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Tempo 30 auf der Bahnhofstrasse verringert den Lärmpegel nicht: Der Kanton analysierte GPS-Daten

Für Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet sieht der Aarauer Stadtrat wenig Chancen. Er will sich aber explizit beim Kanton für Tempo 30 auf der Bahnhofstrasse einsetzen. Das schreibt er auf auf den Vorstoss Christian Oehlers (FDP) «Sicherere Strassen durch weniger Verkehrsleitsysteme, Pilotprojekt». Darin forderte Oehler die Stadt und den Kanton auf, gemeinsam im Rahmen eines Pilotprojekts abzuklären, wie sich bestimmte Vereinfachungen beim Verkehrsleitsystem auf die Verkehrssicherheit und die Strassenunterhaltskosten auswirken. Auch der Stadtrat sieht Handlungsbedarf.

Was die Bahnhofstrasse Aarau angeht, liegt die Planung einer Umgestaltung aber beim Kanton. Dejan Milo, Sektionsleiter Strassenlärmsanierung beim Kanton, veranlasste eine Analyse von über einer Million GPS-Daten wie aus einem Bericht des SRF-Regionaljournals hervorgeht. Dabei handelt es sich um Auswertungen der Daten von Handys oder Navigationssystemen von Autos. Das Ganze sei anonym, so Milo gegenüber SRF. Das Ziel der Analyse ist, herauszufinden, wie schnell auf den Aargauer Kantons- und Gemeindestrassen effektiv gefahren wird. Die Daten hatte der Kanton von einer Firma gekauft.

Tatsächlich sehr langsam unterwegs

Im Falle der Bahnhofstrasse Aarau zeigt die Analyse der GPS-Daten: Hier rollt der Verkehr tagsüber mit 21 km/h, nachts sind es 34. Somit wäre eine Temporeduktion von 50 auf 30 laut Milo im Hinblick auf eine Lärmreduktion nicht sinnvoll, weil es gar nichts bringen würde. Milo gegenüber SRF: «Das Schlimmste wäre, wenn wir versprechen würden, dass es 3 bis 4 Dezibel leiser wird, wenn wir umsignalisieren – und am Ende wird es nur ein halbes Dezibel leiser oder gar nicht.» (srf/mma)