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Super League: Schwaches YB erwacht in Lugano viel zu spät

In Lugano verlieren die Berner eine Woche vor dem Spitzenkampf in St. Gallen nach einer lange Zeit sehr schwachen Leistung 1:2. Es war ein ungenügender Auftritt des Meisters, der auswärts in den drei vorherigen Partien (0:3 in Basel, 0:0 in Lugano, 0:2 in Luzern) ohne Treffer geblieben war.

Wie meistens im Tessin tat sich YB schwer, agierte harmlos und fahrig, leistete sich viele Abspielfehler, schoss bis zur 90. Minute nicht einmal aufs Tor. Lugano kämpfte derweil beherzt, ging in den Zweikämpfen hart zur Sache, verteidigte solidarisch. Das genügte, um die enttäuschenden Young Boys unter Kontrolle zu halten. Erst nach der Pause waren die Gäste druckvoller, zumindest ein bisschen, aber sie rannten dem frühen Rückstand erfolglos hinterher.

Filip Holender hatte nach 17 Minuten mit einer schönen Einzelleistung das 1:0 für Lugano geschossen, als er nicht angegriffen wurde und von der Strafraumgrenze aus präzis und flach in die linke Torecke traf. Es war der einzige Schuss aufs Tor bis kurz vor Spielende. Und damit ist alles über die Qualität der Begegnung gesagt.

Nach einem Fehler von YB-Captain Fabian Lustenberger erzielte der frühere Berner Stürmer Alexander Gerndt fünf Minuten vor Spielende den zweiten Treffer für Lugano. Nun erwachten die Young Boys doch noch. Zuerst traf der junge Stürmer Samuel Ballet nach seiner Einwechslung und bei seinem Super-League-Debüt in der 90. Minute zum 1:2 - und in der Nachspielzeit verpasste YB gleich mehrmals den Ausgleich. (fdr)

Luzern stoppt auch den Leader

Viertes Spiel unter Trainer Fabio Celestini, vierter Sieg für die Zentralschweizer: Francesco Margiottas verwandelter Penalty reichte, um St. Gallen 1:0 zu bezwingen.

Christian Schwegler wusste, was seine Luzerner erwarten würde: ein anstrengender Sonntag gegen eine Mannschaft mit «riesigem Selbstvertrauen». Aber der Captain ging auch davon aus, dass sich gegen Leader St. Gallen Räume bieten würden - «und dann müssen wir bereit sein».

Bereit, das waren die Zentralschweizer. Noch vor der Pause erhoben sich die Zuschauer, weil ihnen die Hartnäckigkeit gefiel, die Leidenschaft in den Duellen. Und vor allem hatten sie Freude daran, dass der FCL führte. Nach einer halben Stunde hatte Miro Muheim innerhalb des eigenen Strafraums aus Unachtsamkeit ein Foul gegen Francesco Margiotta begangen. Schiedsrichter Sandro Schärer pfiff Penalty, den der Gefoulte sicher verwertete.

St. Gallen kam in der ersten Hälfte nicht wie gewohnt in Fahrt. Das Team, das zuvor in 16 Partien 40 Punkte gesammelt hatte, erhöhte aber in der zweiten Halbzeit das Tempo und kam zweimal dem Ausgleich nahe. Aber der eingewechselte Axel Bakayoko, Jordi Quintilla sowie Jérémy Guillemenot scheiterten an Luzerns starkem Goalie Marius Müller. Und nach 80 Minuten flog ein Schuss von Ermedin Demirovic am rechten Pfosten vorbei.

Luzerns Sieges-Serie hält

Die Ostschweizer reihten vor 11'406 Zuschauern Corner an Corner, nach gut einer Stunde waren es deren zehn. Die Lücke fanden sie gleichwohl nicht. Dafür wäre beinahe das 2:0 gefallen. Der wirblige Ibrahima Ndiaye hatte mit seinem Lattenschuss Pech. Und in der Nachspielzeit verhinderte St. Gallens Koalier Zigi zweimal einen weiteren Gegentreffer. Zum Erfolg reichte es für Luzern gleichwohl. Dieses 1:0 war der fünfte Sieg in Serie, der vierte unter dem neuen Trainer Fabio Celestini.

Für St. Gallen hielt sich der Schaden in Grenzen. Weil YB gleichzeitig in Lugano verlor, ist das Team von Peter Zeidler auch nach der 22. Runde Leader. Und am kommenden Sonntag kommt es im heimischen Kybunpark zum Spitzenkampf gegen die Berner. (pmb.)

3122 Zuschauer. - SR Horisberger.

Lugano: Baumann; Yao, Sulmoni, Daprelà, Lavanchy; Lovric (92. Kecskes), Covilo, Custodio; Holender (69. Lungoyi), Gerndt, Aratore (78. Selasi).

Young Boys: Von Ballmoos; Janko (78. Ballet), Lustenberger, Lefort, Garcia; Spielmann (46. Sulejmani), Aebischer, Martins (78. Gaudino), Fassnacht; Mambimbi, Hoarau.

Bemerkungen: Lugano ohne Bottani, Obexer, Sabbatini, Rodriguez und Guidotti (alle verletzt). Young Boys ohne Nsame, Moumi Ngamaleu (beide gesperrt), Lotomba, Sierro, Sörensen (alle verletzt), Camara und Lauper (beide rekonvaleszent). 88. Gelb-Rote Karte gegen Gerndt. Verwarnungen: 25. Holender (Foul). 29. Covilo (Foul). 37. Gerndt (Foul). 54. Aratore (Foul).

11'406 Zuschauer. - SR Schärer.

Luzern:Müller; Schwegler, Lucas, Knezevic, Sidler; Ndiaye, Ndenge, Mistrafovic (63. Schulz), Schürpf; Margiotta (76. Eleke), Males (83. Bürki).

St. Gallen:Zigi; Hefti, Stergiou, Letard, Muheim; Quintilla; Görtler (55. Bakayoko), Babic; Guillemenot (86. Ribeiro); Itten, Demirovic.

Bemerkungen: Luzern ohne Matos (gesperrt), Voca, Kakabadse und Binous (alle verletzt). St. Gallen ohne Ruiz (gesperrt), Lüchinger, Nuhu und Strübi (alle verletzt). 86. Lattensschuss Ndiaye. Verwarnungen: 17. Mistrafovic (Foul), 30. Zigi (Reklamieren), 37. Hefti (Schwalbe), 60. Males (Foul), 63. Bakayoko (Foul), 68. Knezevic (Foul).

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