Switzerland

Und GC verliert auch mit Djuricin

Am Tag seiner Vorstellung in Niederhasli sagt Goran Djuricin: «Wir sind GC, wir wollen dominieren.» Vier Tage später, am Abend seines Debüts an der Seitenlinie, erlebt der Trainer, was GC im Moment bedeutet: eine Mannschaft ohne Glück und ohne Durchsetzungsvermögen, eine Mannschaft eben, die nicht mehr gewinnen kann.

Das 0:1 gegen den SC Kriens ist schon ihr fünftes Spiel in Folge ohne Sieg, und wie dieses Tor fällt, sagt viel über ihre aktuelle Verfassung aus. Die 73. Minute läuft, als Kriens wieder einmal die Tiefe sucht, Siegrist leitet den Ball elegant weiter auf Abubakar, der trifft nur den Pfosten, doch dann kommt Cvetkovic herbeigeeilt, und statt den Ball weg­zuschlagen, bringt er es tatsächlich fertig, ihn ins eigene Tor zu lenken.

Die Zürcher sind danach von der Rolle, es fällt ihnen endgültig nichts mehr ein, um den Schaden noch abzuwenden. Die Krienser stehen weiterhin tief und verteidigen den Vorsprung ohne weitere Probleme. Sie bringen die Aufgabe so zu Ende, wie es zu ihrem ganzen Gastspiel im Letzigrund passt. Djuricin sieht einen Gegner, der nur «destruktiv spielt» und die Bälle «nach vorn schiesst». Die Mittel der Krienser sind nicht zwingend attraktiv, aber legitim, und vor allem sind sie erfolgreich. Sie haben schon vor Cvetkovics Lapsus zwei grosse Chancen auf Konter, um in Führung zu gehen.

Djuricin wird nicht müde, das Gute am Auftritt von GC hervorzuheben. Gefühlt 90 Prozent Ballbesitz und Pressing sieht er in der ersten Halbzeit, die Körpersprache seiner Spieler gefällt ihm, und es gefällt ihm auch, wie sie «die Kugel laufen lassen». Das ist die geschönte Version des Abends.

Die nüchterne Realität dagegen ist, dass das alles brotlos ist, was die Zürcher unternehmen. Im letzten Drittel des Platzes, da, wo Spiele gewonnen werden, bringen sie gar nichts zustande. Vor der Halbzeit haben sie nicht eine klare Chance, nachher ist das Bild kein wenig besser. Überraschen kann das nicht, nur weil jetzt nicht mehr Uli Forte die Verantwortung trägt, sondern Goran Djuricin. In den letzten neun Spielen hat GC sieben Tore zustande gebracht. Djuricin sagt: «Wenn man keine Tore macht, ist immer alles falsch.»

Die Spur nach China

Eine Woche hat der Trainer nun Zeit, die Spieler besser kennen zu lernen und mit ihnen zu arbeiten. Am nächsten Samstag wartet Schaffhausen, «der nächste Gegner, der nichts für den Fussball tut», lamentiert Djuricin bereits.

Es ist auch eine Woche, in der Interimspräsident Andras Gurovits im Hintergrund weiter an der Lösung für die Zukunft basteln kann. Die NZZ schreibt von einem Angebot, das der frühere Präsident Stephan Rietiker unterbreitet habe, um den Club zu übernehmen. Doch mehrversprechend ist eine Spur, die nach China führt, zur Beteiligungs­firma Fosun. Dieser gehört seit 2016 der Premier-League-Club Wolverhampton.


3100 Zuschauer. – SR: Staubli.
Tor:
GC: Salvi; Cabral, Salatic, Cvetkovic, Wittwer; Pusic (78. Asllani), Buff (62. Morandi), Diani, Rustemoski (46. Fehr); Gjorgjev, Ben Khalifa (69. Subotic).

Rangliste: 1. Lausanne-Sport 21/46 (54:18). 2. Vaduz 21/35 (44:34). 3. Kriens 22/35 (29:29). 4. Grasshoppers 22/34 (31:27). 5. Winterthur 21/28 (24:33). 6. Wil 21/27 (34:33). 7. Stade Lausanne-Ouchy 21/27 (29:35). 8. Aarau 21/25 (33:39). 9. Schaffhausen 21/23 (18:32). 10. Chiasso 21/13 (26:42).

Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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