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«Tödlicheres» britisches Virus: Die Angst geht um in Grossbritannien

Die Aussage von Premier Johnson, die neue Variante des Coronavirus sei um einiges tödlicher, ist umstritten. Doch in London wird bereits über eine Verschärfung des Lockdown diskutiert.

Die Zahl der Corona-Patienten und der Todesopfer bleiben beharrlich hoch: Ambulanzen vor dem Royal London Hospital in London.

Die Zahl der Corona-Patienten und der Todesopfer bleiben beharrlich hoch: Ambulanzen vor dem Royal London Hospital in London.

Foto: Keystone

Die Briten sind verunsichert. Viele befürchten, dass die mittlerweile weit verbreitete «englische Variante» des Virus weitaus tödlicher ist, als man bisher vermutet hat. Experten stellen bereits die Frage, ob der gegenwärtige Lockdown strikt genug ist oder verschärft werden muss.

Die Zahl der Corona-Patienten und der Todesopfer bleiben nämlich beharrlich hoch. Fast 40’000 Personen liegen zurzeit mit Covid in britischen Spitälern. Die Zahl der Toten hat nach Berechnungen des Statistischen Amts mehr als 110’000 erreicht. In dieser Situation löste Premierminister Boris Johnson zusätzliche Ängste aus, als er erklärte, es gebe «Hinweise» darauf, dass die – um einiges tödlicher sei als die ursprüngliche Form des Virus.

«Weitere Untersuchungen» sind nötig

Johnsons wissenschaftlicher Chefberater, Sir Patrick Vallence, sprach von einer um 30 bis 40 Prozent höheren Todesrate bei einer Infektion mit B.1.1.7., fügte aber hinzu, dass erst noch «weitere Untersuchungen» nötig seien. Mehrere Experten warnten vor vorschnellen Schlüssen auf der Basis «dürftiger» Forschungsergebnisse. Es sei «schlicht zu früh», um mit Bestimmtheit etwas zu sagen, sagte Yvonne Doyle, die medizinische Direktorin der Gesundheitsbehörden. Ihr Kollege Mike Tildesley riet dazu, «ein oder zwei Wochen zu warten», bis man mehr wisse, und nicht schon jetzt Alarm zu schlagen.

Andere Forscher wandten dagegen ein, bereits mehrere Studien kämen zu ähnlich alarmierenden Ergebnissen. Der Regierung bleibe nichts anderes übrig, als die Lage sehr ernst zu nehmen und dies auch mitzuteilen.

Über sechs Millionen Personen haben inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten: Eine Frau in einem Impfzentrum in London.

Über sechs Millionen Personen haben inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten: Eine Frau in einem Impfzentrum in London.

Foto: AFP

Zu einem hitzigen Streit ist es auch in der Frage gekommen, ob es legitim ist, die Frist zwischen zwei Impfungen auf zwölf Wochen auszudehnen, wie man es jetzt in Grossbritannien tut. Johnsons Regierung ist ausgesprochen stolz aufs aktuelle Tempo beim Impfen. Am Wochenende hatten bereits über sechs Millionen Personen mindestens eine Dosis erhalten im Königreich. Mehr Erstimpfungen, die nach Ansicht der Regierung mehr Leben retten können, sind freilich erst durchs Herauszögern der Zweitimpfungen möglich geworden.

Diese eigenwillige Massnahme hält der Britische Ärzteverband (BMA) für unzulässig, da zu wenig bekannt sei über die Wirksamkeit des Impfstoffs in einem solchen Fall. «Keine andere Nation hat diese britische Vorgehensweise übernommen», warnte der BMA. Allerhöchstens sechs Wochen Wartezeit seien akzeptabel – und das auch nur im Ausnahmefall. Im Grunde benutze man Personen, die zwölf Wochen lang auf ihre zweite Dosis warten müssten, als Versuchskaninchen.

Sofortige Verschärfung der bisherigen Restriktionen

Einig sind sich Grossbritanniens Mediziner darin, dass Johnsons Regierung der Forderung konservativer Politiker nach Lockerung des Lockdown Anfang März nicht nachkommen dürfe. Viele verlangen sogar eine sofortige Verschärfung der bisherigen Restriktionen. «Die derzeitigen Lockdown-Massnahmen greifen nicht schnell genug», erklärte der langjährige Ex-Gesundheitsminister Jeremy Hunt.

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