Switzerland

Suppe für den Geist

Wer liest heute noch Bücher? Wird das Buch die nächsten Jahre überstehen? Die ganze Buchbranche ist im Wandel. Stellen werden gestrichen, Mittel gekürzt und weniger Bücher verkauft. Um zu überleben, müssen sich alle in der Branche neue Wege ausdenken.

Die kleinen Verlage müssen sich auch etwas überlegen, um aus dem übersättigten Buchmarkt herauszustechen. So gibt es in Biel schon zum fünften Mal die Büchermesse Edicion, an der 45 Verlage ihr Sortiment präsentieren. Nicht nur Belletristik, sondern auch Kunstbücher sind in französischer und deutscher Sprache vertreten. Daneben gibt es Lesungen und Performances.

Ein Höhepunkt wird sicherlich die Lesung des norwegischen Autors Gunstein Bakke sein. Die deutsche Übersetzung seines Romans «Maud und Aud» ist bei der Brotsuppe erschienen. «Ich glaube fest daran, dass das Buch eine Zukunft hat», sagt Aeschbacher. Denn Radio oder das Kino seien ja ebenfalls schon lange totgesagt worden. Auch wenn ungewöhnliche Wege dazu eingeschlagen werden müssen, das Buch zum Leser zu bringen.

Gerade Erstlinge von vielversprechenden Talenten und Schweizer Literatur – die Spezialitäten der Brotsuppe – hätten es besonders schwer. Am Ende ist es die Leidenschaft fürs Buch, die Ursi Anna Aeschbacher antreibt. Da lässt sie sich auch von wachsender Konkurrenz und geringen Mitteln nicht unterkriegen.

Edicion Biel: Samstag, 14. 12., 11 bis 20 Uhr und Sonntag, 15. 12., 11 bis 16 Uhr im Farelhaus.

«Bücher verlieren ihre Bedeutung. Als ich noch jung war, hatte jeder Bücher, aber jetzt verschwinden sie aus unserem Alltag», sagt Ursi Anna Aeschbacher. Sie steht hinter dem «Verlag die Brotsuppe», gegründet 2004 in Deutschland, wo die 68-jährige Bielerin dreissig Jahre wohnte.

Ungewöhnlicher Name

«Das war die Zeit, als man sich über den Namen des Verlags noch grosse Gedanken machte, als auch ‹Der gesunde Menschenversand› gegründet wurde und niemand einen Verlag mit seinem Nachnamen wollte», erzählt Aeschbacher. Unter Zeitdruck stehend, entschied sie sich für die Brotsuppe. Diese stammt aus dem dänischen Film «Babettes Fest», wo der Unterschied zwischen guter und schlechter Suppe das Leben der Armen bestimmt. «Wie die gute Brotsuppe sollen meine Bücher Nahrung für den Geist bieten, denn das ist es doch, was gute Literatur ausmacht.»

«Wie die gute Brotsuppe sollen meine Bücher Nahrung für den Geist bieten, denn das ist es doch, was gute Literatur ausmacht.»Ursi Anna Aeschbacher, Verlegerin

Bücher von Schweizer Autoren und Autorinnen aus allen Landesteilen und dazu einige internationale Autoren bilden das Programm des kurz nach der Gründung nach Biel umgesiedelten Verlags. Dafür arbeitet Ursi Anna Aeschbacher mit Übersetzern zusammen. Hauptaufgaben wie die Auswahl der Bücher, das Lektorat und das Korrektorat der Texte, die grafische Gestaltung und die Suche von Druckereien sowie die Vermarktung übernimmt sie alle selbst.

Daneben arbeitet sie auch noch für andere Verlage. «Früher konnte ein Verlag nach fünf Jahren Mitarbeiter einstellen, wenn er dieselben Verkaufszahlen hatte», sagt Aeschbacher. «Meine Vorteile sind, dass ich niemanden entlassen muss und auch bei hohem Risiko selbst bisher immer geschäftlich überlebt habe.»

Spezialpreis der Stadt Bern

Damit unabhängige Verlage weiterhin bestehen können, braucht es finanzielle Unterstützung. Wie den Spezialpreis der Literaturkommission der Stadt Bern, der mit 10'000 Franken dotiert ist und den der «Verlag die Brotsuppe» letzten Monat erhalten hat. «Um auf unsere Bücher aufmerksam zu machen, braucht es neue Mittel wie Podcasts auf der Internetseite oder eine Zeitung für die Buchhandlungen.» Solche werde sie mit dem Preisgeld finanzieren.

Football news:

Arsenal begann auseinander zu fallen, und ich wollte gewinnen. Geld ist nicht wichtig. Ashley Cole über den Wechsel nach Chelsea
In der Meisterschaft wurden 1014 Tests auf Coronavirus durchgeführt und zwei Fälle von Infektion identifiziert. Beide sind in Halle
Passiert das wirklich? Fernandinho über die Rückkehr zum Training
Ivan samorano: ich Garantiere, Lautaro ist die Zukunft von Inter. Barça hat finanzielle Probleme
Benitez will nach Newcastle zurückkehren und Stones und Barkley Unterschreiben
Mario war ein tolles Talent. Ich hoffe, er findet sich einen Verein. Schweinsteiger über den Abgang von Götze von Borussia Dortmund
Italiens Sportminister: wir Arbeiten daran, die Serie A am 13.oder 20. Juni wieder aufzunehmen