnis in der Sparte sank zugleich um mehr als 17 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar.

Konzernweit ging der Umsatz um 4 Prozent auf rund 18,3 Milliarden Dollar zurück. Unterm Strich blieb ein Gewinn von rund 4,3 Milliarden Dollar übrig – gut 28 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

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