Switzerland

«Uns Secondos schikaniert man»: Mit illegalen Teilen erwischte Autoposer wehren sich

Die Schweizer Polizei hat Autoposern den Kampf angesagt. Zuerst im Kanton St. Gallen, wo 240 Poser angezeigt werden, jetzt im Kanton Bern. Dort zieht die Polizei in Thun an einem Wochenende 10 illegal aufgemotzte Wagen aus dem Verkehr. Darunter auch den BMW 335i von Nevzat S.* (23).

Der Kosovare hat das Auto erst seit drei Monaten. Jetzt steht sein Schlitten auf dem Parkplatz vom Verkehrsprüfzentrum. Denn sein Auspuff ist illegal bearbeitet. Im Tuner-Jargon heisst das: Eine typenfremde «Down-Pipe» wurde eingebaut. Dadurch röhrt der BMW lauter als erlaubt.

«Habe nicht laut aufs Gas gedrückt»

Nevzat S. ist sauer. Nicht nur wegen der Busse oder dem beschlagnahmten BMW, sondern auch, weil die Kontrolle aus seiner Sicht nicht fair ablief. «Schweizer wurden bevorzugt behandelt. Uns Secondos schikaniert man dagegen», sagt er zu BLICK.

Das habe schon vor der Kontrolle begonnen. Der Sachbearbeiter erzählt, dass er am Freitag, kurz nach 17 Uhr, von zu Hause zu einer Tankstelle fuhr. «Ich bin gerade mal zwei Minuten gefahren. Habe nicht laut aufs Gas gedrückt oder sonst was. Auf einmal kamen Zivil-Polizisten zu mir und sagten, ich solle ihnen zum Verkehrsprüfzentrum in Thun folgen. Mein Wagen würde kontrolliert werden.»

Keine unerlaubten Teile festgestellt

Mit seinem BMW stehen andere verdächtige Autos auf dem Parkplatz – doch nicht alle Boliden kommen auf den Lift für eine Inspektion. Darunter ein Renault Megane RS. «Als der Polizist bei dem Wagen aufs Standgas gedrückt hat, war der viel lauter als mein BMW. Doch der durfte danach einfach vom Gelände fahren.» Nevzat S. ist sich sicher: «Nur weil er Schweizer war!»

Die Kantonspolizei Bern widerspricht vehement dieser Theorie und weist den Vorwurf zurück. «In dem konkreten Fall wurden keine unerlaubten Teile festgestellt. Ganz im Gegensatz zu anderen Autos. Und da sonst keine anderen Vergehen vorlagen, durfte der Lenker weiterfahren», sagt Polizeisprecher Dominik Jäggi zu BLICK.

Dejan K.* (20), ein Kollege von Nevzat S., sieht sich ebenfalls unfair behandelt. Auch sein Wagen wurde beschlagnahmt. Dabei sei er mit dem Audi RS5 normal gefahren. «Die Polizei hat mich ohne Grund rausgezogen. Ich wusste nicht mal, dass das Auto getunt ist», sagt er zu BLICK. Er habe den Sportwagen erst kürzlich von einem Garagisten gekauft. Nun werde er sich an den Verkäufer werden. «Dann muss er das mit der Polizei klären.»

Zum Glück im Homeoffice

Wann Nevzat S. sein Auto wiederbekommt, weiss er noch nicht genau. Er hofft, möglichst bald. Der Parkplatz, auf dem der BMW nun steht, kostet nämlich Geld – Tag für Tag. «Das weiss ich von einem Freund, dem etwas Ähnliches passiert ist. Inklusive Busse musste er am Ende fast 4000 Franken zahlen», sagt der 23-Jährige.

Zum Glück könne er gerade im Homeoffice arbeiten. Sonst wäre alles noch viel schlimmer. «Ich fahre zirka eine Stunde und 30 Minuten zur Arbeit. Mit dem Zug wäre es noch länger. Ohne Auto bin ich aufgeschmissen.»

* Namen der Redaktion bekannt

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