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Switzerland

Turbulente Zeit für das Blindenheim Basel – ein modernes Zentrum soll bis 2024 stehen

Die Stiftung Blindenheim Basel hat am Donnerstag über ihre Pläne zum Bau eines neuen Zentrums am Standort an der Kohlenberggasse informiert. Die bestehenden Gebäude aus den 1970er-Jahren sollen abgerissen und durch ein Zentrum, das heutigen und zukünftigen Ansprüchen genügt, ersetzt werden.

Der ambitionierte Bauplan sieht vor, dass im nächsten Jahr mit den Arbeiten begonnen und die neuen Gebäude im April 2024 bezogen werden können. Mit dem Neubau sollen nicht nur eine zeitgemässe Unterbringung und ein modernisierter Betrieb realisiert werden, die Anzahl an Pflegeplätzen wird dabei auch ausgebaut. Für die Heimbewohner bedeutet das Grossbauprojekt eine grosse Umstellung und den Beginn einer stressigen Zeit.

Grosse Umstellung für Heimbewohner

Der Lärm der Grossbaustelle wird vermutlich die Nerven der Anwohner strapazieren – für die Bewohnerinnen und Bewohner des Blindenheims bedeutet das Projekt hingegen eine grundlegende Veränderung ihres Alltags und Lebensraums – ein Stressfaktor. Nicht nur die 70 Bewohner des Heims müssen ausziehen, auch Personen, die in teilbetreuten Wohnungen im Nachbargebäude leben, können nicht in ihrem Zuhause bleiben.

Eine von ihnen ist Tsiory Jakob. Die 30-Jährige lebt in ihrer gleich neben dem Heim gelegenen Wohnung ein sehr selbstbestimmtes Leben. «Kochen, Waschen, Aufräumen, das mache ich alles alleine. Nur beim Putzen habe ich Hilfe.» Jakob ist seit der Ankündigung des Umbaus auf der Suche nach einer neuen Wohnung und hofft, dass sie dort dann langfristig bleiben kann. «Es braucht Zeit, eine neue Umgebung kennen zu lernen», sagt sie. Das bedeute auch, neue Wege auswendig zu lernen.

Tsiory Jakob wird auch in Zukunft in der Werkstatt des Heims arbeiten und hofft darauf, eine Wohnung in der Innenstadt zu finden. Die pflegebedürftigeren Heimbewohner haben in dieser Hinsicht keine Optionen. Sie müssen während der Bauphase in die ehemalige Rehaklinik Chrischona in Bettingen umziehen.

Der Zuschlag für die Umsetzung ging an das Zürcher Architekturbüro Esch.Sintzel, deren Entwurf am Donnerstag der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Der Grundriss des Neubaus erinnert an eine Kirche – laut den Verantwortlichen keine beabsichtigte Ähnlichkeit, sondern vielmehr die beste Art und Weise, das neue Zentrum in die herausfordernde Umgebung einzupassen. «Das Gebäude wird tiefer liegen als der denkmalgeschützte Bernoulli-Bau nebenan, in dem sich die Berufsfachschule befindet», sagt Architekt Marco Rickenbacher. In Zukunft soll das Heim noch stärker für die Öffentlichkeit zugänglich sein und das Quartier mitbeleben.

Die Finanzierung des Bauprojektes stemmt die Trägerstiftung des Blindenheims, selbst. Der Neubau soll insgesamt rund 40 Millionen Franken kosten. Die Hälfte des Betrags wird die Stiftung aus eigener Kasse berappen. Der Rest der Summe wird mittels Hypotheken und, so hofft Pierre Jaccoud vom Stiftungsrat, durch grosszügige Spenden gedeckt werden.

Das Blindenheim ist in der Stadt eine Institution und insbesondere für sein Handwerk bekannt: Die besten Besen gibt es im Werkstatt-Laden des Heims zu kaufen, heisst es im Volksmund. Aktuell ist man noch auf der Suche nach einem Übergangslokal für den Laden.

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