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«Tatort» zum 50-Jahr-Jubiläum: Die Münchner Ermittler haben in Dortmund nicht einmal frische Unterwäsche dabei

In einer Doppelfolge ermitteln die Kommissare aus Dortmund und München gemeinsam gegen die Mafia. Härte trifft auf Wurstigkeit.

Wesensfremde Teams: Faber und Dalay (Jörg Hartmann und Aylin Tezel, vorne) ermitteln in Dortmund, Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) stossen aus München hinzu.

Wesensfremde Teams: Faber und Dalay (Jörg Hartmann und Aylin Tezel, vorne) ermitteln in Dortmund, Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) stossen aus München hinzu.

ARD

Die legendären Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr ermitteln normalerweise in München. Jetzt stehen sie in einem dunklen Raum des Polizeireviers von Dortmund. Sie sind gerade angereist. «Sechs Stunden ein Weg», sagt Leitmayr schnaubend. Batic und Leitmayr wollen einen Mann verhaften, der in München einen Mord begangen hat. Und dann abreisen. Sie haben nicht einmal frische Unterwäsche dabei. Doch die Sache ist grösser als gedacht.

Das Dortmunder Team um die Kommissare Peter Faber und Martina Bönisch beobachtet seit Monaten eine Familie, die in ihrer Pizzeria für die Mafia Geld wäscht und Drogen umschlägt. Jetzt versteckt sich der Mörder aus München dort. Die Teams sollten sich helfen, doch sie haben andere Interessen. Die Dortmunder wollen zuwarten. Würden sie den Mörder verhaften, wären die Gefolgsleute gewarnt und der Coup gegen die Mafia würde platzen. So bleibt der Mörder frei. Und die Gefahr steigt.

Der Fall erzählt von Drogenhandel, Schutzgelderpressung und Geldwäsche bei der ’Ndrangheta, der kalabrischen Mafia, die auch in Deutschland wirkt. Und die manchmal in Deutschland mordet wie im berühmten Fall von Duisburg, als im August 2007 sechs Menschen erschossen wurden. Die Geschichte ist der erste Teil der Doppelfolge zum 50-Jahr-Jubiläum des «Tatort». Und die erste Doppelfolge seit 2016.

Nur Fussball hat mehr Zuschauer

50 Jahre! Der «Tatort» ist deutsche Fernseh- und Kulturgeschichte. Er verbindet bis heute Generationen und Schichten, immer am Sonntag um 20 Uhr 15. Nur das Fussball-Nationalteam hat in Deutschland mehr Zuschauer. Der Regisseur Dominik Graf hat für den ersten Teil einen rasanten, harten, aufwühlenden Thriller geschrieben. In der zweiten Folge (6. Dezember) wird die Regisseurin Pia Strietmann auf völlig andere Weise erzählen.

1147 «Tatort»-Folgen gab es bisher, mit 148 Kommissaren und Kommissarinnen. Mit Götz George als Schimanski, mit Ulrike Folkerts als Dienstältester Lena Odenthal und mit sehr vielen anderen wunderbaren Figuren. Derzeit sind es 24 Teams, deren Charaktere so unterschiedlich sind wie die Fälle in Thema, Erzählform, Bildsprache oder Ton. Sogar die Schweizer und die Österreicher ermitteln. Mit je einem Team in Zürich und Wien.

Der «Tatort» wird seit fünfzig Jahren mit derselben Melodie eingeleitet. Er versucht sich an aktuellen gesellschaftlichen Themen wie Migration, Wirtschaftskriminalität, künstlicher Intelligenz. Manchmal ist er Kitsch. Manchmal schlimmster Klamauk. Und manchmal ein banaler Krimi mit einem Täter, der zum Glück gefasst wird. Nur etwas ist immer gleich: Es menschelt.

Batic und Leitmayr sind Spitzenreiter

Batic und Leitmayr haben mit ihrer Güte und ihrer ulkigen Gemütlichkeit in 57 Fällen ermittelt. Es ist der Höchstwert im «Tatort»-Kosmos. Die Dortmunder hingegen sind jünger, platzen fast vor Energie, Wut, Verzweiflung. Sie erleben eine grundlegende Krise. Faber und Bönisch blaffen sich an, hintergehen sich. Ihre jungen Assistenten werden zerrissen. Und alle sind angepisst.

Ivo Batic verfolgt die Spur des Mörders von München in eine Dortmunder Spielhalle.

Ivo Batic verfolgt die Spur des Mörders von München in eine Dortmunder Spielhalle.

ARD

Nicht nur jünger als ihre Münchner Kollegen: Faber und Dalay gehen mit mehr Härte ans Werk.

Nicht nur jünger als ihre Münchner Kollegen: Faber und Dalay gehen mit mehr Härte ans Werk.

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Die Münchner Wurstigkeit und die Dortmunder Härte passen schlecht zusammen. Die Teams sind sich wesensfremd, und sogar die Sprache wird zum Problem. Im Autoradio der Polizei fragt einer: «Spricht irgendjemand Bayrisch? Ich versteh den nicht. Der ist total besoffen.»

Irgendwann nähern sich die Teams einander an. Alle pferchen sich in einen Polizeiwagen und lauschen den Stimmen der Mafiosi, die sie abhören. Bei der Ehefrau wurde ein Mikrofon angebracht. Die Kommissare wagen viel. Und dann kommt das Finale der ersten Folge. Am Schluss umarmen sich Faber und Bönisch, weil sie sich nichts mehr zu sagen haben. Alles scheint am Ende. Dabei geht es erst los.

«Tatort» aus Dortmund und München: «In der Familie». Teil 1 am Sonntag, 29. November, um 20.05 Uhr auf SRF 1 und um 20.15 Uhr in der ARD. Teil 2 am 6. Dezember.

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