Switzerland

Transportfirma soll jahrelang schadstoffbelastetes Material illegal im Steinbruch oberhalb des Blausees entsorgt haben

Im Steinbruch Mitholz im Berner Oberland sind laut Medienberichten über Jahre Hunderte Tonnen Material deponiert worden, das auf eine reguläre Deponie gehört hätte. Verantwortlich ist eine Transportfirma, gegen die die Berner Justiz jetzt ermittelt.

Der Steinbruch Mitholz steht seit längerem in Verdacht, die Ursache mehrerer Forellensterben in den Fischzuchtanlagen beim Blausee zu sein.

Der Steinbruch Mitholz steht seit längerem in Verdacht, die Ursache mehrerer Forellensterben in den Fischzuchtanlagen beim Blausee zu sein.

Anthony Anex / Keystone

Der Steinbruch in Mitholz steht nicht zum ersten Mal in den Schlagzeilen. Im vergangenen Jahr war im Zusammenhang mit wiederholten Massensterben in der Forellenzucht beim Blausee bekannt geworden, dass die BLS seit 2012 rund 16 000 Tonnen teilweise giftigen Altschotter dorthin geliefert hatte. Die Berner Staatsanwaltschaft hatte deshalb Ermittlungen aufgenommen.

Nun haben die Redaktionen der SRF-Sendung «Rundschau» und der «Berner Zeitung» neue gravierende Vorfälle aufgedeckt. Es geht um die illegale Entsorgung schadstoffbelasteter Abfälle, die eine Berner Transportfirma zu verantworten hat. Die Berichte stützen sich auf Dokumente und Aussagen von ehemaligen Chauffeuren der Firma. Demnach hatte der Chef die Fahrer regelmässig angewiesen, Material, das auf offiziellen Deponien hätte entsorgt werden müssen, auf den Steinbruch in Mitholz zu bringen, um Kosten zu sparen. Eine reguläre Deponie mit speziellen Schutzvorkehrungen ist deutlich teurer als der Steinbruch.

Laut den Berichten handelte es sich unter anderem um Hunderte Tonnen Pressschlamm aus der Wäsche von Bodenaushub aus dem Kanton Zürich, die in Mitholz unter falschen Angaben deponiert wurden. Nachfragen oder Kontrollen gab es offenbar nicht. Die getrockneten Filterschlämme enthalten aber Rückstände, die krebserregend sein können. In der Regel gehe von solchem Material keine unmittelbare Gefahr für die Umwelt aus, sagt der Geologe und Entsorgungsexperte Marcos Buser im Beitrag von SRF. Beim Blausee sei das aber anders, weil gerade bei starkem Regen Schadstoffe in den See gespült werden könnten.

Tote Forellen vom Blausee haben schon mehrfach Schlagzeilen gemacht.

Tote Forellen vom Blausee haben schon mehrfach Schlagzeilen gemacht.

Blausee AG

Für die Auftraggeber der Transportfirma war die falsche Entsorgung laut den Berichten nicht erkennbar. Betroffen ist etwa die Zürcher Firma Kibag. «Wir hatten bisher keine Anzeichen, dass die erwähnte Firma nicht korrekt gearbeitet hat, auch nicht, nachdem intern noch einmal alles kontrolliert worden war.», wird Geschäftsleitungsmitglied Philipp Althaus im Beitrag der «Berner Zeitung» zitiert. Sollten die Sachverhalte stimmen, sei die Kibag «übers Ohr gehauen worden». Ihnen sei der hohe Preis für eine korrekte Entsorgung verrechnet worden. Althaus kündigt rechtliche Schritte an.

Der Chef der Berner Transportfirma ist bereits jetzt mit einem Strafverfahren konfrontiert. In den Berichten wird sein Anwalt mit den Worten zitiert, er kooperiere mit der Staatsanwaltschaft und unterstütze «eine vollumfängliche Aufklärung der Vorfälle». Die Betreiberin des Steinbruchs ihrerseits will wegen laufender Untersuchungen vorerst nicht Stellung nehmen zu den «angeblichen Vorkommnissen». Sie mache aber auch interne Abklärungen und werde darüber informieren, sobald diese abgeschlossen seien, heisst es bei der Firma Vigier.

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