Switzerland

«Tote Leute» statt «tote Tiere»: Kapo Zürich parodiert Kult-Spot von Fischer-Bettwaren

Einsatzzentrale statt Federwaschanlage. Der schon oft parodierte Kult-Werbespot der Fischer Bettwarenfabrik ist um eine Persiflage reicher. Die Kantonspolizei Zürich zeigt mit einer Cover-Version des Kult-Clips ihren Berufsalltag. Statt Ernst Fischer begrüsst ein «Herr Zürcher» im obligaten weissen Mänteli die Zuschauer und führt sie stocksteif durch Rapport-Büros, Beweis-Labors oder Gegenüberstellungs-Räume.

Das Video kursiert derzeit in den sozialen Medien. «Hier können Sie den Täter nach ihrer Tatstrafe aussuchen und zusehen, wie er abgeführt wird», sagt «Herr Zürcher» trocken in die Kamera. Sein Daumen zeigt angestrengt in die Richtung seiner vier Kollegen, die die Bösewichte mimen.

«Auf dieser Maschine wird Gaggi kontrolliert»

Bei der Bettwarenfabrik gibt es Duvets schon ab 250 Franken. Und auch die Kapo macht in ihrem Video auf ihre Preise aufmerksam. «Schon ab 20 Franken können Sie bei uns als Autofahrer eine Busse erhalten. Fürs Parkieren im Halteverbot gibts 120 Franken», sagt «Herr Zürcher» und knallt einem Auto ein fiktives Chnölleli auf die Windschutzscheibe.

Während im Original Ernst Fischer seine Maschinen präsentiert, in denen «Daunen und Federn von toten Tieren gewaschen, getrocknet, entstaubt und sortiert» werden, zeigt «Herr Zürcher» das Labor. «Hier werden Beweismittel und Spuren von toten Leuten gesichert und ausgewertet», erzählt der Beamte. Und es geht noch intimer. Mit einem Kollegen im Hintergrund, der sein Geschäft zu erledigen scheint, heisst es: «Auf dieser Maschine wird Gaggi kontrolliert, damit Drogen nicht versteckt bleiben.»

Gratis-Werbung

Bei der Fischer Bettwarenfabrik reagiert man gelassen auf die Parodie der Kantonspolizei Zürich. «Der Redner im Video hat sich bei uns entschuldigt», sagt Geschäftsführer Lumni Dzambazoski auf Anfrage von BLICK. Die Parodie sei angeblich für einen langjährigen Mitarbeiter der Kantonspolizei gedreht worden und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. «Aber für uns ist das Video eigentlich gar nicht schlecht», sagt Dzambazoski. «Im Gegenteil: Für uns ist das Werbung. Es ist die Kantonspolizei Zürich, die schlecht dasteht.»

Wie Kantonspolizei-Sprecher Werner Schaub auf Anfrage von BLICK sagt, wurde das Video vor etwa fünf Jahren anlässlich der Pensionierung eines Kollegen aufgenommen. «In der Freizeit der Mitarbeitenden», wie er betont.