Switzerland

Temporärarbeitern droht Kündigungswelle: «Ich wurde Knall auf Fall entlassen»

Das Hilfspaket des Bundesrats für die not­leidende Schweizer Wirtschaft nimmt gigantische Ausmasse an. Bis heute wurden 1,2 Millionen Kurzarbeitsgesuche bewilligt und Sofortkredite im Umfang von 15 Milliarden Franken gesprochen.

Trotzdem haben noch längst nicht alle Betroffenen das rettende Ufer erreicht. Besonders bedroht sind die 300 000 Temporär-angestellten in der Schweiz. Zwar hat der Bundesrat am 20. März auch für sie Kurzarbeit ermöglicht. Doch da war es für viele von ihnen schon zu spät – sie wurden vorher gefeuert.

Arbeitslosequote liegt bei 2,7 Prozent

Susana Piccirillo (34) erwischte es am 17. März. Aus der Verpackungsabteilung des Metallverarbeitungs­unternehmens Hydrel AG in Romanshorn TG wurde sie zum Personalchef zitiert. «Ich wurde Knall auf Fall entlassen», sagt Piccirillo. Der Chef erklärte ihr, wegen der Corona-Krise gingen die Aufträge zurück. Zusammen mit einer weiteren Temporärarbeiterin müsse sie deshalb das Unternehmen verlassen.

Seit Anfang März ist es Tausenden Angestellten gleich ergangen. Die Arbeitslosenquote ist von 2,5 auf 2,7 Prozent angestiegen. 26 000 neue Arbeitslose sind es allein seit Monatsmitte. Jeden Tag kommen 2000 weitere hinzu. «Die Kurzarbeit fängt viel auf», sagt Mathias Binswanger (57), Wirtschaftsprofessor an der Fachhochschule Nordwestschweiz. «Aber wenn die Krise länger anhält, wird die Arbeitslosigkeit zum Pro­blem.»

Nach ­Erhalt der Kündigung arbeitete Susana Piccirillo weiter, denn die Kündigungsfrist läuft bis Mitte ­April. Dann hörte sie von den neuen Massnahmen des Bundesrats und bat den ­Firmenchef, auf die Kün digung zurückzukommen. «Schliesslich hat die Arbeit für uns Temporäre sogar noch zugenommen, weil mittlerweile viele Festangestellte in Kurzarbeit sind», sagt sie. «Und jetzt hätte die Firma die Möglichkeit, auch für uns Kurzarbeit zu beantragen, wenn es wirklich nötig würde.»

Arbeitgeber lenkt ein

Doch der Chef lehnte ab. Ein zweiter Nackenschlag für die Mutter von vier Kindern, deren Ehemann bereits zuvor sein Coiffeurgeschäft wegen Corona schliessen musste. «Das hat mich umgehauen», sagt sie.

SonntagsBlick hat bei der Hydrel AG nachgefragt. Personalchef Gerardo Vivas erklärt: «Zu Beginn der Krise waren wir überfordert.» Nun habe man den Entscheid überprüft. «Die Kündigungen werden im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben. Wir sind froh, diese verdienten Mitarbeiterinnen über die Krise hinaus halten zu können.»

Leider sehen das viele Firmen und Vermittlungsbüros auch nach der vom Bundesrat verordneten Kurzarbeit für Temporäre anders. «Der bürokratische Aufwand ist ihnen zu gross», sagt Vania Alleva (50), Präsidentin der Gewerkschaft Unia. «Immer noch werden jeden Tag Temporäre und Leute im Stundenlohn entlassen. Die Welle bricht nicht ab und macht uns grosse Sorgen.» Alleva fordert deshalb eine grosszügige Auslegung der Kurzarbeit für Temporäre und Angestellte im Stundenlohn. «Ihre Einsatzverträge müssen mindestens bis zum Ende der Krise gelten.»

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