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Tesla-Aktionäre schauen besser genauer auf Google

Der Autobauer Tesla will mit der Software Full Self Drive in Zukunft höhere Margen erzielen. Die Software soll von Tesla-Fahrern lernen und sich immer weiter verbessern. Anleger sollten aber beachten, dass auch die Konkurrenz nicht schläft.

Ein Prototyp von Googles autonom fahrendem Auto an der Technologiekonferenz «Viva Technology» vom Juni 2016 in Paris.

Ein Prototyp von Googles autonom fahrendem Auto an der Technologiekonferenz «Viva Technology» vom Juni 2016 in Paris.

Benoit Tessier / Reuters

Mit der Präsentation des Quartalsergebnisses von vergangener Woche hat Tesla ein weiteres Mal gezeigt, dass man mit technologischer Innovation nicht nur die Welt verändern, sondern auch gutes Geld verdienen kann. Und um seinem Unterhaltungswert gerecht zu werden, hat der Konzernchef Elon Musk auch diesmal die Aufmerksamkeit der Anleger mit pompösen Aussagen auf sich gezogen. Dazu gehören gewagte Prognosen zur Entwicklung des globalen Automarkts sowie zur Transformation der Energieinfrastruktur, die laut Musk schon bald von fossilen Brennstoffen befreit werden dürfte.

Ob sich die Anlegerschaft von dieser «Visionsinflation» noch begeistern lässt, ist schwer zu sagen. Angesichts der hohen Marktkapitalisierung von Tesla darf man allerdings davon ausgehen, dass die Wall Street dem Elon-Musk-Gospel weiter gehorsam folgt. Bemerkenswert an der Quartalszahlenkonferenz war eine bestimmte Aussage, die in Anlegerkreisen zu Recht für Aufsehen gesorgt hat. Musk behauptet nämlich, dass die Margen von Tesla in Zukunft viel höher sein würden und die heutige operative Marge von knapp 9% schon bald als lächerlich klein angesehen werde. Tesla werde mit der Software Full Self Drive (FSD) in eine ganz andere Margenkategorie aufsteigen, sagte Musk.

Problematisch an dieser Aussage ist laut Fondsmanagern unter anderem, dass niemandem so recht klar ist, was FSD überhaupt genau bedeutet. Musk spricht von vollständig selbst fahrenden Robotern, die von den Tesla-Besitzern als Robotaxis zum Geldverdienen benutzt werden können. Doch diese Vision fällt selbst bei eingefleischten Tesla-Fans unter die Rubrik Science-Fiction. Realistischer ist allerdings die These, dass Tesla mit der Software stetig besser wird und dem Fahrer so immer mehr Arbeit abnimmt. Heute schon hält ein Tesla die Spur auf der Autobahn, reiht sich gehorsam in den Stossverkehr ein und hält bei Stoppsignalen und Ampeln. Musk selber hat FSD mit Google verglichen, der Suchmaschine, die stetig besser wird, weil sie von den Benutzerfragen lernt. Genauso will Tesla das komplexe Autofahren angehen. Die Software soll von den vielen tausend Tesla-Fahrern lernen und sich so stetig verbessern.

Doch selbst wenn das gelingt, bleibt die Frage, ob man als Aktionär hier mit aller Euphorie zuschlagen soll. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Insbesondere Google ist fleissig daran, eine eigene Selbstfahrsoftware zu entwickeln. Im Gegensatz zu Musk halten sich die Google-Chefs mit pompösen Prognosen zurück. Trotzdem muss Google als Konkurrent ernst genommen werden. Das gilt speziell für den Bereich der künstlichen Intelligenz, wo der Internetriese aus dem Silicon Valley führend ist.

Für Tesla spricht, dass die Firma jetzt schon Software an echte Kunden verschickt, die dann stetig verbessert werden kann. Im Gegensatz dazu fühlt sich die Google-Autoroboter-Technologie eher als Experiment an. Das kann sich allerdings schnell ändern. Google hat schon öfters bewiesen, dass es einen Markt beherrschen kann, auch wenn es erst später eintritt. Insofern ist aus Sicht der Tesla-Aktionäre hier Vorsicht angesagt. Es mag sein, dass Tesla die traditionellen Autobauer überholt hat. Doch der Wettbewerb mit Silicon-Valley-Konkurrenten wie Google ist noch längst nicht entschieden.

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