Switzerland

Termine müssen verschoben werden: Die Verzögerung bei der Impfkampagne trübt die Stimmung

Es harzt mit der Impfkampagne gegen das Coronavirus. Die Firmen Biontech/Pfizer können vorerst weniger Impfdosen liefern als geplant, weil Pfizer seine Produktionskapazitäten erweitert. Der Kanton St.Gallen erhält deshalb vom Bund bis Mitte Februar bloss 20'000 anstatt 30'000 Impfdosen, wie er am Dienstag mitteilte. Gleichentags klagte die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rick­li, ihr Kanton könne bis Ende Februar nur die Hälfte der über 75-Jährigen sowie der Hochrisikopersonen impfen, weil der Bund die zugesagten Impfstoffe nicht liefern könne.

Der Lieferengpass von Pfizer/Biontech reduziert die Kontingente aller Kantone. Der Bund forderte diese deshalb am Montag dazu auf, die Impfpläne anzupassen. Das geht aus einem Schreiben hervor, das unserer Zeitung vorliegt. Aufgrund der aktuellen Knappheit sollen die Kantone die verfügbaren Dosen von Pfizer/Biontech für die nötige zweite Impfdosis nutzen, die im Abstand von etwa vier Wochen erfolgen sollte. Die Zweitimpfung sei prioritär. Das Bundesamt für Gesundheit arbeite daran, solidarische Lösungen zu finden für jene Kantone, die zu wenig Dosen für den zweiten Piks haben.

Der Bund hält die Kantone an, vorerst auf die Bremse zu treten – und Termine für Erstimpfungen zu verschieben. Noch letzte Woche tönte es ganz anders. Am Donnerstag verlangte Gesundheitsminister Alain Berset, die Kantone sollen im Februar täglich pro 100'000 Einwohner 525 Personen impfen. Am Dienstag berichtete aber der «Tages-Anzeiger», dass die Impfvorräte bei dieser Kadenz schon etwa am 8. Februar aufgebracht wären – und die Impfkampagne erst rund eine Woche später mit Ankunft der nächsten Lieferung wieder aufgenommen werden könnte.

Mit seinem Tempodiktat hat Berset die Kantone überrumpelt. «Sie konnten nicht vorgängig abklären, ob diese Vorgaben umsetzbar sind», sagt Tobias Bär, Sprecher der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren. Angesichts der derzeitigen Schwan­kungen bei den Lieferungen sei es schwierig, kurzfristig genaue Verimpfungsziele zu setzen.

BAG-Vizedirektorin sieht Kampagne auf Kurs

Eine Person lässt sich ob all der Turbulenzen und Dissonanzen zwischen Bund und Kantonen nicht aus der Ruhe bringen: Nora Kronig, Vizedirektorin beim Bundesamt für Gesundheit und zuständig für die Impfstoffbeschaffung, sieht die Impfstrategie weiterhin auf Kurs, wie sie gestern vor den Medien in Bern sagte.

Sie zeigte sich zuversichtlich, dass Pfizer/Biontech den Lieferrückstand bereits bis Ende März aufholt. Auf konkrete Kritik reagierte die frühere Diplomatin oft mit allgemeinen Antworten. Man müsse das ganze Semester im Auge behalten anstatt nur Tage und Wochen, mit Schwankungen bei den Lieferungen sei zu rechnen. Auf die Frage, ob sie sich Sorgen mache, weil vom Impfstoffhersteller AstraZeneca wohl weniger Dosen eintreffen werden, sagte Kronig: «Wir verfolgen die Diskussionen und die Entwicklung eng.»

In der Tat: Die Schweiz wartet dringendst auf den Impfstoff des britschen Pharmaunternehmens. Der Bund hat mit ihm einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 5,3 Millionen Impfdosen abgeschlossen. Wann ist mit der Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffs durch Swissmedic zu rechnen?

Sprecher Lukas Jaggi sagt: «Swissmedic prüft im Moment noch zwei Zulassungsgesuche für Covid-19-Impfstoffe in der rollenden Begutachtung. Wenn alles gut läuft und wir die für einen ersten Nutzen-Risiko-Entscheid noch benötigten Daten erhalten, kann hoffentlich in den nächsten Wochen ein weiterer Impfstoff in der Schweiz zugelassen werden.»

Verhandlungen führt der Bund derzeit auch mit Johnson&Johnson (J&J). Der US-Konzern entwickelt einen Impfstoff, der grosse Hoffnungen weckt – auch, weil eine Dosis genügt, um sich gegen das Coronavirus zu schützen. Laut NZZ könnte das Unternehmen bereits Ende Januar entscheidende Testresultate publizieren. Zum Stand der Verhandlungen mit J&J äusserte sich Kronig nicht. Gemäss Thomas Moser, Sprecher von J&J Schweiz, hat die Firma schon angefangen, Impfstoff auf Vorrat zu produzieren.

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