Switzerland

Tagelang auf der Flucht: «Als die Sirenen heulten, ist Maddy losgerannt»

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit: Die Mischlingsdame Maddy war ihrer neuen Besitzerin während der «Probezeit» am 2. Februar beim Gassigehen an der Birs entwischt. Danach mobilisierte der Verein Pfotenhilfe Mogli, der den Vierbeiner aus Rumänien nach Basel vermittelt hat, alle Kräfte, um Maddy zu finden – ohne Erfolg.

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Erst am elften Tag gelang es den Helfern, den geschwächten Hund einzufangen. Kurz nach 15 Uhr am Mittwoch konnte Maddy «mit viel Geduld und Goodies» in der Nähe des Allschwiler Walds in Sicherheit gebracht werden. «Das ist die schönste Nachricht und der beste Tag seit langem. Ich bin fix und fertig und überglücklich zugleich», sagt Gianni Rubino, Mitbegründer der Pfotenhilfe. «Es war eine schreckliche Situation, weil jeder Hund, der bei uns lebt und so eng mit uns aufwächst, immer ein Teil von uns bleiben wird.»

Zwei Frauen gelang es mit ihren beiden Hunden, Maddy anzulocken. Rubino ist sich sicher: «Die Hunde haben einen wichtigen Teil zur Rettung beigetragen.»

Der Ausreisserin geht es soweit gut. «Sie humpelt leicht und hat eine Augenentzündung», so Rubino. Abgenommen habe sie nicht. «Maddy ist eine ganz Clevere und hat anscheinend gewusst, wie sie wo und was bekommen wird», staunt er.

«Versucht nicht, sie einzufangen»

Die Solidaritätswelle nach ihrem Verschwinden war enorm:
Auf Facebook wurde der Original-Post über 2000-mal geteilt. Die User erkundigten sich täglich, ob die Hündin eingefangen wurde. «Wie geht es Maddy? Ich muss ständig an sie denken», fragte eine Tierfreundin. Jemand anderes schrieb, er habe gehört, dass ein Tier auf der Autobahn gesichtet wurde und hoffe, es handle sich nicht um die Vermisste.

Grossflächig pflasterten Mitglieder und Helfer zudem alle Basler Quartiere mit Flugblättern zu: Diese hängen an Busstationen und säumen Spazierwege. «Bitte nicht versuchen sie einzufangen, da sie sehr schüchtern ist», steht auf den Merkblättern in fetten Lettern.

Die Gefahren für den freilaufenden Hund waren allgegenwärtig: Autobahnen, stark befahrene Strassen, andere Hunde und das Risiko, sich bei fluchtartigen Aktionen irgendwo zu verletzten. Maddy hatte «enormes Glück».

Sirenentest war sehr kontraproduktiv

Die Jagd nach der Hündin war schwierig. Aus Rumänien wurde dafür egens ihre Bezugsperson eingeflogen, auch ihre beste Hundefreundin beteiligte sich an der Suche. Obwohl Maddy beinahe täglich irgendwo gesichtet wurde, gelang es den Helfern nicht, sie zu fassen. Sturm Sabine und der Sirenentest Anfang Februar versetzten den Hund wohl zusätzlich in Panik.

«Ohne Sirenentest wäre sie wohl dort geblieben, wo sie verloren gegangen ist», vermutet Rubino. Sie habe «ihre Nase ausgeschaltet» als die Sirenen aufheulten und sei einfach losgerannt. «Sie versuchte daraufhin immer wieder zurückzugehen, aber wusste nicht mehr genau wohin und der Verkehr machte ihr einen Strich durch die Rechnung», sagt Rubino.

«Jetzt können wir alle wieder ruhig schlafen»

Auf Facebook macht sich nach Maddys Sicherung Erleichterung breit. Nur wenige Minuten nach der Verkündung der frohen Botschaft hagelt es Beglückwünschungen: «So toll, jetzt können wir alle wieder ruhig schlafen und das Leben geniessen.» Eine andere Userin schreibt: «Das ist die beste Nachricht seit langem. Ich könnte die ganze Welt umarmen.»

(jd)

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