Switzerland

UPC baut in der Schweiz jede zehnte Stelle ab

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht scheint der Stellenabbau bei UPC Schweiz unvermeidlich: Der Verlust von TV-Kunden konnte schon lange nicht mehr durch einen Zuwachs bei den Internet-Anschlüssen kompensiert werden.

Der Kundenverlust machte sich bis etwa 2016 in der Erfolgsrechnung von UPC Schweiz nicht bemerkbar.

Der Kundenverlust machte sich bis etwa 2016 in der Erfolgsrechnung von UPC Schweiz nicht bemerkbar.

Arnd Wiegmann / X90184

Der Schnitt kommt zwar wenig überraschend, doch das macht ihn nicht weniger schmerzhaft. UPC will in der Schweiz bis zu 10% der 1600 Stellen streichen. Dies hat die Geschäftsleitung des grössten Kabelnetzbetreibers des Landes diese Woche den Mitarbeitern mitgeteilt. Der Personalabbau soll möglichst durch Frühpensionierungen, freiwillige Kündigungen und interne Wechsel abgefedert werden. Das dürfte allerdings kaum ausreichen, um Entlassungen zu vermeiden. Um ihre Stellen müssen deshalb Mitarbeiter in diversen Funktionen und Bereichen an den Standorten in den Kantonen Waadt sowie Zürich zittern.

Niedergang im Kerngeschäft

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht scheint der Stellenabbau bei UPC Schweiz unvermeidlich. Denn die Tochterfirma des britisch-amerikanischen Konzerns Liberty Global sucht verzweifelt Boden unter den Füssen. Darauf deutet das vor einer Woche veröffentlichte Jahresergebnis 2018 hin. Der Umsatz schrumpfte innert Jahresfrist um 3,5% auf 1,25 Mrd. Fr. Der freie Cashflow – zum Gewinn macht der Konzern keine Angaben – ist seit 2017 um einen Drittel auf 344 Mio. Fr. eingebrochen.

Symptomatisch für den Niedergang des Kabelnetzbetreibers ist der TV-Bereich: Im einstigen Kerngeschäft hat UPC in den vergangenen zehn Jahren rund eine halbe Million oder einen Drittel der Kunden verloren. Im gleichen Zeitraum konnte Swisscom über eine Million TV-Abonnenten gewinnen. Heute steht der Branchenprimus genau dort, wo UPC vor einer Dekade gestanden hat: Er ist mit 1,5 Mio. Kunden Marktführer im TV-Segment – weit vor UPC mit noch 1 Mio. Kunden.

Lange schien die Konzernzentrale in London mit diesem Aderlass leben zu können. Denn erstens machte er sich bis etwa 2016 in der Erfolgsrechnung von UPC Schweiz nicht bemerkbar. Der Verlust von TV-Kunden konnte durch einen Zuwachs bei den Internet-Anschlüssen zunächst kompensiert werden. Zweitens wurden die Erlöse auf einer Infrastruktur erwirtschaftet, die grösstenteils abgeschrieben war. Mit anderen Worten: Die Schweizer Tochter war für Liberty Global eine Geldmaschine. Seit 2015 hat UPC allerdings fast 100 000 Internet-Kunden verloren. Das schlug sich auch im Umsatz nieder, der seit 2016 um gut 8% gesunken ist.

«Wachstumsplan» greift kaum

Liberty Global hat sich möglicherweise zu spät daran erinnert, was gemäss Lehrbuch den Wert eines Unternehmens ausmacht: Nicht alleine die flüssigen Mittel, die heute aus ihm gezogen werden können; sondern die Summe aller künftigen Geldflüsse, die es netto verspricht. Einiges deutet darauf hin, dass der Wert von UPC unter einer zu kurzfristigen Optik des Besitzers gelitten hat.

Dieser Ansicht waren zumindest die Sunrise-Aktionäre. Sie lehnten den Kauf von UPC für 6,3 Mrd. Fr. ab. Das Management des Kabelnetzbetreibers versuchte vor anderthalb Jahren das Steuer mit einem «Wachstumsplan» herumzureissen. Dennoch hat UPC im vergangenen Jahr erneut 73 600 Kunden verloren. Da es 2017 noch 121 000 waren, wurde dies von der Firma als Erfolg gefeiert. Der angekündigte Stellenabbau ist laut UPC ein Teil des «Wachstumsplans». Wenn Sunrise die Firma übernommen hätte, wäre dieser wohl als Folge der Fusion «verkauft» worden.

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