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TINA – der Schlachtruf der Lemminge

Aktien gelten als alternativlos, da sind sich die Prognostiker einig. Dies ist allerdings auch ein Warnsignal.

Anleger sollten sich bei ihrem Blick nach vorn nicht von der Wiederholung immergleicher Prognosen leiten lassen.

Anleger sollten sich bei ihrem Blick nach vorn nicht von der Wiederholung immergleicher Prognosen leiten lassen.

Khalid Al-Mousily / Reuters

Die Aktienmärkte sind positiv in das Börsenjahr 2021 gestartet. Der US-Leitindex S&P 500 hat ein erneutes Rekordhoch erklommen. Geht es nach den Börsenexperten und Prognostikern, so besteht für dieses Jahr nicht die Option, dass es ein gutes Börsenjahr wird – es muss ein gutes Börsenjahr werden. Dank der Corona-Pandemie haben die Staaten riesige Hilfsprogramme zur Reanimation der Wirtschaft gestartet. Deren Finanzierung – also die neuen Schulden – ist derzeit kein Thema. Gleichzeitig werfen die Zentralbanken, wie schon seit Jahren, zinslos frisches Geld in den Wirtschaftskreislauf. Diese kompromisslose Mischung ist genau der Stoff, an dem sich die Börsianer derzeit berauschen.

Grosser Optimismus

Die Börsenkurse reflektieren schliesslich nicht nur die Gegenwart, sondern vor allem die Erwartungen an die Zukunft. Da davon ausgegangen wird, dass für die wohlhabenden Länder das Ende der Corona-Pandemie absehbar ist, haben sich die Börsen in den USA, Deutschland und der Schweiz mittlerweile von den im Frühling 2020 erlittenen Verlusten mehr als erholt. Doch all das soll erst der Anfang der für 2021 verbreitet in Aussicht gestellten weiteren Kursgewinne sein. Hinter den optimistischen Erwartungen steht natürlich die absehbare Erholung, unterstützt durch die erwähnten Sondereffekte. Für Kapitalanleger bietet sich somit die verlockende Aussicht, an diesem als gesichert wahrgenommenen Aufschwung zu partizipieren.

Allerdings wird mittlerweile sehr viel Geld in die Aktienmärkte gesteckt, das vor der beispiellosen Tiefzins-Ära nicht dort angelegt worden wäre. Der Schwund jeglicher Zinsen auf Sparkonten und auf sicheren Staatsanleihen sowie die meist unattraktiv geringe Verzinsung von Unternehmensanleihen schwächen die Ertragskraft traditioneller Anlageportfolios, in denen verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Immobilien kombiniert werden, massiv. Anleger haben mittlerweile keine grosse Auswahl mehr, wenn sie auf dem investierten Geld noch etwas Rendite erhalten möchten.

Die Zins-Ebbe bei Nominalwerten wie Bargeld, Kontoguthaben und Obligationen führte schon in den vergangenen Jahren zu einem regelrechten Run auf Realwerte wie Aktien oder Immobilien, aber auch Gold. Der Glaube, dass im Anleger-Universum keine valable Alternative mehr verfügbar sei, kulminiert mit der in jüngster Zeit immer häufigeren Verwendung des Akronyms TINA – «There is no alternative», es gibt keine Alternative. Allerdings ist TINA keine neue Schöpfung: Schon die britische Premierministerin Margaret Thatcher rechtfertigte damit ihre liberale Politik.

Einen Schritt zurücktreten

Anleger sollten derweil einen Schritt zurücktreten und die Prämissen des Geltungsanspruchs von TINA in Augenschein nehmen. Die «alternativlose» Situation gilt schliesslich nur, wenn ihre Rahmenparameter wie beschrieben eintreten. In einer Welt ohne Zinsen und mit steigenden Aktienkursen gibt es keine Alternative zu Aktien, solange deren Kurse weiter steigen. Kommt es aber anders als vielfach prognostiziert und allgemein erhofft, wird aus einer alternativlosen Situation rasch eine ausweglose Lage. Somit ist TINA nur der Schlachtruf der Lemminge auf dem Weg in die rosige Zukunft.

Anleger sollten sich bei ihrem Blick nach vorn nicht von der Wiederholung immergleicher Prognosen leiten lassen, sondern in ihren Portfolios der möglichen Vielfalt der Zukunft Rechnung tragen. 2019 war eine Pandemie sehr unwahrscheinlich. 2020 war sie Realität. Mittlerweile hatte das Coronavirus sogar schon genug Zeit, eine stärker ansteckende Mutation hervorzubringen. Gelingt es ihm beispielsweise, in den kommenden Monaten noch eine impfstoffresistente oder wirkungsvollere Variante zu schaffen, dürften Aktien keineswegs mehr alternativlos im positiven Sinne sein. Dann dürften Anleger mit Bargeldguthaben, Immobilien oder Gold gut fahren.

Investoren sind folglich gut beraten, wenn sie gerade in «alternativlosen» Zeiten die angeblich unattraktiven Alternativen bedenken. Diese liefern zwar auf den ersten Blick keine Rendite bzw. nur sehr geringe Erträge, bieten aber grosse Sicherheit beim Ausfall des «alternativlosen» Szenarios. Ausserdem winkt nur bei einem abseits des Mainstreams eingegangenen Risiko die Aussicht auf überdurchschnittliche Rendite.

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